Was ist die schwarze Herde?

Wenn Sie auf diese Seite gefunden haben, kennen Sie wahrscheinlich mein Buch „Das schwarze Schaf“. Dann wissen Sie auch, dass das hier eine virtuelle Schafweide ist. Zum Grasen, Verweilen und zum Diskutieren für alle schwarzen Schafe.

Sollten Sie auf anderem Wege als über den Link in dem Buch hierher gefunden haben, dann wäre es vielleicht sinnvoll, sich etwas auf dieser Seite umzuschauen. Sie werden sehen, dass mein Buch von Menschen handelt, die in ihrer Familie benachteiligt oder ausgegrenzt wurden und werden.  Das hat viele Gesichter, Formen und Schattierungen. Allen diesen Frauen und Männern gemeinsam ist aber das Gefühl, nicht dazu zu gehören, an den Rand gedrängt zu sein und ein Schattendasein innerhalb der Familie zu führen.

Für eben diese „schwarzen Schafe“ soll die schwarze Herde ein Ort sein, an dem sie sich über ihr Schicksal informieren und an dem sie miteinander sprechen können.

Denn ein einzelnes schwarzes Schaf ist ein trauriger Anblick.
Eine ganze Herde dagegen ist eine Gemeinschaft.

208 Kommentare zu Was ist die schwarze Herde?

  1. rotezora. sagt:

    Black is beautyfull!

    • Peter Teuschel sagt:

      Das denk ich doch auch!

    • Anna.A sagt:

      Hallo ich bin Anna und ein tiefschwarzes Schaf und ich bin kostbar! Ich bin sehr froh auf diese Seite gestossen zu sein und bin gespannt auf das Buch das ich mir heute Nachmittag kaufen werde.

      Anna

      • Peter Teuschel sagt:

        Herzlich willkommen!
        „Tiefschwarz und kostbar“ – was für eine wunderschöne Formulierung.
        Wollen Sie sagen, wie Sie hergefunden haben?
        Freue mich auf ein feedback, wenn Sie das Buch gelesen haben.
        Schöne Grüße
        Peter Teuschel

      • Anna sagt:

        Hallo Herrr Teuschel, Hallo an alle !

        Ich habe die letztenTag die Beiträge gelesen, zu mehr war ich einfach nicht fähig…musste mich innerlich emotional sortieren. Ganz besonders haben mich die Beiträge über Vergeben und Erhre deine Vater und Mutter bewegt und natürlich den Beitrag über das Kuckuckskind….
        Ich habe nun 7 Jahre um meine Würde und Erbe gekämpft und so hinterlistige böse Dinge erlebt die wollte ich einfach nicht, dass die Familie so verlogen sein kann, das macht mich immer noch sprachlos…

        Anna

    • Conny sagt:

      Sie sprechen mir aus der Seele! Ich bin das jüngste von 7 Kindern, meine Mutter war bei meiner Geburt bereits 43 und mein Vater 56 Jahre alt, als ich noch dazukam. Von meiner Mutter war ich nie gewollt, hat sie mir auch einmal gesagt, als Kind ließ sie mich das auch deutlich spüren: Als ich in die Schule kam und als einziges ihrer Kinder nicht mit der „schönen“ rechten Hand schrieb, setzte sie allen Ehrgeiz daran mich auf rechts zu trimmen, mit Schlägen, Drohungen oder auch einfach Ignoranz. Als meine Mutter beim Lesen und Schreiben üben, daran erinnere ich mich bis heute! wieder mal am Ausrasten war, weil es nicht so ging, wie sie wollte, ging mein Vater dazwischen und meinte nur ganz sanft: „Weißt Du noch? Die Tante Anne, die hat auch links geschrieben.“ Anna war eine Tante meines Vaters, die jüngste Schwester meiner Großmutter. Jedenfalls war’s danach besser. Meine älteste Schwester bekam ein Kind, einen Jungen, ich war noch nicht ganz drei, den meine Mutter mit großzog. Er war immer der Liebling, außerdem hatte er ein kleines Handycap: er hatte eine Dyslexie. Ich wurde also weiterhin von meiner Mutter vernachlässigt, während mein Vater immer mehr verfiel, Alzheimer. War schon ein Päckle. Trotzdem war er immer ein friedlicher freundlicher Zeitgenosse gewesen. In der schlimmsten Zeit für mich, der Pubertät, starb mein Vater plötzlich an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Der einzige Mensch in meinen Augen, der mich je einfach nur geliebt hat, wie ich war, weil ich war. Dieser rote Faden setzte sich fort: Ich war erst 22 Jahre alt, als ich heiratete. Natürlich einen Mann, der älter war und mit dem ich bei seinen Eltern ins Haus einzog. Das war schon der Anfang vom Ende. Dort hab ich nie wirklich dazugehört, weil ich den Mund auftat, sagte, was ich dachte, da wurde ich einfach mundtot gemacht, übergangen, in wichtige Entscheidungen wurde ich nicht einbezogen von meinem Mann, solche Sachen machte er mit seinen Eltern aus und mit seinem Bruder, aber nicht mit mir. Mein Ältester war 2011 volljährig, mein Jüngerer 16, da hab ich meinem Mann die Vertrauensfrage gestellt: entweder dieses Haus oder ich. Er entschied sich für das Haus. Der große Sohn war grade mit der Schule fertig und begann ein Studium weit weg von zuhause, mein Kleiner wollte die Schule fertig machen und dann auf eine weiterführende gehen und deshalb nicht mit. Es war richtig so, aber meine Söhne fehlen mir bis heute. Und ich weiß, dass ich an ihnen ein gutes Werk getan hab: der Große hat das Abitur, und studiert der Kleine macht grade neben der Ausbildung noch das Abitur dazu und wir haben immer noch Kontakt. Ihr Vater spricht mit mir kein Wort mehr seit der Scheidung vor eineinhalb Jahren. Er will mich nochmal abstrafen, das ist mir relativ wurscht, aber dass ihm ein Haus wichtiger war, als seine Ehe, seine Frau und seine eigene Familie, das werd ich ihm nie verzeihen. Deshalb werd ich auch nicht mit ihm sprechen. Vor 2 Wochen hab ich endgültig seine Handy-Nr. aus meinem Speicher gelöscht.

    • Caroline -Eve sagt:

      Ich habe vorhin von dem Buch im Radio gehört ! Die Sendung hat mich innerlich sehr aufgewühlt !
      Ich bin ganz ganz schwarzes Schaf . Ich bin als uneheliches Kind eines schwarzen US Soldaten geboren worden . Ich wurde schon im Mutterleib gehasst. Ihr Lieblings Satz war : „Ach hätte ich dich doch im Mutterleib umgebracht !“ Die ersten 12 Jahre verbrachte ich bei den Großeltern .Als diese starben musste ich zu meiner Mutter und deren Mann.Der mich adoptierte damit er mich quellen dürfte (so seine Antwort ).I
      Drei Jahre ging ich durch die Hölle .Bis ihnen das Sorgerecht wegen schwerer Kindesmisshandlung entzogen wurde.
      Von da an musste ich mich sehr hart durchschlagen . Machte den Realschulabschluss und die Fachhochschulreife und die Erzieher Ausbildung .
      Heirate und bekam 2 Kinder. Die Ehe war sehr dramatisch .Ich ließ mich scheiden . Meine Kindern gab ich alle Liebe die ich hatte.Sie haben beide studiert und sind im Beruf (Informatiker und Ärztin ). Ich bin nie mit alldem fertig geworden und bin seit 17 Jahren Nierenkrank Dialyse. Als ich fast 7 Jahre war wurde ich von einen Freund der Familie vergewaltigt und bin beinahe daran gestorben . Erst mit 40 Jahren konnte ich darüber sprechen .
      Ich dachte immer ich bin schwach ! Nein ich bin Stark sonst hätte ich das alles nicht überlebt ,den ganzen Wahnsinn.
      Ich fühle mich aber immer noch vom Schicksal bestraft . Besonders das ich diese Krankheit bekommen habe !

      • Peter Teuschel sagt:

        Liebe Caroline-Eve,
        Ihr Bericht liest sich wirklich außerordentlich belastend. Schön, dass Sie hergefunden haben. Ich nehme an, dass Sie bereits in einer unterstützenden Therapie sind oder waren?
        In jedem Fall herzlich willkommen hier!

        • Caroline -Eve sagt:

          Danke ! Ich werde mir heute das Buch kaufen ! Ich bin in keiner Therapie, aber ich wahr . Ich habe Freunde die mich begleiten so gut sie können. Von den anderen versuche ich mich zu verabschieden . Denn das sind solche die mich nieder machen .Ich bin froh hier her gefunden zu haben. Es gibt mir ein gutes Gefühl nicht mehr allein zu sein .!

      • Anneli sagt:

        Ich auch:Dialyse. Aber ich weiß, ich komme hier weg!

    • caroline eve sagt:

      Yes, black is beautyfull !!!

      • caroline eve sagt:

        ich will ihnen zu ihren wunderbaren Buch gratulieren . Ich habe jetzt erst vieles verstanden.
        Von meiner leiblichen Mutter habe ich mich ja schon lange los gesagt. Sie ist so voller Hass gegen mich .
        Ich war mir nicht bewusst ,das ich im tiefsten Inneren auf Verzeihung von ihr gewartet habe!
        Jetzt weis ich das es nie Niemals passieren wird ………

        • Peter Teuschel sagt:

          Vielen Dank!
          Es freut mich sehr, dass Sie sich darin wiedergefunden haben.

          • caroline eve sagt:

            Ich bin ganz aufgewühlt .Meine Cousine war heute nach 10 Jahren zu besuch . Sie hat mir heute erzählt das sie und ihre Mutter (meine Tante ) bei meiner leiblichen Mutter waren. Meine Mutter hätte unter Tränen meine wirkliche Herkunft gestanden .
            Sie wurde von 3 US Soldaten vergewaltigt. Deshalb konnte sie mich nicht lieben .
            Jetzt muss ich das wohl glauben. Denn so erklärt sich der Hass gegen mich . Denn wenn immer sie mich sieht wird sie an die schreckliche Tat erinnert .
            Ich wollte das bis heute nicht glauben . Ich bin die Tochter eines Vergewaltigers
            Ich kann nun meine leibliche Mutter verstehen und ihr vergeben.
            Ich wünsche mir jemanden der mich liebt ,trotzdem. Meine Kinder lieben mich das weis ich .
            Aber jetzt habe ich wieder ein schreckliches verlassenes einsames Gefühl in mir .Brauche grade unendlichen Trost . Wer will schon ein Kind eines Vergewaltigers sein .Es wäre wohl besser gewesen ich könnte an meinen Glauben an einen Vater festhalten der gewusst hätte das es mich gibt mich geliebt hätte.
            So nun muss ich dieser schrecklichen Wahrheit ins Auge schauen…………..

            • Peter Teuschel sagt:

              Eine sehr überraschende und belastende Erkenntnis. Ich denke auch, dass es Zeit braucht, das in den richtigen Lebenszusammenhang zu stellen und zu erkennen, dass diese Umstände Sie nicht weniger liebens-wert machen. Es ist jetzt wohl einiges neu zu „sortieren“ und zu bewerten, womit Sie ja bereits angefangen haben. Ich möchte Ihnen aber empfehlen, sich therapeutischen Beistand zu suchen, falls diese Thematik Sie alleine überfordert.
              Von meiner Seite erstmal die besten Wünsche für Sie!
              Peter Teuschel

            • Fresno31 sagt:

              Die Geschichte mit der Vergewaltigung liest sich fast so wie bei mir.Meine Mutter hat mir auch erzählt das Sie Vergwaltigt wurde.Nach dem Ich zum Xten gefragt habe wer und wie mein Vater heißt / ist.Da das Thema Vergewaltigung in meiner Selbshilfegruppe angesprochen wurde,erzählte ich das von meiner Mutter.Ich staunte nicht schlecht als einige das gleiche erzählten.Ein Mitglied dieser Gruppe hat dann erzählt das Er bei den Behörden ( Jugendamt,…) nachgeforscht ob es eine Akte über seine Mutter und … gibt..und ja, es gab eine….!!! Darauf hin, habe ich einen Antrag beim zuständigen Jugenamt gemacht auf Akteneinsicht. In der Akte stand nicht das was meine Mutter mir erzählt hat.!!!
              Vielleicht kannst du caroline eve versuchen /fragen ob es beim Jugenamt.,,,oder sonstige Behörde eine Akte von Dir gibt.
              Wenn Du privat schreiben möchtest teile es bitte mit.

              • caroline eve sagt:

                Ja, ich würde dir gerne privat schreiben .Weil ich einige Fragen an dich hätte z B Selbsthilfegruppe…… Gruß

    • Britta Hartmann sagt:

      Ich bin auch ein schwarzes Schaf. Ich habe es immer irgendwie gewusst, wollte es aber nie richtig wahrhaben. Ich habe immer gewusst, dass mit mir etwas nicht stimmt.
      Ich habe das Buch „Das schwarze Schaf“ gelesen. Erst habe ich mich nicht getraut, es zu lesen. Jetzt bin ich froh. Alles was dort steht, ist genauso, wie ich es empfinde! Jetzt weiß ich, wo ich ansetzen muss, damit es mir in Zukunft besser geht.
      Den Kontakt zu meinen Eltern habe ich erst mal auf Eis gelegt, ich weiß nicht, ob ich irgendwann wieder den Kontakt zulassen kann.
      Vielen Dank für das Buch!!!

      • Peter Teuschel sagt:

        Es freut mich, dass Sie das Buch für sich nutzen konnten. Über das „Trauen“ wurde hier ja schon diskutiert. Ein bisschen Mut scheint wirklich dazu zu gehören.

    • Kattery sagt:

      Hallo liebe Herde, ich möchte zu euch gehören. Meine ehemalige Familie, die mich ausgestoßen hat ist furchtbar. Es wurde alles erst offensichtlich, nachdem meine beiden Schutzschafe verstorben sind. Seitdem bin ich dran. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Es ist sehr sehr hart und ich hoffe, ihr gebt mir Geborgenheit und Beistand. Herdenschutz. Hallo Herr Teuschel, ich bin über Ihr Buch auf diesen Blog aufmerksam geworden. Viele Grüße

  2. Eva Graz sagt:

    herzliches willkommen, liebe anna, auf dieser herrlichen teuschel-weide!

  3. Mark sagt:

    Lange habe ich die Herde gesucht, die meine Farben trägt, den Geruch kennt, den Blick blickt. Ich war mir immer sicher, trotz allem, die lebt, irgendwo in einem saftigen Hochtal, erreichbar durch Furten, vesteckte Durchlässe und unwegsames Gelände, das eigentlich nur diejenigen mit dieser Gemeinsamkeit passieren können.
    Kann es wirklich sein, daß ich – wir uns nun als Herde finden und eine eigenständige Kraft als Gemeinschaft bilden!? Was für eine wunderbar spannende und befreiende Vorstellung.
    Wenn es darum geht, das „Weideland“ welches von der Tabu-Liga besetzt gehalten wird zu befreien, bin ich dabei. Dieses Forum ‚SchwarzeHerde‘ als Sammelort, mit dem Buch ‚SchwarzesSchaf‘ als Landkarte und Kompaß, können ein sehr schöner, kraftvoller und wirksamer Anfang sein.
    Hier stehe ich an der gleichen Position wie Martin Buber, „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
    Ich wünsche mir somit eine reale Weide der Schwarzen Schafe, auf der wir uns begegnen und durch Austausch stärken können. Gibt es außerhalb der virtuellen Welt schon einen Schwarze Schafe Versammlungsort- Zeitpunkt? Wenn ja, würde ich gerne davon erfahren. Wenn noch nicht, möchte ich ihn hiermit gerne anregen.
    Herzlich
    Colateral Black Mark

    • blackbird sagt:

      dear colateral black mark!
      welcome!
      heart greetings
      blackbird

    • Peter Teuschel sagt:

      Schön, dass Sie hergefunden haben. So viele sind es noch nicht, aber es werden immer mehr.
      Die schwarze Herde ist im Moment noch ausschließlich ein Ort im Netz.

      • Mark sagt:

        Vielen Dank für die herzliche Begrüßung und das Willkommensein! Freue mich, bei der „Startherde“ dabei zu sein und mitzuerleben, wie hoffentlich noch viele schwarze Schafe herfinden. Das ist/wird richtig spannend. Ein kraftvoller Anfang! Herzliche Grüße an die schwarze Herde
        colateral black Mark

      • Frauke Lamberts sagt:

        Hallo Herr Teuschel! Ich würde mich gerne registrieren, jedoch sperrt sich Worldpress energisch dagegen, obwohl ich dort ein Kto eingerichtet habe. Gibt es einen anderen Weg in die Foren?? viele Grüße
        FL

        • Peter Teuschel sagt:

          Bitte versuchen Sie es noch einmal. Mit dem Captcha scheint etwas nicht in Ordnung gewesen zu sein. Sollte es immer noch nicht gehen, bitte kurze Info.
          Herzlich willkommen im Forum!
          Peter Teuschel

  4. Nora Johanna sagt:

    Nora Johanna

    Ich bin auch ein tiefschwarzes Schaf.
    Und sehr wertvoll.
    Ihr Buch ist sehr gut fundiert
    geschrieben.
    Hochachtung.

    Nora Johanna

  5. Martina U. sagt:

    Guten Tag, ich habe das Buch „Das schwarze Schaf“ innerhalb sehr kurzer Zeit gelesen.
    Es war das beste Buch seit Jahren. Bei uns leider sehr, sehr traurig und tragisch, das schwarze
    Schaf bin ich, aber noch schlimmer betroffen, mein Ehemann Uwe. Über Jahrzehnte wußten
    wir mit unserem „Doppelschmerz“ nicht wohin, obwohl wir ein Unternehmen führen, einfühlsam
    sind, stark sind, liebevoll zur „Familie“ sind usw. Sogar unsere geliebte Tochter, mittlerweile
    erwachsen mußte lange 28 Jahre das Leid empfinden, von zwei Omas und zwei Opas nicht
    geliebt und beschützt zu werden. Keine Lebensweisheiten, keine Gestik, keine verbale
    Kommunikation, keine Liebkosungen von seitens zweimal Großeltern!!!
    Vielen Dank für Ihre Kenntnisnahme. Wir möchten als kleine Familie mit liebevollen Umgang
    einfach raus aus diesem Wahnsinn! MfG Martina und Uwe U.

  6. Bindungslose sagt:

    Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und habe mich darin sehr wiedergefunden. Dachte auch, da hat einer aber ganz genau hingeguckt und vieles verstanden. Und: ich hatte zuerst Angst, dass das Buch gleich zu Ende ist und war dann richtig dankbar, dass es hierzu auch noch ein Forum gibt, denn in mir ist so vieles hochgekommen, was nun darauf wartet besprochen zu werden. Ich wünsch mir sehr, dass dies in dem Forum hier möglich ist. Das wäre schön !

  7. Bindungslose sagt:

    Wie schön, wenn man als Schwarzes Schaf willkommen ist ! Vielen Dank !

  8. Angelina sagt:

    Herzlich willkommen zu sein, ist wirklich mal ne ganz neue Erfahrung ;-). Wie schön! Und danke :-).

  9. Silvia sagt:

    Mein Gott, wenn der Sonntag schon mit Tränen anfängt…..
    Ich habe heute in der 7.Ausgabe unserer Tageszeitung einen Artikel gelesen über uns schwarze Schafe und bin beim Schlussatz schließlich in Tränen ausgesprochen (…W. bereut seinen Schlußstrich nicht. Ihn habe die die Sehnsucht nach Liebe und Verständnis gehalten. Ein Illusion. Ein Kampf, der nur verschleißt. Jeder in eine ähnlichen Situation sollte die Illusion ablegen und sich von Abhängigkeiten in der Familie lösen, um das Wertvollste zu retten, das es gibt: das eigene, wirklich erfüllende Leben und herzliche Leben ohne Schuldgefühle und Erniedrigung)
    Jedes Wort spricht mir aus der tiefsten Seele!
    Vielen Dank für die Adresse hier. Das Buch habe ich mir sofort bestellt.
    Es ist ein schönes Gefühl, gedanklich nach Hause zu kommen.

    Silvia

    • Peter Teuschel sagt:

      Dann erstmal herzlich willkommen! Die schwarze Herde soll ja wirklich ein (zumindest virtuelles „Zuhause“) für alle schwarzen Schafe sein.

  10. Petra sagt:

    Ich wurde auf auch das Buch durch die 7. Ausgabe aufmerksam gemacht und habe es sofort bestellt. Auf die Idee, das schwarze Schaf gewesen zu sein, bin ich nie gekommen; Viele Jahre dachte ich an Narzissmus, (kam vielleicht noch hinzu).
    Ich habe mich all die Jahre durch zig Bücher gelesen, auch Alice Miller „Du sollst es nicht merken“, „Das Drama des begabten Kindes“, „Wenn Frauen zu sehr lieben“ usw.
    Ich bin meinen Weg gegangen und hatte dann nur noch Mitleid mit meiner Mutter und sie konnte trotzdem weiterhin noch Kommen und Gehen wie sie wollte und mich weiterhin verletzen.Aber nicht mehr schlagen, welch eine „Errungenschaft“, da ich mit Volljährigkeit meine Brücken zu meiner „Heimatstadt“ abgebrochen habe.
    Selbst als glückliche Ehefrau und Mutter nannte sie mich öffentlich in unsrer Straße „Hausteufel und Straßenengel“ und meinen Mann, mit dem ich inzwischen 44 Jahre verheiratet bin, einen „Waschlappen“. Er hat sich das „gefallen“ lassen, weil er einen weiteren Streit vermeiden wollte; heute bereut er es.
    Meine Mutter hat mich für all ihre Probleme (Männergeschichten, beruflich) verantwortlich gemacht und ich war damals erst 12 Jahre alt.
    Und als ich ihr mit über 50 Jahren „gestanden“ habe, dass ich sie mit 16 Jahren umbringen wollte, lachte sie mich aus und meinte lapidarisch, „warum ich es denn nicht getan habe?“ … Ich entsetzt, „weil ich wegen 5 Jahre nicht mein Leben lang im Zuchthaus verbringen wollte“ … und sie lachte nochmals und meinte, wie „blöd ich doch gewesen sei … hätte ich sie umgebracht, wäre ich sie heute los und damals hätte das Jugendstrafgericht gegolten und ich hätte maximal 10 Jahre bekommen ….
    Mit viel Rückhalt meines Mannes, viel Fleiß und meinem Willen und auch Rückhalt im Bekanntenkreis kann ich heute sagen, dass ich mich inzwischen zu einem „bunten Schaf“ entwickelt habe und dankbar für mein Leben bin.
    Liebe Grüße Petra

    • Peter Teuschel sagt:

      Herzlich willkomen! Ich bin gespannt auf Ihre Anmerkungen zum Buch.

      • Petra sagt:

        Ich heule erst mal, weil ich „Willkommen“ bin.
        Die Rechnung vom Buch ist schon da, aber noch nicht das Buch.
        Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich zu Ihrem Buch wirklich viel sagen kann.
        Ich bin ein sogenanntes Kuckucksei … was ich aber erst mit 50 Jahren als „Leiche im Keller“ meiner Mutter erfahren habe … sie suchte mal wieder Streit … Meine beiden Töchter habe ich „ausfliegen“ lassen, was meiner Mutter nicht gepasst hat.
        Sie wollte Streit ….“gestand“ mir dann, dass mein „Vater“ für den sie für mich 18 Jahre lange Waisenrente bezogen hat, nicht mein „Vater“ sei.

        Ich sagte dann meiner Mutter, dass mir das egal sei, ich kenne weder den einen Mann noch den anderen Mann….
        Und meine Mutter war sauer und ist dann bei Nacht und Nebel wieder nach Hause gefahren … Aber Hallo,
        ich hatte mich aus der Opfer- Rolle schon lange befreit.

        Vielleicht kann ich anderen helfen?
        Zu meiner Person … Ich bin 68 Jahre all, war 25 Jahre als Steuerberater selbständig (mit Angestellten), bin seit 44 Jahren mit demselben Mann verheiratet, wir haben Kinder, Enkelkinder

        und kann noch heulen, weil ich „Willkommen“ bin.
        Gruß Petra

      • Petra sagt:

        Vielen Dank für das Buch! Sehr verständlich zu lesen und eigentlich auch umzusetzen. Ich habe mehr oder weniger alle Phasen durchgemacht und wusste nie „Warum“.
        Ich hatte eine tolle Familie (meine eigene kleine), meine Mutter konnte Kommen und Gehen, wie sie wollte, Hat sie mich mal wieder gebraucht, bin ich gerannt und mein Mann,,meine Kinder mussten darunter „leiden“, kurzer Anruf „ich muss zu meiner Mutter, sie liegt im Krankenhaus“ …. Eine glänzende Schauspielerin (sie ist 88 Jahre alt geworden).

        Herr Dr. Teuschel, ich könnte auch ein Buch schreiben, wie viele der „schwarzen Schafe“.

        Was mich heute noch belastet ist die Tatsache, dass meine Mutter mir eine Tochter „abgekauft“ hat (Geld bedeutete für meine Macht – immer schon)… und das früher mit meiner Waisenrente, dann mit ihrer Witwenrente, der Pension usw.)

        Und nachdem ich bei meiner Tochter (mit 4 Enkelkinder) auch mailte, bis hierher und nicht weiter … kam auch eine Antwort „Blut ist dicker als Wasser“ …

        Meine Tochter hat 4 Kinder … hat 5 oder 6 „Arbeitgeber“:Heimarbeit, Pflegestation, Pflegekinder … also sich alles erarbeitet und auch mit Zertifikaten, sie ist sehr beliebt und ist auch anerkannt … Sie hat nach der 11. Klasse das Gymnasium „geschmissen“, nachdem sie eine Lehrstelle hatte, auch mit Bravur beendet und dann wollte sie die Welt kennen lernen … mit allen Facetten …

        Sie hat hier – für mich,nach Ihrem Buch, nun auch ein „schwarzes Schaf“ kennengelernt, der heute mein Schwiegersohn ist, mit dem sie 4 Kinder hat, Er beteiligt sich nicht in der Familie, geht seinen Weg, er sucht keine Nähe … Wie auch? Er hat „Familie“ in meinen Augen nie kennengelernt!

        Danke für Ihr Buch!
        Ihre Petra

        • Peter Teuschel sagt:

          Auch Ihnen ein herzliches Willkommen!
          „Ich könnte ein Buch schreiben …“ Glaube ich gerne, diese Bücher der schwarzen Schafe würden eine Bibliothek füllen.

  11. Fresno31 sagt:

    Herzlich Willkommen Petra, meine Cousine ( auch ein schwarzes Schaf ) ist auch der Meinung ,das ihre Mutter und meine Narzisstisch waren . Ich denke das trifft auch zu. Ich bin leider kein guter „Schreiber“, kann die die Dinge, die in meinem Kopf sind ,nicht gut in Worte umsetzen .Dann würde ich auch mehr schreiben.Vielen dank für dein Angebot zu helfen.

  12. Kiwi sagt:

    Hallo,
    auch ich habe in der Sonntagszeitung den Bericht gelesen und mich selbst wiedererkannt.
    Über 40 Jahre bin ich der Liebe und Anerkennung meiner Eltern hinterhergelaufen, obwohl ich seit meiner Kindheit immer wieder enttäuscht wurde. Sämtliche Versuche mit meiner Mutter darüber zu reden hat sie im Keim erstickt und die Schuldige bin immer ich. Das war immer so und wird immer so bleiben. Eltern, Schwestern und Verwandtschaft haben mich in diese Rolle gedrückt und nur ich kann an meiner Situation was ändern, indem ich mich auf meine eigene Familie konzentriere und den Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie auf das Minimum beschränke.
    Klar wurde mir das nach einer Familienaufstellung vor ca. 10 Jahren und im Beobachten wie meine Herkunftsverwandtschaft mit meinen Kindern umgeht. Das war damals ein Dejavu, als mein Vater genauso schroff und ungerecht mit meinem damals 3-jährigen Sohn umsprang wie mit mir. Damals habe ich gedroht, nie wieder das Haus zu betreten, sollte ihm einmal die Hand gegen meine Kinder ausrutschen. Kind war ihm zu frech und er drohte ihm. Seitdem redet er nur das Nötigste (Grüß Gott und Ade) mit mir. Er wollte immer Söhne haben und bekam 3 Töchter. Ich bin die Älteste, die Widerspenstige, Aufmüpfige die sich alles erkämpfen musst und regelmäßge Schläge in Kauf nahm, die übrigens nur ich abbekam. Die anderen schauten stumm zu und waren wahrscheinlich froh, verschont zu bleiben. Danach bekam ich dauernd von meiner Mutter Vorwürfe, ich soll doch nachgeben und machen was mein Vater sagt, ich sei frech und schwer erziehbar. Würde ich gehorchen und folgen, würde er mich auch nicht schlagen, war der Rat meiner Mutter und meiner Schwestern. Er war und ist der Bestimmer und alle kuschten, bis auf mich. Vor Jahren sagte mir meine Mutter dazu: Vater und du, ihr beide, ihr konntet euch noch nie leiden. Damals war ich schon erwachsen. Als Kind bekam ich zu hören, klar haben wir euch lieb, du musst halt nur gehorchen.
    Ich wurde in die falsche Familie hineingeboren und dachte als Kind oft, ich bin bestimmt adoptiert, zumal wir 3 Schwestern uns nicht ähnlich sind.
    Meine Eltern und die Schwestern haben zueinander ein gutes Verhältnis. Wenn die Jüngste aus Spanien zu Besuch kommt finden Familentreffen statt, im September reisen alle nach Madrid um den ankommenden Enkelsohn zu bestaunen. Ich bekomme es so am Rande mit. An Weihnachten, Ostern, Geburtstagen wird meine Familie auch eingeladen, ansonsten nicht.
    Mir tut es leid für meine Kinder, die mit ihren Cousins und Cousinen und den Großeltern keinen großen Kontakt haben. Aber die sind leider auch mit mir ausgegrenzt, das betrifft auch die nächste Generation.

  13. Hartwig Kuske sagt:

    Ich fühle mich nicht als schwarzes Schaf, obwohl ich Daniela im gestrigen Radiobeitrag sehr gut verstehe und freue mich, dass Sie sich mit Unterstützung aus dem emotionellen Sumpf befreien konnte. Als Sie von Schlägen sprach und von der Option nichts aus der Familie weiterzusagen, war ich wieder voll in der Vergangenheit. Meine Situation wurde mit einer „Festungsneurose“ bezeichnet. Ich bin jetzt 63 Jahre und fühle mich durch eine wunderbare Beziehung (ca. 2 1/2 Jahre) in die Lage versetzt eine „Neue Chance“ wahrzunehmen, mein Leben, mich selbst und andere zu respektieren und zu lernen zu akzeptieren. Auch ich suchte eine Verhaltenstherapeutin auf, die mich 9Jahre geduldig begleitete. Weiterhin half mir das Niederschreiben meiner Erlebnisse mit meiner Erkrankung und Therapien in eine Art Biografie „Rehabilitation von psychisch kranker Menschen – aus der Sicht eines Betroffenen“ von denen ich mehr als 40 Exemplare verschenkte und eines für 1,00 € bei EBEY verkaufte. Aber letztlich hat mich die direkte Kommunikation mit meiner Partnerin weitergeholfen. Ich hoffe, wenn der Weg auch langwierig scheint, dass Viele in unserer Lage neue, heilsame Wege finden können und wünsche viel Erfolg bei der Suche.

  14. ILKA sagt:

    Hallo ,
    erst einmal DANKE für diese Seite und das Buch.Es ist schon erschreckend,wie viele doch betroffen sind.Und wenn ich den Beitrag von KIWI und auch Petra lese, erlebe ich mich noch einmal,habe das Gefühl,das kenne ich.Auf der anderen Seite gibt es mir aber das Gefühl,doch „normal“ zu sein und ich kann mir vorstellen,daß es vielen so geht.
    Ja,den Gedanken,ein Buch zu schreiben,habe ich schon viele Jahre,aber die inneren Blockaden,von Wegen,“Blut ist dicker als Wasser“,ließen mich nie vorwärts kommen.
    Ich glaube,daß es mal ganz interessant wäre,alle Geschichten aufzuschreiben und auch zu veröffentlichen.Warum? Nun,vielleicht ist ein Miteinander unter den menschen dann einfacher ( meinte jetzt nicht die Familie),wenn man die Hintergründe der betroffenen kennt und so vielleicht auch etwas mehr Emphatie entstehen kann.
    LG und vielen Dank für das Buch

  15. rosiwita sagt:

    Hallo Määäh, ich möchte auch zu eurer Herde dazu gehören. Ich bin schwarz und meine Herkunftsfamilie ist so eine exklusive besondere Gemeinschaft, bestehend aus lauter Schafen, mit bester weisser Qualitätswolle. Da bin ich unwürdig,zu den besonderen Weissen, dazu zu gehören, deshalb habe ich keinen Konntakt zu meiner ganzen hoch begabten, ehrenwerten Familie. Ich habe mit grossem Interesse eure Berichte gelesen. Ihr habt meine Anerkennung verdient. Ein grosses MMääh, für euch alle. Ich glaube mit euch kann man viel Spass haben. Und vor allem bin ich, da ich ja auch schwarz bin wie ihr, nicht määähhh unwürdig, sondern endlich eine Gleichgestellte. Eine grosse Sehnsucht, würde sich für mich erfüllen, wenn ich euch mit meiner Anwesenheit eine Freude machen könnte.
    Diese Zeilen schreibe ich mit einem breitem Grinsen, und mit grosser Dankbarkeit für die schöne Weide. Zur Zeit mache ich eine Psychotherapie und so habe ich gelernt, nicht nur auf die vielen vermmäähten Geschichten in meinem Leben zu blicken. Ich lasse Weidegras darüber wachsen und sehe alles mit Abstand. Und jetzt kann ich vermäääht das ganze bittere Gras, welches ich in meinem Schafleben zu kauen hatte, sogar mit Humor belachen.
    Ich glaube wir Schwarzen sind etwas Besonderes. Wir haben eine grosse Sehnsucht danach, bedingungslos geliebt und angenommen zu sein. Diese Elternliebe war in meinem und eurem Leben, ein leckeres Gras, welches in unerklimmbaren Hügeln lag, verborgen hiner dichtem Nebel. Um so dankbarer bin ich, für meine Beziehung mit meinem Partner der hinter mir steht und meiner lieben Kinder. Es ist ein Wunder aber Wahr, wenn ich euch sage: Wenn man Grasweiden für Andere verschenkt bekommt man um so mehr saftige Wiesen zurück. Das wissen wohl manche weissen Schafe nicht und gehen deshalb sehr sparsam mit ihrem Gras um. Darüber können wir nur lachen, umso mehr stärkt es mich, wenn ich die Gelegenheit nutzen kann, anderen Schafen zu zeigen, wie sehr ich sie mag. Ich wünsche euch allen mit Gelassenheit und Mut eure Freundschaften zu Pflegen und neue Freundschaften und Beziehungen entstehen zu lassen. So, nun habe ich mich auf eurer Weide satt gefressen, Tschüss.

  16. Conny sagt:

    Hallo Rosiwita,

    das, was Du von Dir erzählst, ist offensichtlich schon eine „Aussöhnung“ mit Deinem Schicksal. Hört sich gut an, Ich wünschte, ich wäre schon so weit, aber noch kämpfe ich. Außerdem meine Frage: Hast Du Dich für heute satt gefressen oder für dauerhaft?

  17. rosiwita sagt:

    Hallo Conny,
    DANKE für deine Antwort an mich! So richtig satt werde ich mein Leben lang nicht sein. Immer suche ich nach Möglichkeiten um die Lücken in meinem Herzen zu füllen. Gerade zu mit brennender Aufmerksamkeit und Anteilnahme lese ich die vielen Kommentare anderer Schwarzen Schafe. Aber ich kann von mir behaupten, dass mich meine eigenen Geschichten nicht mehr so traurig machen und wütend. Das habe ich mit der Hilfe meiner Therapie ge-Schaf-ft. Ich habe in meiner Vergangenheit so niederschmetternd bitteres Gras bekommen, dass ich mich geweigert habe überhaubt Etwas zu essen. (bitteres Gras -Demütigungen, gutes Gras – Wertschätzung) Der Hunger hat mir geholfen meinen Seelenschmerz zu vergessen. Einsamkeit, Gewichtsverlusst. Schlafstörungen, Schuldgefühle, Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Ängste und Gedankenkreisen haben mich in Schüben begleitet. Kennst du die Gefühle? So als würde man neben sich stehen?
    Kraft für andere Hobbys oder Interessen die nichts mit meinem Problem zu tun hatten, hatte ich in meiner Kindheit und Jugend kaum. Auch fehlte mir das Selbstbewusstsein mich auf Freundschaften gelassen ein zu lassen. Meine Mutter stellte nur mit grosser Unzufriedenheit fest, wie traurig ich sei.
    Jetzt habe ich mich wieder selbst dabei erwischt, in meiner Vergangenheit zu graben.
    Heute habe ich zwei Kinder im Kleinkindalter, und einen Partner. Ich muss mit Verwunderung feststellen, dass in meiner Beziehung offen über Gefühle (Ängste, Wünsche oder auch Wut) gesprochen werden darf. Zudem hat jeder seinen Freiraum, und Entscheidungen treffen wir gemeinsam. Abwertung darf es nicht geben in einer Liebesbeziehung. Wir haben beide viel an uns arbeiten müssen in unserer Partnerschaft. Der Anfang unserer Liebesbeziehung war oft dramatisch, doch so eine Therapie wirkt Wunder und hilft, auch bei der Erziehung unserer gemeinsamen Kinder.
    Eine Therapie habe ich erst begonnen als mein grösseres Kind im Kindergarten Probleme mit anderen Kindern und den Erzieherinen hatte. Die Erzieherin meinte zu mir, „bei Ihrem Kind erkennt man nie was es fühlt. Wenn ich schimpfe ist es nicht wütend und Freude zeigt es kaum“, wunderte sich die Pädagogin. Ich habe in diesem Kleinen, das Spiegelbild meiner Kindheit gesehen. Ratlos und die Schuld beim Kind suchend brachte ich es zum Kinderarzt. Erst bei der anschliessenden Therapie für mein Kind und der Elternarbeit wurde ich erst Aufmerksam. Mein Kind spürte mit den feinen Kinderantennen, dass ich schlechte Gefühle hatte, die ich (ohne es zu wollen) in meiner Erziehung niedergeschlagen haben.
    Ich denke, wenn ich meine Einflüsse sehen konnte, und an dem Problem arbeiten wollte, so könnten das viele Eltern von Schwarzen Schafen auch. Das muss aber von ihnen selber kommen. Mit Zwang geht das nicht.
    Ich habe meiner Herkunftsfamilie vorgeschlagen eine Familientherapie zu machen. Ihr könnt euch denken wie die reagiert haben. „Wir (weissen Schafe) wissen alles besser. Wir können alles besser. Wenn eine krank ist dan DU. Du bildest dir ein, wir würden dich mobben. Wir haben immer alles richtig gemacht.“ Irgendwie kann ich die Reaktion auch verstehen. Schliesslich bin ich auch erst zum Arzt gegangen, unter dem Vorwand, mit meinem Kind stimme was nicht. Ich habe nur einen letzten Versuch gemacht den Schlüssel zu den Herzen meiner Eltern zu suchen und es gewagt diesen Vorschlag zu machen. Bevor ich den Bruch zu ihnen durchzog. Meine Therapeutin hatte mich stark gemacht und jetzt gehe ich nie mehr auf die Weide der Weissen zum Schutz für das Wohl meiner Beziehung, Kinder und mich.
    Conny, du hast es auch so gemacht. Ich meine, du hast dich abgewendet von dem der dich nicht richtig liebt. Wie geht es dir jetzt damit?

  18. Conny sagt:

    Hallo rosiwita,

    ich freu mich über Deine Antwort. Mit meiner Entscheidung zu gehen lag ich völlig richtig. Allein, ich bin ohne meine Söhne gegangen (die sind aber bereits erwachsen bzw. beinahe gewesen) und ich hab sie gefragt, ob sie mitgehen wollen, was sie nicht wollten. Mit meinem Leben bin ich sehr zufrieden so, ein Partner wäre schön, mit dem ich, so wie Du, alles besprechen könnte. Der Weg bis dahin wäre sicher steinig, ich kenn das ja schon, weil in meiner Beziehung zu meinem Ex-Mann ich versuchte, genau wie Du, eine Therapie zu machen, die er mit der Bemerkung boykottierte: „Ich bin doch nicht verrückt. Mir fehlt nix. Du funktionierst nicht wie gewünscht, also gehörst Du dahin.“ Den Satz kenn ich gut. Beziehung ist harte Arbeit, richtig harte Arbeit, aber es gehören zwei dazu, die dran arbeiten, nicht einer. Familienbeziehung ist auch harte Arbeit. Mit meiner Herkunftsfamilie hab ich nicht mehr so viel Kontakt, meine Geschwister sind in alle Winde verstreut, aber mit ihnen hab ich mich versöhnt, genauso wie mit meiner Mutter. Mit dem Vater meiner Kinder werde ich mich wohl nie versöhnen, schließlich hab ich mich abgerackert und mehrere Partner-Therapien allein angefangen, die er nicht mitgemacht hat. Egal. Ich würde mich gern sattessen auf einer Weide, hier passiert mir das immer mal wieder, aber kurze Zeit später hab ich wieder Hunger, der vergeht wohl nie, solange ich nur atme und mein Herz schlägt, gern sattfuttern. Wichtig ist das Verhältnis zu meinen Jungs, das gut ist. Ich seh sie regelmäßig und freu mich an und mit ihnen, das ist toll und wichtig. Außerdem seh ich, wie sie ihren Weg gehen und der sieht gut aus, so viel falsch kann ich also mit ihnen nicht gemacht haben. Dass Du mit Deinem Kind zum Arzt gegangen bist, war auch richtig, es hat Dir die Augen geöffnet, das hilft schonmal viel, ein erster Schritt nach vorn. Aber ich glaub, das ist das Besondere an uns Schwarzen Schafen: wir haben solche Antennen, wir sind, wie Du sagst, feiner gestrickt, deshalb auch schwarz, damit uns der Wahn des Lebens nicht die Haut verbrennt. Das können nur wenige, deshalb halt immer mal wieder ein Schwarzes Schäfle drunter….

  19. rosiwita sagt:

    Hallo Conny,
    es macht Spass dich kennen zu lernen. Danke für dein Lob, ich bin froh dass mir mal ein Mensch sagt, dass ich es richtig gemacht habe mit meinem Sohn. Es berührt mich, wenn man von Unbekannten mehr Wertschätzende Worte bekommt als von der eigenen Herkunftsfamilie. Nicht nur jetzt von dir sondern auch anders wo.

    Hast du den Wunsch, deine Herkunftsschafe sollten mal mitkriegen und sehen wie die Anderen, mit dir Schwarzem Schaf umgehen? Ich, Schwarzes Schaf wurd nur in der eigenen Herkunftsschafherde (Wenn man die Probleme mit Mitschülern die mich wegen meiner Unsicherheit nicht mochten, weg rechnet) schlecht gemacht. Es ist mir schwer gefallen verschiedene Rollen zu spielen, die mir zugesprochen wurden. Hier musste ich die Aussenseiterin sein, da wieder die Erziehungsberechtigte die mit ihren Entscheidungen und Ideen ernst genommen wird, im Kindergarten oder Verein. Hier die Tochter die nichts Richtig macht, da die Liebe die bewundert wird. Da fühlt man sich als sei man nicht ein Mensch mit einem Gesicht. Mir kam es so vor als ob ich nicht mein Leben lebe.

    Auch war ich damit beschäftigt, vor meinem Partner zu verbergen welche Rolle ich in der Herkunftsfamilie spielen muss. Ich dachte, wenn er erkennt, dass ich da Klein gehalten werde, so wird er mich auch nie Ernst nehmen und mich auch schlecht machen oder nicht wertvoll finden. Bis ich Vertrauen hatte und gesehen habe, dass er zu mir haltet. Wenn mein Partner und ich streiten, dann ist das auch anders als mit meiner Mutter, Vater oder Geschwistern. Mein Freund und ich streiten um Bedürfnisse (Wer Ruhe braucht, und wer sich um keine Ahnung was kümmern soll, und um Wünsche) Meine Herkunftsschafe verstehen nicht, dass es bei mir um Bedürfnisse geht. Da geht es immer nur um Schuld und so wird man nicht ernst genommen von den Eltern sondern abgewertet. Oder man wud emozional erpresst, mit Sätzen wie z.B. „Du bringst mich ins Grab.“ Um da raus zu kommen, und das zu erkennen, braucht es eine Therapie für meine Herkunftsschafe. Ich selbst hab schon eine Therapie, bei der ich viel gelernt hab.

    Früher habe ich nicht meine Bedürfnisse erkannt. Wenn man in der Kindheit immer die Sehnsucht nach Wertschätzung verdrengen muss, weiss man gar nicht das es sie gibt. So konnte ich auch nicht wissen, was mein Kind braucht und mein Partner. Ich glaube da gab es ein Missverständnis. Mein Freund und ich haben keine Paartherapie gemacht. Ich hab die Therapie für mich gemacht. Aber durch das Wissen, was ich da gelernt habe und in der Beziehung umgesetzt habe, ist er ein gelassener Mensch geworden und lieber.
    Es ist schwer das richtige Verhalten zu lernen, wenn man es nicht von der Familie vor gelebt bekam.
    Du hast die Gabe Anerkennent über Andere zu sprechen, auch über deine Kinder. Warum frägst du dich selbst ob du Fehler bei deinen Kindern gemacht hast? So hab ich das interpretiert? Ich kann eine Sache erkennen die du Gut gemacht hast. Du gibst ihnen Wertschätzung, dafür dass deine Kinder so sind wie du sie beschreibst
    Wie fühlst du dich im Kreise deiner Herkunftsfamilie bei den seltenen Kontakten?
    Hast du DAS Buch gelesen von uns Schwarzen Määähs?

  20. Frida sagt:

    Ich bin froh, dass es ein Buch gibt, indem die Benachteiligung und die Ausgrenzung aus der Familie zum Thema gemacht wird. Es ist eine Erleichterung und eine Bestätigung zugleich, die Beschreibungen und persönlichen Berichte darin zu lesen. Vieles kann ich aus eigener Erfahrung nachfühlen und es hilft, wenn man merkt, nicht alleine mit einem solchen Schicksal zu sein.
    Ich habe in meiner Kindheit immer versucht, so viel Zeit wie möglich außerhalb meines Elternhauses zu verbringen. Bei meinen Freundinnen hatte ich das Glück, von deren Müttern an Feiertagen, Wochenenden und manchen Nachmittagen geduldet zu werden. Ich war in mehreren Sportvereinen und suchte mir immer Beschäftigungen und Tätigkeiten, sowie kleine Ferienjobs, die es mir ermöglichten, meinem Elternhaus für wenige Stunden zu entkommen. In den Sportvereinen fühlte ich mich nicht ausgegrenzt und habe viele gute Erfahrungen mit anderen Menschen machen können. Bei einer der Mütter bedankte ich mich als Erwachsene dafür, dass sie mich so oft bei ihrer Tochter Zeit hat verbringen lassen. Sie war erstaunt und freute sich über meine Worte, sie war sich dessen nicht bewusst, wie sehr sie mir damit half. Solche und ähnlich gute Erfahrungen haben mir als Kind (und schwarzes Schaf) immer wieder Hoffnung gemacht.

    • maro sagt:

      Hallo Frida,
      über das (Fach-)Buch, in dem die Problematik „Schwarzes Schaf“ offen und seriös behandelt wird, bin ich auch wirklich froh. Ich habe das Buch erst angefangen zu lesen. Über die Berichte darin finde ich einen Teil meiner gemachten Erfahrungen wieder. Ich finde es sehr erleichternd zu wissen nicht allein zu sein.
      In meiner Kindheit wollte ich immer von zu Hause weg, deshalb hatte ich auch einer Kinderkur zugesagt, als ich damals gefragt wurde. Da wir, meine Geschwister und ich, alle sehr isoliert (obwohl zusammen lebend) aufwuchsen, beschäftigte ich mich mit mir allein und lebte in meiner eigenen Welt, die mir half den Alltag so gut es ging zu bestehen. Als Linkshänderin war ich bereits anders als der Rest meiner Familie. Das Anders-sein zeigte sich u.a. auch darin, dass ich normal reagierte. Ich empfand z.B. Trauer und weinte bei traurigen Vorfällen. Meine „Art“ wurde kritisiert und die Ausgrenzung blieb. Ich habe auch meinen Weg genommen und heute weiss ich, dass sich Menschen in meiner Gesellschaft wohlfühlen.

      • Frida sagt:

        Hallo Maro,
        was Sie beschreiben ist das harte Schicksal aller Menschen, die in der eigenen Familie ihr Dasein als schwarze Schafe fristen müssen. Dort erfahren sie oft Feindseligkeit und müssen damit fertig werden, dass ihnen ihre Fähigkeiten, Charaktereigenschaften, und wie in Ihrem Fall sogar ihre angeborene Linkshändigkeit, als eine „Schwäche“ oder „Merkwürdigkeit“ oder „Anderssein“ oder gar als eine „Unart“ ausgelegt bzw. kritisiert und durch erneute Ausgrenzung „bestraft“ wurden. Das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Habe ich einem anderen Menschen Unrecht getan, dann schämte ich mich dafür und habe mich immer dafür entschuldigt, meine Schamgefühle dergleichen getan zu haben, haben mich immer dazu veranlasst, Wiedergutmachung zu leisten. Für solche Bemühungen und meine Entschuldigungen wurde ich in meinem Elternhaus immer verächtlich gemacht. Meine Geschwister nannten mich „das Sonntagskind das manchmal spinnt“ (weil ich an einem Sonntag geboren wurde). Sie äfften meinen Tonfall, meine Worte, meine Mimik und Gestik nach wenn ich mich schämte und für etwas entschuldigte. In meinem Elternhaus entschuldigte sich niemand für etwas und das wirkte dann „komisch“ und „merkwürdig“ in ihren Augen. Außerhalb meines Elternhauses schlug mir viel weniger Feindseligkeit entgegen und die Menschen bei denen ich mich entschuldigt und Wiedergutmachung für das Unrecht was ich ihnen getan hatte, geleistet habe, reagierten viel positiver auf meine Bemühungen und manche freuten sich sogar über meine Reue.
        Solche und ähnlich gute Erfahrung haben mir gezeigt, dass ich auch trotz meiner Fehler von anderen
        Menschen anerkannt und geschätzt werden kann. Ich glaubte nämlich immer perfekt und fehlerlos sein zu müssen, das wurde mir immer so in meinem Elternhaus signalisiert, wo alle außer mir, perfekt und fehlerlos waren. Ich kann verstehen, dass Sie erst heute von sich glauben und sagen können, dass sie eine angenehme Gesellschaft für andere Menschen sein können und Sie haben sich das verdient, das endlich von sich zu wissen. Ihre Antwort vermittelte mir den Eindruck, dass Sie ein Mensch mit einem angenehmen Wesen und auch sehr empathisch sind. Leider wurden diese Eigenschaften an Ihnen in Ihrem Elternhaus und von ihren Geschwistern wahrscheinlich nicht geschätzt, aber das heißt nicht, dass andere Menschen diese Eigenschaften an Ihnen nicht schätzen können und Sie das nicht verdienen würden.

        • maro sagt:

          Hallo Frida,

          meine Linkshändigkeit war etwas Merkwürdiges, Seltsames und Befremdliches für meine Familie. Es wurde als Handicap, bzw. genetischer Fehler gesehen. Ich hatte damals den Eindruck, dass dieser vermeintlich genetische Fehler einen Schatten auf die Familie wirft. Ich war nicht so wie die anderen und das kam ungut in meiner Familie an. Eine Umtrainierung auf Rechts wurde versucht. In dieser Zeit schrieb ich schlechte Noten beim Diktat in Deutsch. Ich kam nicht mehr mit. Es war wie wenn man jemanden Knüppel zwischen die Beine wirft und dann sagt, dass er richtig gehen soll. Den guten Noten zuliebe wurde die Umtrainierung beendet und ich durfte wieder links schreiben. Zum Glück!!
          Dass Sie in Ihrer Familie lächerlich gemacht wurden, tut mir sehr Leid. Das ist traurig und zeugt nicht von einem gesunden Selbstwertgefühl seitens Ihrer Familie. Diese Art des Umgangs zeigt nichts Liebenswertes. Es hinterlässt den Eindruck einer ungesunden, feindlichen Familiendynamik.
          Meine Empathie ist ein komplexeres Thema an sich. Einzelheiten würden hier zu weit führen. Aber soviel kann ich kurz mitteilen, dass meine Empathie „dienlich“ war. Auf der anderen Seite wurde dieser sensible Teil verachtet. So wurde z.B. auf die Verletzlichkeit, meine Bedürfnisse nicht eingegangen. Ich war mit meiner Hochsensibilität unverstanden geblieben, es wurde ihr entgegengewirkt. Gründe dafür gibt es mehrere. Ich denke, es war für meine Familie im wahrsten Sinne des Wortes un-be-greif-lich, aber auch unerwünscht, da ich als Einzige so aus der Reihe fiel. Das durfte nicht sein. Das Dritte-Reich-Prinzip „alle Menschen haben gleich zu sein“ ist das menschenverachtende Gegenstück zur Erkenntnis der Individualität jedes Menschen. Somit war ich mit meiner „Art“ u.a. ein Ärgernis, weil ich in diese Form nicht passte. Damit war vor allem meine Mutter überfordert. Dies ist nur ein Aspekt. Die Erziehung im Dritten Reich mit seinen Folgen ist ein Thema schon für sich allein. Meine Ausführungen sind keine Entschuldigung für das Verhalten meiner Familie. Aber es ist eine Erklärung. Mit dem notwendigen Abstand sehe ich meine meine Eltern und meine Geschwister in ihren jeweiligen Verletzungen und Erkrankungen. Der Krieg hat(te) folgenschwere Auswirkungen auf die Kriegsgeneration. Es gibt unglaublich viele Kriegsgeschädigte, die erkrankt sind/waren und keine Behandlung hatten, bzw. wahrgenommen haben. Das hat fatale Auswirkungen auf die Kinder dieser Kriegseltern. Es findet somit eine „Vererbung auf nachfolgende Generationen“ statt. Inzwischen wurde dieses Tabu „Folgen für die Kinder der Kriegseltern“ angesprochen. Das Öffnen dieses Tabus tut gut.

          Maro

          • Frida sagt:

            Hallo Maro,
            ich bin sehr froh, dass es Ihnen möglich war, sich Ihre Linkshändigkeit bewahren und von sich selbst wissen zu können, dass Sie eine Linkshänderin sind. Es ist grausam, einen linkshändigen Menschen wie Sie auf die rechte Hand umschulen zu wollen und die damit verbundenen Folgen (ganz zu schweigen von dem damit verbundenen Leid) haben Sie sofort am eigenen Leib erfahren müssen und beschrieben. Es gibt viele Menschen, die mit brachialen Methoden auf die rechte Hand umgeschult wurden und ein Leben lang unter den Folgen leiden (beschrieben wird das in dem Buch: “Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn“ von Johanna Barbara Sattler). Es ist eine dem Kind (und späteren Erwachsenen) aufgezwungene Behinderung, die Folgen behindern den erwachsenen Menschen dann ein Leben lang. Es gibt nicht wenige Menschen, die das haben erleben und aus ihrem Bewusstsein verdrängen oder haben abspalten müssen. Als Erwachsene sind sie sich der Tatsache Linkshänder/ Linkshänderin zu sein nicht mehr bewusst, manche stottern, haben Lese- und Rechtschreibschwächen, die heute als Folgen der sogenannten „Umschulung“ weithin bekannt und auch anerkannt sind. Das damit verbundene Leid für die betroffenen Menschen ist riesig, vor allem deshalb, weil ihnen die Ursachen ihrer Probleme (Stottern, Lese- Rechtschreibschwächen, Verdrehen von Zahlen und Buchstaben und vieles mehr) verborgen bleiben. Um das zu wissen ist das Wissen, das sie Linkshänder/Linkshänderinnen sind (und von Geburt an waren), nötig und genau auf dieses Wissen haben sie durch die Verdrängung oder Abspaltung keinen Zugriff mehr, dass macht es so grausam und qualvoll für die Betroffenen.
            Ich bin auch froh darüber, dass es noch Menschen wie Sie gibt, die empathisch, also mitfühlend sein können.
            Das ist etwas, was die Gesellschaft bitter nötig hat, denn es gibt immer weniger Menschen wie Sie, die in der Lage sind, Mitgefühl empfinden und auch ausdrücken zu können. Mitgefühl ist die Schranke gegen die Unmenschlichkeit und das Mitgefühl ist auch etwas, was immer mehr aus dieser Gesellschaft verschwindet, die somit zunehmend unmenschlicher wird. Ihre Fähigkeit, hochsensibel und emphatisch zu sein, ist es, die unsere Gesellschaft menschlicher macht, auch dann, wenn ihre Fähigkeit von vielen (sogar Menschen in ihrer eigenen Familie) als unerwünscht oder gar unbegreiflich wahrgenommen wird. In seinem Buch „Vom Verlust des Mitgefühls“ beschreibt der Autor Arno Gruen die Folgen für unsere Gesellschaft, die auch Sie erfahren haben. Wir sind als Menschen verletzlich und werden das auch immer bleiben und es ist genau diese Verletzlichkeit, die so verachtet wird, wie Sie das auch erfahren haben. Er beschreibt wie wichtig und wertvoll die Menschen sind, die noch Mitgefühl empfinden und somit auch menschlich (und verletzlich) sein können. Sie sind wertvoll für die Gesellschaft, weil sie diese menschlicher und somit auch lebenswerter machen und daher verdienen sie auch Wertschätzung. Das wird leider oft übersehen.

            • maro sagt:

              Liebe Frida,

              vielen Dank für Ihre ausführlichen Worte.
              Sie haben das Mitgefühl und die Folgen des Umtrainierens von links auf rechts gut beschrieben. Leider habe ich die Erfahrung der Ablehnung, Ignoranz und Aggression gegen meine Sensibilität auch in der allgemeinen Gesellschaft gemacht, also im Arbeitsalltag und auch unter Bekannten und damaligen Freunden. Es gibt aus meiner Erfahrung heraus nicht viele Menschen, die besonders sensibel sind. Nicht zu verwechseln mit Empfindlichkeit. Im Arbeitsalltag habe ich Kollegen, die sehr „robust“ agieren und in diesem Sinne durch die Welt gehen. Kurz gesagt: „Grobmaschig“ (ohne das kränkend meinen zu wollen). Sie müssen sich vermutlich nicht so mit Konflikten zwischenmenschlicher Art plagen, weil ihnen mehr „entgeht“. Das macht es für sie einfacher, aber auch erlebnisärmer hinsichtlich emotionaler Erlebnisfähigkeit, wenn man das mal so nennen darf. Ich gehöre zu den „Feinmaschigeren“. Mir entgehen nicht so viele „kleine“ Dinge, die sehr bedeutsam sind im zwischenmenschlichen Bereich. Wenn ich sie angesprochen hatte, folgten Entwertungen, Ablehnungen oder sogar „Explosionen“ und damit will sich nicht jedes Gegenüber auseinandersetzen. Ich bin inzwischen zurückhaltender geworden. Es gibt ein paar wenige Menschen, die mir gesagt haben, dass mir wohl nichts entgeht, bzw. ich eine sehr feine Wahrnehmung habe. Sie waren bereit anzunehmen, bzw. waren offen. Das hatte mir sehr geholfen, weil eine KORREKTE Spiegelung stattfand. Hochsensibilität hat auch Nachteile. Die Auseinandersetzung ist differenzierter und damit anstrengender. Das will nicht jeder Mensch. Vielleicht empfinden es andere als bedrohlich und wollen deshalb keine konstruktive Auseinandersetzung. (Das Wort „Auseinandersetzung“ ist konstruktiv zu verstehen und hat keine negative Bedeutung).

              Danke auch für den Verweis auf Arno Gruen. Ich mag seine Art zu schreiben sehr. Es ist so treffend!

              Alles Gute!
              maro

  21. Hügel sagt:

    Ich habe eine Frage.Ab wann ist das Forum wieder erreichbar? Oder liegt es an meinem PC,daß ich es nicht mehr öffnen kann ?

    • Peter Teuschel sagt:

      Es sollte wieder gehen. Schuld war ein Datenbankbackup, das jetzt aber abgeschlossen ist.
      Danke für den Hinweis!

  22. andi aha sagt:

    In der Horde der geliebten weißen Schafe ist man als schwarzes Schaf etwas Besonderes. Ist leider ein langer Weg dies zu verstehen

  23. Raphaela sagt:

    Hallo in die Schäfchenrunde, ja auch ich war Schwarzes Schaf. Lange Zeit in der Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter. Es hat sich hingezogen bis zu meinem 40. Lebensjahr. Ich habe sehr darunter gelitten und oft habe ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr getraut, dachte als Kind ich werde verrückt. Heute weiß ich, dass meine Mutter psychisch krank ist. Meine Mutter hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Mein egozentrischer Vater wollte seine Ruhe und hat sich von meiner Mutter gegen mich aufhetzen und manipulieren lassen. Meine kleine Schwester war froh, dass „der Kelch an ihr vorüber gegangen ist „, sie war in dem „brave Tochter Syndrom“ gefangen, angstvoll überangepasst und von den Eltern verwöhnt. Mir fällt zu „Familie“ nur ein Begriff ein: Einsamkeit

    Ich war ein Schwarzes Schaf und bin es nun nicht mehr. Im Gegenteil, meine Mutter biedert sich an, aber belügt mich weiterhin. Sie hat jetzt ein neues Schwarzes Schaf gefunden, jemand der nun als Sündenbock herhalten muss und dem sie das Leben jetzt richtig zur Hölle macht, so wie sie es mit mir als Kind getan hat – immer auf diejenigen die sich nicht wehren können: meinen rüstigen aber alten fast 90 jährigen Vater. Es regt sie auf, dass er immer noch lebt und Gesund ist. Sie macht auch meine Schwester, die ihren Vater sehr liebt, zur unfreiwilligen Komplizin, indem sie sie mit ihrem Liebhaber ständig besucht und offen ihr Liebesverhältnis auslebt und dabei Stillschweigen gegenüber mir und dem Vater verlangt. Meine Schwester belastet das sehr.
    Ich liebe meine Schwester und mein alter Vater tut mir leid. Einzige Lösung: weg von ihr. Er will aber auf seine alten Tage nicht ausziehen aus seinem Zuhause und seinem vertrauten Umfeld. Meine Mutter lebt in ihrer eigenen unverrückbaren Realität, ist Argumenten nicht zugänglich und dreht durch, wenn ihr eigenes Selbstbild Risse bekommen könnte.
    Hat jemand eine Idee, was man in der Situation am Besten tun kann?

    • Ilka sagt:

      Liebe Raphaela,
      beim Lesen Ihrer Geschichte überkam mich kurzzeitig das Gefühl,sie selber geschrieben zu haben,so unglaublich gleich sind die Erlebnisse.
      Narzisstische Mütter scheinen hier doch eine sehr große Rolle zu spielen.Wer unter ihnen aufgewachsen ist,wird wohl sein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben. Wenn man bei Google die Schlagwörter“Töchter narzisstischer Mütter“ eingibt,gelangt man zu einer sehr intensiven Seite über dieses Phänomen.
      Zu Ihrer Geschichte und auch Frage kann ich nur eines sagen,auch wenn es Sie vielleicht nicht beruhigt.
      Narzissten sind ja zu keinerlei Gefühlen fähig,da sie eigentlich selber in der Rolle des Kindes stecken geblieben sind.Da ich auch aus so einer Familie stamme,habe ich mir den Rat Peter Teuschels zu Herzen genommen und mal aus der Distanz,also ohne Gefühle,auf das Geschehen geschaut.Und plötzlich war die Mutter eigentlich nur ein bemitleidenswertes Geschöpf,nicht mehr so groß und mächtig,sondern einfach nur unreif und kindisch.
      Es ehrt Sie,daß Sie so ein emphatischer Mensch sind,aber sie können leider bei dieser Geschichte wenig ausrichten. Ihr Vater möchte sich nicht mehr verändern.Und er hätte es ja auch schon lange tun können.Schließlich ist er erwachsen.
      Und Ihre Schwester müsste selber sagen:“ Nein,nicht mehr mit mir“ und der Mutter die Türe weisen,es verbieten,daß diese Frau sie besucht.
      Jeder Mensch hat das Recht,Grenzen zu setzen und zu zeigen. Und Ihre Mutter ist nun mal nichts anderes als ein bockiges,unreifes Kind.
      Es ist Verschwendung,mit der Mutter zu reden.Lediglich Konsequenzen des Selbstschutzes helfen.Vielleicht schaffen sie drei,Vater ,Schwester und Sie,zusammenzuhalten und geschlossen „NEIN“ zu sagen.
      Ich wünsche Ihnen alles Liebe und viel Kraft.

      • Raphaela sagt:

        Liebe Ilka,

        ich danke Dir für Deine Antwort. Die genannte Seite habe ich gefunden und mir ist „die Kinnlade herunter gefallen“ es erscheinen oft stereotype Verhaltensmuster, die sich sogar in den Handlungen selbst gleichen wie ein Ei dem anderen. Du hast in den meisten Teilen, aber nicht in Allem Recht, ich fand meine Mutter schon als Kind kindisch und dumm. Bemitleidenswert finde ich sie jedoch nicht! Mein Vater ist ein alter Mann, geistig fit, aber je schwächer er wird, desto mehr hackt Mutter auf ihn ein. Narzissten haben eine feine Antenne für die Schwäche des Anderen und wie sie diese für sich ausnutzen können. Mit fast 90 hat er eben nicht mehr alle Möglichkeiten sich von ihr zu trennen. Wenn meine Schwester, mein Vater und ich, wir Drei gemeinsam NEIN sagen würden, dann würde Mutter vollkommen durchdrehen und ein Unglück würde geschehen. Das wollen wir alle nicht. Sie ist unberechenbar. Immerhin sind wir Drei untereinender im Gespräch und ich hoffe das gibt meine Vater und meiner Schwester etwas Halt. Ich weiß sonst keinen Rat.

        Und ja, es ist richtig: Leider wird man die „Mutter“ ein Leben lang nicht los. Es ist jedoch bemerkenswert, dass meiner Schwester und mir – obwohl wir beide unterschiedliche Rollen einnehmen mussten – das „ganz große Kotzen“ kommt, wenn wir nur an den Begriff „Familie“ denken und deshalb ohne Familie geblieben sind.

        Es ist eine gute Idee die Geschichten aufzuschreiben, um die seelische
        Versteinerung und Einsamkeit zu bekämpfen.

        Ganz liebe Grüße

        • Ilka sagt:

          Liebe Raphaela,
          das hört sich leider alles sehr traurig und schrecklich an.Das Schlimme ist,daß die Mutter anscheinend genau weiß,welche Ängste ihr habt.Und dadurch an der Macht ist.
          Was könnte denn schlimmstenfalls passieren,wenn es zu einem NEIN kommt?.
          Ich habe Angst als etwas kennengelernt,was oft nur in meinem Kopf war. Und dadurch auch lähmend.
          Dieses bewußte Kleingehalten werden,um ja nicht größer und stärker zu werden,scheint ein verbreitetes Mittel von Familien mit schwarzen Schafen zu sein.
          Wenn ich aber hier die Berichte lese,lese ich starke Frauen und Männer. Außergewöhnliche Persönlichkeiten,welche nicht an der Oberfläche plätschern sondern,gerade auf Grund ihrer unfreiwilligen Rolle als „schwarzes Schaf“, sozial und sehr emphatisch sind.
          Ich selber habe auch Schwierigkeiten in Partnerschaften,bis ich irgendwann mal auf die Ursache gestoßen bin…Das fehlende Vertrauen und die Minderwertigkeitskomplexe,welche sich aus dem Ausgrenzen und dem bewußten Isolieren meiner Person seitens meiner Mutter ergab.
          Gerade die Zweifel an sich selber,so heftig eingeimpft,machen es schwer,sich jemandem zu öffnen.
          Ich hoffe sehr für Dich und Deine Schwester,daß ihr es schafft,euch nicht länger der Mutter ins Leben pfuschen zulassen.
          Jeder hat es verdient,geliebt zu werden.
          LG Ilka

      • maro sagt:

        Liebe Ilka,

        vielen Dank für den Hinweis auf „Töchter narzisstischer Mütter“.
        Ich habe die Seite auch gefunden und einige Parallelen zu meiner Mutter gefunden. Ich habe beim Lesen das Gefühl gehabt, dass ich es nicht fasse. Die Ähnlichkeit mancher Handlungen hat mich erschrocken, aber auch darin gestärkt, dass nicht mit mir etwas nicht stimmte. Sondern dass meine Mutter ihr gravierendes Problem uns Kindern aufgebürdet hat. Ich war als Kind mit meiner Mutter völlig überfordert. Mein Vater sass schweigend im Sessel, quasi durch meine ganze Kindheit hindurch. Er hatte nur einmal etwas zu ihr bzgl. Verantwortung gegenüber uns Kindern gesagt. Es half nicht. Er selbst war für mich auch ein schwieriger Vater.
        Leider war ich nicht so stark, dass die Erfahrungen/Erlebnisse meiner Kindheit unbeschadet an mir vorübergingen. Ich habe viele Jahre mit professioneller Hilfe gearbeitet. Es war die härteste Zeit, neben meiner Kindheit.
        Zu den familiären Problemen, die uns als Kinder alle betroffen haben, wurde ich zusätzlich noch zum schwarzen Schaf, weil ich eine kreative Art habe, hochsensibel bin und durch die Überforderung und Angst die Missstände offen benannte. Das führte letztlich dazu, dass ich von meinem Vater enterbt wurde.
        Meine Mutter ist vor ein paar Tagen gestorben. Mich begleitet die Trauer trotz allem. Besonders über das Nicht-Erhaltene.

        maro

        • ILKA sagt:

          Liebe Maro,
          ich verstehe Sie sehr gut. Vor allem,wenn es um die Sensibilität geht. Ich habe mich später mal testen lassen und es kam heraus,daß auch ich hochsensibel bin. Aber das mal nebenbei.
          Ich habe gelernt,damit sehr vorsichtig umzugehen und es auch niemandem mehr unbedingt auf die Nase zu binden.Ich habe mir einfach das Buch “ Zartbesaitet“ gekauft und das hat mir auch sehr geholfen. Zu meiner Familie habe ich inzwischen genug Abstand gewonnen,so daß ich sagen kann, ICH BIN FREI.
          Ich habe mich fast 20 Jahre mit dem Thema „Mutter“ und Familie auseinander gesetzt. Habe viele Jahre versucht,ihre Anerkennung und Liebe zu gewinnen.“Töchter narzisstischer Mütter“ war nur EIN Meilenstein auf meinem Weg.
          Heute reicht es mir,zu wissen “ Ja,sie ist nun mal so“. Und ich habe gelernt,daß ich vollkommen in Ordnung bin.
          Sie lieben mich nicht und sie lehnen mich ab.Früher tat es mal weh.Und heute?
          Nun,es ist NICHT MEIN Problem. Sondern deren Problem. Und diese Jacke ziehe ich mir einfach nicht mehr an.Wozu auch?
          Sie ist viel zu groß. Wenn ich zufälligerweise mal einen von ihnen treffe,gehe ich vorbei. Ohne Haß,ohne wieder das kleine Mädchen zu werden. Nein,VOR mirliegt ein schönesLeben.
          Und OHNE die Vergangenheit bin ich 10 kg leichter..:-).
          Sie ist nicht mehr zu ändern und das akzeptiere ich.
          Ein Satz aus der Therapie hat mir sehr geholfen.
          “ WENN ANDERE DICH ABLEHNEN,HAT ES MEISTENS IMMER MIT IHNEN SELBER ZU TUN UND SAGT GAR NICHTS ÜBER MICH UND MEINEN WERT ALS MENSCH AUS „.
          In diesem Sinne wünschen ich allen hier die Kraft, den eigenen Wert nicht mehr von der Meinung anderer abhängig zu machen.

          LG Ilka

          • maro sagt:

            Liebe Ilka,
            danke für das freundliche Verständnis. Ich hatte mir das Buch „Zartbesaitet“ auch gekauft. Darin habe ich mich wieder gefunden. Ich habe meine Sensibilität nie nach aussen benannt, da sie so stark bekämpft wurde. Ich dachte früher, dass es etwas ist, was man nicht haben darf. Heute weiss ich, dass es eine Besonderheit ist. In „Zartbesaitet“ wird man dafür sogar beglückwünscht. Ihre Worte kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch jahrelang nach Anerkennung und Liebe in meiner Familie gesucht. Umsonst. Ich habe keinen Kontakt mehr zu ihnen. Das habe ich jetzt beschlossen. Es gab bereits kaum noch Kontakt. Sie tun mir nicht gut. Als nach Jahren mein 3 Jahre jüngerer Neffe mich anrief und fragte wie es mir ginge, da ich nicht auf der Beerdigung war, sagte ich vollkommen ruhig, dass ich gar nicht so genau weiss, ob ich ihm das jetzt sagen möchte. Das klingt einfach, war für mich aber eine Errungenschaft. Ich sagte ihm, dass ich keinen Kontakt mehr zur Familie habe. Nach einer Weile des Schweigens wünschte er mir alles Gute. Und ich ihm. Das Telefonat war zu Ende. Ich dachte, warum macht er sich HEUTE Sorgen um mein Wohlbefinden. Das war über die ganzen Jahre nicht der Fall. Ich habe vor einiger Zeit meiner Schwester einen Brief geschrieben und sie darin ehrlich auf unsere Beziehung angesprochen. Ich habe bis heute keine Antwort darauf erhalten. Meine Familie hat mich nie danach gefragt warum ich aus ihrem Leben weggegangen bin. Ich war lange darüber fassungslos und ratlos. Ich akzeptiere dieses Schweigen jetzt und habe die Hoffnung aufgegeben. Das ist ein sehr schwieriger und langer Weg. Vielleicht hat der Todesfall mir dabei geholfen und damit auch etwas Gutes für mich.
            Leider kommen manchmal mehrere Dinge auf einmal zusammen. So habe ich eine schwierige Kollegin, die alle anderen kontrolliert. Sie muss überall im Mittelpunkt stehen, ist dominant, laut und auf ihre Person sehr empfindlich. Ganz im Gegensatz gegenüber anderen. Sie hat mich angegriffen, weil ich mich ihrer Kontrolle entziehe (keine privaten, persönlichen Informationen) und damit eine Grenze setze. Die fehlende Kontrolle über mich ist ihr ein Dorn im Auge. Sie ist nicht beliebt, wegen ihres Verhaltens. Dass das jetzt auch noch passiert, ist für mich anstrengend. Aber ich weiss was ich gelernt habe und kann mich auf meine Sensibilität verlassen.
            Ihr Schlusssatz ist gut. Genauso ist es.
            Das wünsche ich hier auch allen.

            LG, maro

  24. Petra sagt:

    An alle Schäfchen, die mal geschlachtet werden sollten, ob bewusst oder unbewusst, sei dahin gestellt.
    Ich habe „meine“ Herde wieder gefunden, die plötzlich weg war … kenne mich ja mit der Technik nicht aus, leider.
    Es ist wirklich erschreckend zu lesen, wie das eine Schaf oder das andere Schaf mit seiner Situation fertig werden musste.

    Ich hatte wirklich Glück, denn ich habe mir immer alles von der Seele schreiben können, wenn der Rest meiner kleinen Familie schon geschlafen hat … unzählige Briefe an meine Mutter, die ich zum Teil weggeschickt habe oder aber am nächsten Tag zerrissen habe.
    Und immer mehr Briefe wurden dann zerrissen, da sinnlos.

    Und dann habe ich ein „Buch“ geschrieben … „Der Ball rollt wieder“. Ich habe mir das Pseudonym „Diabolo“ gegeben („Satan“ – Esperanto) und „Diabolo“ hat seine Erinnerungen aufgeschrieben … wie Diabolo abgeschoben wurde, leiden musste usw. Und das habe ich meinen beiden Töchtern (bereits mit eigener Familie) und meiner Mutter kommentarlos geschickt.

    Die eine Tochter war entsetzt (wurde auch immer von meiner Mutter abgelehnt), die andere Tochter, immer gesponsert von meiner Mutter, meinte nur, man muss immer beide Seiten hören und der Kommentar meiner Mutter „man habe mir ins Gehirn geschissen“ …

    Ich habe dann freundlich bei meiner Mutter nachgefragt, warum denn diese Reaktion? Es wurden doch keine Namen genannt. Aber es war für mich der innerliche Abschied.

    Trotzdem habe ich meine Mutter noch beerdigt, ihren Haushalt aufgelöst. Aber an ihrem anonymen Grab war ich nie mehr; auch habe ich kein Bild, keine Erinnerung mehr an sie. Höchstens im Fotoalbum oder in Familienvideos … „Ja, das war meine Mutter“ sage ich dann zu meinen Enkeln, während mir bei meiner Schwiegermutter immer etwas einfällt, wenn ich sie sehe.

    Haltet alle durch, findet Euren persönlichen Weg!
    Wünscht Euch Petra

    • Raphaela sagt:

      Hallo Petra, wahrscheinlich hat Deine auch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung gehabt. Solche Menschen sind einfach nicht durch Briefe oder Gespräche zu belehren, bekehren. Auf Schuldeingeständnisse oder wenigsten eine Entschuldigung wartest Du vergebens, sie leben in einer Realität der eigenen Unfehlbarkeit.
      Genau- vergiss Sie!

  25. Petra sagt:

    Raphaela, ich habe meine Mutter sehr früh nur als „krank“ gesehen … ich hatte nur noch Mitleid mit ihr und wollte ihr nur „helfen“.
    Mir geht es heute, und nicht nur erst seit heute mehr als SUPER!

    Ich hatte einen tollen Beruf

    (meine Mutter hat es fertig gebracht, im 2. Lehrjahr meinen Lehrherrn aufzusuchen … ich hatte Probleme in der Berufsschule und mein Lehrherr wollte ein Gespräch mit meiner Mutter)

    Und meine Mutter sagte meinem Lehrherrn im 2. Lehrjahr, er solle mich rauswerfen … und er hat mich nicht rausgeworfen und „mich“ dem Jugendamt gemeldet …

    Und ich habe meine Prüfung als Klassenbeste geschafft, sogar als „Kammerbeste“

    Ach, ich lache auch gerne und wenn ich meinen Enkeln dann meine Zeugnisse zeige und die auch von ihrem Opa … ich stehe heute zu meinen Noten …. Aber zum „Sitzenbleiben“ hat es nie gelangt.

    Bei einem Klassentreffen mal habe ich mich bei der Turnlehrerin bedankt, dass sie mir keine 5 gegeben hat … denn dann wäre ich sitzen geblieben … Und sie dann, Petra, ich habe doch gesehen, wie du dich bemüht hast, du konntest es einfach nicht …

    Ein Sprichwort noch zum Schluss:
    Erinnerungen sind ein Paradies (???), aus dem man nicht vertrieben wird.

    Macht es weiterhin gut liebe Schafe … In einer Herde lebt es sich aber besser … Kuschelt Euch, wärmt Euch, gebt Euch Kraft!
    Petra

    • Raphaela sagt:

      Liebe Petra,

      Du hast es wahrscheinlich geschafft, weil du Dich viel früher damit auseinander gesetzt hast. Glückwunsch. der Prozess geht bei mir erst an, da ich mich immer als Schuldige gefühlt und die Vergangenheit verdrängt habe. Sie holt mich in Form meines Vaters und meiner Schwester nun wieder ein.
      In der Schule hatte ich ähnliche Erlebnisse wie Du: Meine Mutter hat versucht mich bei den Lehrern schlecht zu reden und klargestellt, dass wa auch immer passiert ist, ich an allem Schuld bin. Mein Klassenlehrer hat die Situation erkannt, mir geholfen und gemeint sich solle so schnell wie möglich sehen, wie ich mich aus der Familie rette. Aber das war mir selbst schon lange klar. Mein Abi hab ich auch mit einer 1 geschafft. Ich entnehme Deinem Schreiben, dass Du eine Familie hast.
      Familie = Horror = keine Familie für mich

      Liebe Grüße

  26. Bettina sagt:

    Hallo liebe schwarze Schafe, ich habe noch bis vor kurzem gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt und dass ich meine Kinder krank gemacht habe. Aber als ich gelesen habe, dass sich das „schwarze Schaf sein“ durch die Generationen zieht und es sogar ein Buch darüber gibt, fühle ich mich so frei und wohl. Bei mir ist es wirklich so, dass es alle Lebensbereiche betrifft. Eine Kollegin sagte zum Chef, dass ich mich wie ein Schatten durch die Firma bewege. Aber ich will mich endlich aus dem Schattendasein befreien. Und wenn einige Familienmitglieder mich nicht dabei haben wollen, dann soll es nicht mehr weh tun. Wisst Ihr eigentlich, dass schwarz sehr reiz- und geheimnisvoll sein kann. Seit mehr als 10 Jahren habe ich meinen Kleidungsstil meinem Seelenbefinden angepasst. – schwarz – Ich will jetzt das Buch aufsaugen. Die ersten Seiten waren schon toll. Bis bald. Liebe Grüße von Bettina

  27. Petra sagt:

    Liebe Raphaela.
    ja, ich habe „es geschafft“ aber auch wirklich erst mit Mitte 50 ???
    Und wenn ich Dir sage, dass ich noch ein „Arbeitgeber“ war, zwangläufig durch meine beiden Töchter … ich wollte nie selbständig werden!
    Aber im Beruf, auch als Angestellte, fand ich meine Anerkennung und selbst als „Arbeitgeber“ wollte meine Mutter alles besser wissen … und da habe ich sie in die Schranken gewiesen! Und stand vor meinen Mitarbeitern! Und alle standen dann hinter mir!
    Aber diese Kraft, dieses „Glück“ hat nicht jeder von Euch … Woher ich diese hatte … Nach Waisenhaus, Pflegefamilien hat mich meine Mutter in ein Internat gesteckt … sie wollte wohl ihre Ruhe und am Wochenende holte sie mich regelmäßig, um an mir ihre Launen auszutoben. Oft kam ich blau geschlagen ins Internat zurück (habe ich vergessen, wurde mir aber bei einem Internatstreffen gesagt).
    Und diese 2 Jahre Internatszeit haben mich geprägt … und es war meine schönste Zeit! Und als ich dann 11 Jahre alt war, musste ich das Internat, weil „zu teuer“ verlassen …
    Ich hatte mich mal wieder „eingelebt“, wie davor in den Pflegefamlien und musste wieder weg.

    „Erfahrungen“ hatte ich natürlich zwischenzeitlich genügend gesammelt, Waisenhaus, Pflegefamilien, Internat und ich ließ mir dann auch mit 12 Jahren nichts mehr gefallen .. und ihr neuer Freund hatte mich ja gar nichts mehr zu sagen.

    Wenn ich mich nun selbst so lese, war ich wohl wirklich ein „schreckliches“ Kind!

    Aber heute sage ich mir, ich stehe zu all meinen (Un ?) -Taten!
    Ich bin zwar gläubig, aber kein Kirchgänger und die 10 Gebote habe ich versucht, einzuhalten.

    Selbst das 4. Gebot, du sollst Vater und Mutter ehren …
    Meine „Väter“ kannte ich nicht und meine Mutter konnte kommen und gehen, wie sie Lust hatte, aber sie konnte mich nicht mehr verletzen. Ich hatte nur noch Mitleid mit ihr!

    Vielleicht hilft Euch „Mitleid“ mit diesen armen Menschen weiter? Ich weiß es nicht!
    Ich wünsche es Euch, dass Ihr für Euch den richtigen Weg findet.
    Drücke Euch die Daumen dazu!
    Petra

  28. rosiwita sagt:

    Hallo, mir fällt da noch ein Kommentar ein zum Thema „Du sollst deine Mutter und Vater ehren“
    Dieses Gebot ist in einer Zeit entstanden in der es noch keine Pflegeversicherung und Rente gab. Deshalb war es ethisch wichtig und Lebensnotwendig, dass für die Alten gesorgt wurde von Seiten der Kinder. Machten die es nicht, so mussten die Eltern unter Menschenunwürdigen Umständen sterben. Dieses Gebot ist hinfällig, weil wir nicht mehr in dieser Zeit leben.
    Ich denke dieses Gebot wurde nur geschrieben um das Soziale Netz zu sichern und die Menschenwürde zu wahren. Ist im Christlichen Sinne wichtig.
    Damit war nicht gemeint, dass wir unsere Eltern super toll finden müssen um in den Himmel zu kommen. Ich bin selber gläubig und kann trotzdem ohne schlechtes Gewissen die Wahrheit über meine erlebten Geschichten sprechen.
    Ich würde mich an dieses Gebot halten und meine Eltern Pflegen, wenn ihr Überleben oder ihre Menschenwürde davon abhinge. Aber meine Gedanken oder Meinung über sie lasse ich mir nicht verbieten.

  29. Ninii sagt:

    Ich habe von der Seite und dem besagtem Buch, was ich mir heute bestellt habe von meiner Therapeutin gehört ..

  30. Petra sagt:

    Liebe Caroline-eve,

    viele Jahre ist es her, dass Deine Mutter vergewaltigt wurde? Du hast Kinder, somit hast/ hattest Du auch einen Partner.

    Man kann doch im Rückblick nicht immer nur alles auf seine verkorkste Kindheit zurückführen, Sei doch dankbar über Deine Kinder, die Dich lieben!

    Habe Nachsicht mit Deiner Mutter, denn sie wollte ganz bestimmt nicht von 3 Bestien vergewaltigt werden. Hätte sie Dich damals nicht gewollt, sie hätte sicher Wege gefunden, Dich abzutreiben. Aber sie konnte oder wollte es nicht. Warum, das musst Du mit Deiner Mutter – so lange sie noch lebt – selbst klären.

    Ich wünsche Dir die Kraft dazu.
    Petra

    • caroline eve sagt:

      Hallo Petra ,
      ich habe keinen Partner. Ich bin schwer krank. Wollte raus finden wer mein Vater ist und ob ich noch Geschwister habe die mir eine Niere spenden.
      Ich hatte und habe ein ganz schlimmes Leben. Ich habe gekämpft und das Beste daraus gemacht .
      Sie konnte mich nicht abtreiben .Sie wollte aber ich habe überlebt. Als Säugling hatte sie mich beinahe verhungern lassen ,weil sie alleine war und jung. Sie hat mich mit ihren Mann schwer misshandelt .Ihnen wurde das Sorgerecht wegen schwerer Kindesmisshandlung entzogen.
      Meine Lehrerin wollte mich damals adoptieren hat sie nicht zugelassen .
      Sie macht mich wenn es stimmt das sie vergewaltigt wurde für ihr Schicksal verantwortlich. Das mir sehr leid tut für sie
      Ich wollte mit ihr reden . Ihr Kommentar verrecke doch endlich !
      Ich habe grade keine Kraft mehr . Ich leide an schlimmen Nebenwirkungen . Ich spüre meine Füße ,Beine und Hände nicht mehr.
      Das war halt eine Option eine lebend Spende . Ich gehe 3 mal für 5 Stunden in die Dialyse.
      Ich bin dankbar das meine Kinder groß sind und selbst zurecht kommen und glücklich sind.
      Mit meiner Mutter habe ich abgeschlossen und vergebe ihr alles was sie mir angetan hat.
      Vielleicht ,kannst du mich verstehen ?

  31. ILKA sagt:

    Liebe Caroline Eve,
    zunächst einmal möchte ich Dir sagen,wie unendlich Leid es mir tut,daß es Dir so schlecht geht.
    Ich hoffe sehr für Dich,daß sich eine Spenderniere findet.
    Zu dem Thema „Vergewaltigung“ möchte ich folgendes sagen. Ich mag mir gar nicht vorstellen,wie es den Frauen geht,die ein Opfer so einer scheußlichen Straftat geworden sind.. Und auch verurteilen möchte ich diese Frauen nicht,daß sie wahrscheinlich sehr darunter leiden.

    Aber an einem Punkt hört für mich das Verständnis auf. Bei den unschuldigen Kindern,in diesem Fall Du. Du konntest für all das nichts und Du hast es Dir auch nicht ausgesucht,so gezeugt worden zu sein.
    Deswegen bedauere ich sehr,daß Du so leiden mußtest und auch heute noch die Konsequenzen trägst.Eine Mutter hat nicht das Recht,das eigene Kind für das verantwortlich zu machen,was ihr widerfahren ist.
    Ein Kind ist einfach nur bedürftig und unschuldig an dem Geschehen.
    Ich kann nachvollziehen,daß Du keine Kraft mehr hast.
    Deswegen möchte ich Dir gern sagen,daß ich hoffe,daß Du nach all den Jahren den Weg nach vorn gehen kannst.
    Leider kann die Vergangenheit nicht mehr geändert werden,so sehr man es sich auch wünscht.
    Und die seelischen Narben werden immer bleiben. Wir können aber lernen,besser damit zu leben.
    Ich wünsche Dir,daß Du Dich selber immer mehr als liebenswert und WERTVOLL siehst und achtest.
    Alles Liebe Ilka

    • caroline eve sagt:

      Ich danke dir Ilka sehr für deine Worte und dein Verständnis .Sie sind ein Trost für mich .
      Ich habe Gott Sei Dank auch ganz liebe Freunde . Leider ist meine liebste mütterliche Freundin vor 3 Wochen gestorben, aber alle haben mich ganz lieb getröstet . Ich bekomme grade ganz viel Hilfe .
      Das baut mich auf um durchzuhalten.
      Dir auch alles Liebe !

  32. maro sagt:

    Liebe caroline eve,

    Ihre Geschichte ist sehr traurig und das tut mir sehr leid. Zum Glück haben Sie Freunde, die Ihnen beistehen und Sie hoffentlich, wo Sie es brauchen, unterstützen.
    Auch ich möchte Ihnen alle Kraft wünschen, die Sie brauchen und dass Sie eine Spenderniere finden mögen.
    Ilka’s Antwort an Sie stimme ich voll und ganz zu. Eltern dürfen ihre Kinder nicht für ihre eigenen Fehler verantwortlich machen. Das ist Ablehnung von Verantwortung und Missbrauch der Kinder.
    Wenn eine Mutter (oder Vater, oder beide) ihre eigene Situation wegen Problemen nicht bewältigt, sei es aus physischen, seelischen, materiellen, oder anderen Gründen, dann sollte sie Hilfe aufsuchen. Tut sie es nicht, belastet sie ihr Kind mit ihren ungelösten Problemen. Für ihr eigenes Handeln muss sie selbst Verantwortung übernehmen, nicht das Kind.

    Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute,
    maro

    • caroline eve sagt:

      vielen Dank Maro für ihre Worte
      . Ich bin in der Tat sehr Glücklich ein paar sehr,sehr gute Freunde zu haben .
      Ich bin auch sehr glücklich darüber das meine Kinder mich lieben und mir bestätigen das ich eine gute Mama bin.Meine Kinder verstehen sich sehr gut und halten zusammen…
      Das habe ich wohl richtig gemacht trotz meiner schlimmen Erfahrung.
      Dadurch habe ich viel Liebe in mir und kann es weitergeben .
      Hass und Wut habe ich gelernt ,verbittert mich nur.
      Ich war sehr voll Wut und Trauer gegen meine Mutter -wollte immer geliebt von ihr werden…….
      Durch das Buch und die Beiträge hier habe ich endgültig geschafft mich von dieser Trauer und der Wut zu lösen .
      Ich sehe jetzt das trotz meines großen Unglückes ich doch viel habe. Nämlich meine Kinder und meine Freunde und ich bin ein wertvoller liebenswerter Mensch !

      Ich wünsche Ihnen ebenfalls alles Gute .

  33. maro sagt:

    Sind Buchtipps hier erlaubt?, Herr Teuschel. Ich hoffe es und wage mal einen Tipp (oder auch 2).
    (Falls dies nicht gewünscht wird, dann bitte meinen Kommentar löschen).

    Zum Thema MOBBING habe ich ein sehr empfehlenswertes Buch gelesen: „Die Masken der Niedertracht“ von Marie-France Hirigoyen. Im ersten Kapitel (Punkt 1) geht es um private Gewalt.
    Dann überleitend zum Thema Gewalt am Arbeitsplatz. Sehr gut gegliedert, strukturiert und klar.

    Das Buch „Der Fremde in uns“ von Arno Gruen finde ich auch sehr lesenswert. Das Thema ist der Teil in uns, der unterdrückt, abgelehnt wurde und dadurch verloren ging. Kein spezielles Schwarze-Schaf-Thema. Es ist durchaus auch allen anderen Tieren wärmstens zu empfehlen. 😉

    • Peter Teuschel sagt:

      Buchtipps sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht und gern gesehen. Genauso wie Musiktipps, eigene Lyrik und und und.
      Das Einzige, was nicht geht, sind Beleidigungen, Rumgetrolle und allzu krude Verschwörungstheorien.
      Ihre beiden Tipps kann ich nur unterstreichen, sehr empfehlenswerte Bücher! Vielen Dank dafür!

      • caroline eve sagt:

        Ich habe 2 Buchtipps die Sie vielleicht interessieren ?

        „Sehnsucht, die bleibt “ Trennungskinder erzählen von Meike Schulze Wührl (Verlag GbR,Beetzendorf ISBN 978-3-00-043840-0

        und noch eines von Ben Furman
        „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben
        (Verlag Borgmann )

        Grüße, Caroline-Eve

  34. caroline eve sagt:

    Freue mich über Buch Tipps ! Danke !

    • Frida sagt:

      @ caroline eve
      Die Beschreibung Ihres harten Schicksals und auch die Tatsache, dass Sie ein schwerkranker Mensch sind, dass alles hat mich sehr berührt. Ich habe mich beim Lesen Ihrer Beschreibungen gefragt, ob auch Ihre Mutter eine so schwerkranke Frau ist wie Sie und an einer ähnlichen Erkrankung leidet wie Sie es tun. Für Menschen, die das erleiden müssen, was Sie erleiden, hat die verstorbene Kindheitsforscherin Alice Miller das Buch „Die Revolte des Körpers“ geschrieben. Dieses Buch kann Ihnen vielleicht helfen, Ihr eigenes, wirklich schweres Kindheitsschicksal besser verkraften und vielleicht auch etwas Mut und Zuversicht daraus gewinnen zu können. Sie sind eine tapfere Frau und haben sich selbst ein Leben aufgebaut, trotz aller Schwierigkeiten, trotz Ihrer schweren Erkrankung und darauf können Sie wirklich stolz sein. Sie müssen ein starker Mensch sein, denn ohne diese Stärke wäre eine solche Leistung nicht möglich gewesen, davon bin ich überzeugt.

      • maro sagt:

        Frida, Ihre Antwort an Caroline eve finde ich sehr einfühlsam. Dafür meine besondere Wertschätzung! maro

        • Frida sagt:

          @maro
          Ich habe mich sehr über Ihre freundlichen Worte gefreut und gemerkt, dass es richtig war, meine Gedanken und Gefühle über das schwere Kindheitsschicksal von Caroline Eve zu äußern. Das macht mir Mut und damit geben Sie mir Zuversicht, dafür möchte ich auch Ihnen danken. Es ist angenehm, für das Äußern von Gefühlen und Gedanken nicht verhöhnt oder tief beschämt, sondern ermutigt und darin sogar bestärkt zu werden, das bedeutet mir sehr viel, danke!

          • maro sagt:

            Ich verstehe Sie sehr gut, Frida. Ich empfinde das ähnlich, deshalb unterstütze ich ernst gemeinte empathische Äußerungen. Verkopfte Aussagen sind der Sache nicht dienlich, sondern mehr dem, der sie macht. Mitgefühl wird leider oft noch mit Mitleid verwechselt.

  35. maro sagt:

    Danke, Herr Teuschel für Ihre Rückmeldung. Das freut mich doch sehr.
    Das Wort Rumgetrolle kenne ich noch nicht. Ich vermute mal, dass es von „Troll“ kommt. Also dann eher die Märchenecke betrifft. Die Verschwörungstheorien will ich genauso wenig wie ein herumtrollen. Die Trolle lasse ich gerne im faszinierenden Island. Da passen sie gut hin.
    Schön, dass auch Lyrik willkommen ist. Ich bin mir nur nicht sicher, wo sie am besten hier untergebracht werden sollte (im Forum, oder auf dieser Seite? Oder egal?)

    Also, dann nenne ich noch zwei weitere Bücher:

    „Nummer sechs“ von Veronique Olmi. Der Roman handelt von der jüngsten Tochter, eben „Nr. 6“, der Aussenseiterin. Es geht um die schmerzhafte Distanz zwischen Kindern und Eltern und dem anderweitig beschäftigten und damit abwesenden Vater. Ein kurzer Roman, aber wie ich finde, gut. Verlag: Kunstmann.

    Für alle linkshändigen Schwarzen Schafe, die zu ihrer eigenen Geschichte, bzw. Situation ihr Wissen über ihre Linkshändigkeit erweitern möchten, habe ich dieses Sachbuch als hilf- und erkenntnisreich empfunden: „Die Psyche des linkshändigen Kindes“ von Johanna Barbara Sattler (Psychologin, approbierte Psychotherapeutin und Leiterin der 1. deutschen Beratungs- u. Informationsstelle für Linkshänder, München). Auer Verlag.

    • Peter Teuschel sagt:

      Trolle sind Stänkerer, die nur zu dem Zwecke posten, um a) zu provozieren und b) sich wichtig zu machen.
      Lyrik können Sie hier platzieren, wo sie Ihnen passend erscheint! Die Aufteilung Blog/ Forum ist ohnehin nicht so streng.

  36. maro sagt:

    Eine bewegende und facettenreiche Musik, die mich tief berührt und ich gerne an Interessierte weiterempfehle:

    Sergej Rachmaninoff – Klavierkonzerte 2 & 3

    (Zoltan Kocsis – San Francisco Symphony)

  37. LeaMaximoon sagt:

    eine wunderbare Idee!!! 🙂
    Ich bin manchmal ein schwarzes Schaf, aber auch ein buntes! 🙂
    Määäh! 🙂

    • LeaMaximoon sagt:

      Oh… ich merke gerade, ich habe wohl wertvollen Lesestoff und evtl Möglichkeiten des Austausches gefunden 🙂 (auch den anderen Blog von Herrn Dr. Teuschel). Momentan bin ich in mehrfacher Hinsicht im Wiggl, aber ich bin ein schwarz-buntes Schaf, das nach ruhigem Start sicherlich mal etwas Mäh sagen wird…Danke schonmal für die Idee dieser Seiten! 🙂

      Übrigens wurde ich im Laufe meiner jahrelangen Therapie immer bunter….Meine Seele war es schon immer…durfte und konnte es aber leider jahrzehntelang nicht sein… Allen hier ganz liebe Grüße! 🙂

  38. maro sagt:

    D a s M e e r

    die Brandung ist zuverlässig
    nimmt sich einen Raum und zieht sich zurück

    wie große Atemzüge
    die in die Weite hinausrauschen,
    klingt das Branden zeitlos
    und begegnet dem Sturm mit Ruhe

    ausgebreitet, auftürmend
    die Gewissheit der endlosen Wiederkehr,

    seinem Wesen folgend
    bleibt es – was es ist.

  39. maro sagt:

    Vielen lieben Dank für „La mer“! Das freut mich.

  40. osterhasebiene sagt:

    Hallo zusammen, ja, ich gehöre auch zu den schwarzen Schafen, auch wenn es eines der schwersten Dinge in meinem Leben war, mir das einzugestehen. (hat beinahe 50 Jahre gedauert)Die Ausgrenzung vollzog sich bei mir äußerst subtil unter dem Deckmantel „Wir lieben dich doch und wollen nur dein Bestes“. Peter Teuschel hat ein wunderbares Buch darüber geschrieben. Genau so ist es!! Er muss ein toller Mensch sein, wenn er sich so einfühlen kann. Ich habe zunächst überall nach Gründen gesucht, warum es mir scheinbar im Leben immer verwehrt ist zu gewinnen: im Schulsystem, im Gesellschaftssystem …nur nicht in der eigenen „heil(ig)en“ Familie. Dabei war ich durchaus erfolgreich (Abitur, Studium, Vermögen, Partnerschaft). – aber immer wurde mir aus meinem Erfolg ein Strick gedreht, sodass meine beiden Schwestern besser dastanden. Ein banales Beispiel: richtete ich mich zu einem Familientreffen hübsch her, sagte meine Schwester, die dies nicht tat, ich wäre nicht so natürlich wie sie; hatte ich ein hervorragendes Abschluss-Zeugnis, sagte meine Schwester, so gut hätte ich es nun auch wieder nicht machen müssen, dass ich auch alles immer so übertreiben muss…ect..ect. Um es kurz zu machen, ich konnte bei meinen Schwestern mit nichts punkten. Meine Mutter hat mich schon sehr unterstützt und vielleicht auch „erkannt“, aber sie hatte keine Schulbildung und war zu alt, um sich gegen meine Schwester, die Ärztin und Psychotherapeutin ist, durchzusetzen. Hier kurz mein persönlicher (Erfolgs)-Weg: Die gute Nachricht: es gibt einen Weg aus der Missere, wenn man die Tipps von Peter Teuschel umsetzt und hart an sich arbeitet. Distanz ist wirklich wirklich alles. Die schlechte Nachricht: ich habe trotz ungeheurer Anstrengung die Erfahrung gemacht, es tut immer noch weh und wird immer weh tun, dass mich meine Schwestern nicht anerkennen und in „ihrer“ der Familie aufnehmen. Man sollte jede Kraftquelle für sich nutzen, die sich bietet, um seinen eigenen Weg zu beschreiten. So habe ich selbst die Kraft des Todes vor meinen Karren gespannt. Sind wir nicht alle letztendlich „erfolglos“ im Angesicht des Todes. Ich habe mir zwei Jahre lang ein tödliche Krebserkrankung eingebildet, um mir wirklich wichtige Herzenswünsche erfüllen zu trauen und eigene Wege zu beschreiten. Der Tod ist ein Todschlagargument, dem niemand etwas entgegensetzen kann. Mir hat es geholfen, nun bin ich wieder gesund, aber ein Stück weit gelöst. Ein Text, den ich im Internet gefunden habe, war ebenfalls eine enorme Hilfe: Das Märchen als homöopathisches Hilfsmittel- am Beispiel von Aschenputtel und der homöopathischen Arznei Carzinosin von Johannes Latzel. Hier war für mich der Gedanke einer „höheren Gerechtigkeit“ wichtig, sowie der Erkenntnis, den eigenen „Wunschbaum“ zu pflegen, sich seiner Wünsche bewusst zu werden und sie selbst zu befriedigen, statt zu warten, bis sie von außen befriedigt werden (was nicht passieren wird!!). Dann können auch erst „Wunder“ geschehen, wenn man aktiv daran arbeitet. Es gibt unendlich viele Energielieferanten außerhalb der Familie. Ich gehe jetzt in meinen eigenen Schuhen, ziehe mir den Schuh der anderen nicht mehr an, aber es sind gläserne Schuhe. Fazit: Ist das Leben nicht an sich eine sehr zerbrechliche Angelegenheit?
    Alles, Alles Gute für die Schwarzen Schafe auf dieser Welt, haltet die Ohren steif!! Das Ziel jeder Entwicklung ist die Individualität. Wir sind einzigartig!

  41. osterhasebiene langnase sagt:

    Ich möchte noch anmerken bzw. erläutern, wie der Tod in meinem Kampf gegen meine Ausgrenzer zu meinem besten Freund wurde. Ich bin nicht depressiv und todessehnsüchtig, dies vorweg, ich würde mich nie umbringen und liebe das Leben über alles. Im Laufe meiner Geschichte ist mir aber klar geworden, dass es auf psychischer Ebene ein Kampf auf Leben und Tod ist. Entweder ich oder sie (die Ausgrenzer). Es geht um alles, deine Rechte als Mensch (Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit…das Recht auf Leben, Freiheit…ect.) Womit schade ich anderen, wenn ich meine Rechte als Mensch in Anspruch nehme? Soviel zum Thema Schuldgefühle…Sind meine Wünsche weniger wert als die eines anderen? Ich bin meinen Ausgrenzern nichts schuldig. Sie werden sich nicht ändern, nur weil ich das möchte. Von dem vagen Gefühl „ich bin hier (in der Familie) im falschen Film“ bin ich im Laufe der Zeit immer mehr in den „richtigen“ Film gekommen, der sich als echter „Psychokrimi“ entpuppt hat. Die „Guten“ werden urplötzlich zu den „Bösen“, wenn man aufhört gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Hieraus erklärt sich auch die (Todes-)Angst die so viele Gemoppte zu Recht und zu ihrem persönlichen Schutz entwickeln. PS: es tut so gut, sich Dinge von der Seele zu schreiben. Ich bin nicht beleidigt, wenn meine Kommentare ignoriert oder gelöscht werden.

    • Peter Teuschel sagt:

      Liebe „osterhasebiene langnase“, nur kurz zur Info: Es kann manchmal etwas dauern, bis Beiträge freigeschaltet werden. Gelöscht werden sie dann nur, falls jemand seinen account+Beiträge komplett löschen lassen möchte. Die Resonanz der anderen User auf den einzelnen Post fällt sehr unterschiedlich aus. Ich glaube, dass viele sich hier etwas von der Seele schreiben und weniger Interesse am Diskutieren haben, andere dagegen sehr schnell antworten und sich eine Diskussion entspannt. Es wäre sicher anders mit mehreren hundert Usern, aber so groß ist die schwarze Herde (noch) nicht.
      Schöne Grüße
      Peter Teuschel

      • maehmaeh sagt:

        Hallo Herr Teuschel, Sie haben da oben irgendwo geschrieben, dass die schwarze Herde noch nicht so gross ist. Vielleicht tönt es komisch, aber eigentlich bin ich ganz froh, dass die schwarze Herde nicht sooo gross ist. Wenn es ganz viele von den schwarzen Schafen gäbe, würde ich mich wundern, dass ich noch nie eines getroffen habe. Und wenn jetzt alle weissen Schafe plötzlich auf schwarz machen würden, würde ich schon wieder meinen Platz verlieren. Ich bin sehr froh, dass sich auf dieser Webseite nur einige, dafür echte schwarze Schafe tummeln. Ein Gefühl von Stallgeruch :-). Und irgendwie nimmt mir diese schwarze Herde den Druck, meinen FreundInnen erklären zu wollen, was es mit diesem Gefühl von Aussenseitertum auf sich hat. Bzw.: Bei der schwarzen Herde muss ich gar nichts erklären, weil alle diese Gefühle kennen.

  42. caroline eve sagt:

    Hallo,ich habe auch einen Todeswunsch ! Ich bin nur noch am Leben ,weil ich es meinen Kindern nicht antun möchte.! meine körperliche Krankheit hat sich verschlimmert .
    ich will eigentlich nach nunmehr fast 16 Jahren die Dialyse aufhören . Ich habe sehr schlimme Neben Erkrankungen und sehr viel Schmerzen.
    Ich kann kaum mehr laufen meine Hände werden immer steifer (Polyneuropathie) …….
    Ich möchte niemals ins Pflegeheim. Weil ich Angst habe abhängig und wehrlos zu sein.
    Mein Kinder sind erwachsen und haben ein gutes Leben. Ich will ihnen keine Belastung sein. Noch kann ich alleine . Ich habe Freunde das schon .Aber ich kann immer weniger und habe ständig Angst eine Belastung zu sein.Ich habe mich ein Leben lang als Belastung gefühlt. Ich kann Hilfe auch schlecht annehmen ,weil ich immer alles alleine musste und jetzt ist es furchtbar für mich .
    In einen Pflegeheim würde ich mein bisschen Würde verlieren.
    Ich will nie wieder würdelos behandelt werden ,wie der letzte Dreck .
    Seit ich kein Kind mehr bin ,habe ich lange gebraucht bis ich kapiert habe ,das auch ich eine Würde habe und auch geliebt werde !
    Das möchte ich nicht mehr verlieren………….

    • Peter Teuschel sagt:

      Ich frage an sich ungern nach, aber hier tue ich es mal: Ich nehme an, dass Sie mit diesen Themen therapeutische Begleitung haben? Sonst würde ich Ihnen das empfehlen. Mit manchen Themen sollte man nicht alleine bleiben.
      Schöne Grüße
      Peter Teuschel

    • liebe caroline eve, auch wenn diese Worte vermessen klingen sollten, so bin ich wirklich wirklich überzeugt, dass alles im Leben einen Sinn hat und jede noch so schlimme Krankheit auch zur psychischen Heilwerdung beitragen kann. Die Würde als Mensch kann Ihnen niemals nichts und niemand dieser Welt nehmen. Alles Liebe und Gute!

  43. caroline eve sagt:

    Leider, kann man die Würde nehmen. Ich bin Gott sei Dank noch einiger Massen fit .
    Ich erlebe fast täglich das man mit Menschen die schwer Krank sind und hilflos Würdelos umgeht wie mit einen Stück Vieh (für die sich jetzt Tierschützer wehren)
    Ich will nie aber auch nie mehr so abhängig sein . Leider bin ich auch schon in letzter Zeit übel behandelt worden .
    Jetzt kann ich mich noch wehren. Ich will nie mehr so behandelt werden und in mein Kinder-Stadium zurück In dem ich Menschen ausgeliefert bin.
    Ich habe mich frühzeitig an das Hospiz gewendet und bin dort an wunderbare Menschen geraten die mich liebevoll begleiten …

  44. maro sagt:

    Die Würde ist meiner Meinung nach antastbar. Das habe ich selbst erlebt. Führt man sich vor Augen wie die Menschen im dritten Reich „behandelt“ wurden und was aus ihnen wurde, sehe ich ein entwürdigtes Volk. Sehe ich so manche der heutigen „Führungsmethoden“ in Unternehmen (ich habe viele gesehen), hat das mit Menschenwürde nicht unbedingt viel gemeinsam. Arbeitnehmer beugen sich, um ihre Arbeit zu behalten. Der Preis ist teilweise sehr hoch. Am Arbeitsplatz schweigen (Isolation, mit der Folge z.B. Verunsicherung), keine Kommunikation mit anderen Kollegen, Heizung abstellen usw. Sicher ist das noch nicht so dramatisch wie ein Kind jahrzehntelang zu züchtigen, so dass es dann unter Umständen sich zum Mörder entwickeln kann. Wo hört Menschenwürde auf eine zu sein? Haben Obdachlose, Vergewaltigungsopfer und Menschen in (geschlossenen) Psychiatrien noch das Gefühl einer Würde? Ich denke, die Würde des Menschen ist verletzlich. Unter welchen Erfahrungen (z.B. den Willen brechen) diese Beeinträchtigung empfunden wird, ist meiner Meinung nach individuell.

  45. caroline eve sagt:

    Du hast Recht ! Leider ist die Würde antastbar ! Genau wie du schreibst !
    Ich denke die Würde von uns hier allen wurde angetastet !
    Schon in unseren Herkunftsfamilien ……..

  46. osterhase langnase sagt:

    Würde ist untrennbar mit dem Menschen verbunden, man kann Menschen schlecht behandeln oder würdelos mit ihnen umgehen, aber die mit der Geburt gegebene Würde nicht nehmen. Vielleicht hilft es, wie Peter Teuschel in seinem Buch beschreibt, einen virtuellen Spiegel um sich herum aufzubauen und alles, was man als würdelos empfindet, an den Absender postwendend zurückzuschicken.

    • maro sagt:

      Grundsätzlich sehe ich es ähnlich. Die Menschenwürde ist mit dem Menschen verbunden. Wegnehmen kann man sie in diesem Sinne dem Menschen nicht. Das stimmt. Aber sie ist verletzlich. Der Mensch kann sie beschädigen. Die Würde ist dann zwar noch da, aber nicht in der Art wie sie angeboren ist. Deshalb stimme ich nicht zu, wenn es heisst: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

  47. caroline eve sagt:

    Ja,das hilft wenn man die Kraft dazu hat ! Wenn man schwer Krank ist und hilflos ..
    Ich erlebe es ständig wie manche Menschen auf diesen wehrlosen Menschen herum trampeln. Wir kämpfen für diese Menschen ……….Es gibt leider Menschen die diese Berufe wählen um Macht zu besitzen ! Leider sind sie ganz arme Würstchen um sich so auf zu werten !
    Es ist traurig !
    Natürlich gibt es ganz viele tolle liebe Menschen . Ihnen gehört meine Hochachtung !!!
    Ich bin sehr glücklich, das es auch sie gibt . Wenn ich sehe wie liebevoll sie sind trotz Stress den sie haben und im vorbeigehen ein aufmunterndes Wort,ein liebevolles streicheln über den Kopf.
    Zuspruch , oder Menschen trösten ,wenn er die Hose voll gemacht oder vor Schmerzen schreien ……ihn säubern und sagen das ist menschlich…..das tut niemand mit Absicht !
    Leider habe ich erleben müssen ,wie eine Frau beschimpft wurde auf die übelste Weise . ( diese Person habe ich gemeldet und das hat ihr den Job gekostet ! Ich hoffe nur das sie ihr Unwesen nirgendwo mehr treiben darf !
    Ich war und bin wenn ich das mitbekomme zu tiefst schockiert…………
    Deshalb , möchte ich niemals wieder so ausgeliefert sein !
    Man bekommt zwar von den anderen Trost….aber die Verletzung und die Angst bleibt …..
    Ich hoffe du verstehst wie ich das meine………….

  48. Man kann aber sehen, welch starken Kräfte in einem Menschen alleine durch gesunde Abgrenzung/Aggression geweckt werden können, die dann für sich selbst (die eigenen Interessen) nutzbar sind.

    • caroline eve sagt:

      das stimmt ! Habe gelernt ,wenn man sich wehrt erhält man Respekt und Achtung !
      Es setzt auch Kräfte frei……….

      Liebe Grüße

  49. maro sagt:

    Eine gesunde Abgrenzung ist ganz eindeutig wichtig. Man erspart sich unnötigen Kraftverlust. Und Grenzziehung schafft Klarheit, für sich und (vor allem) auch beim Gegenüber.
    Zu den Schilderungen von caroline eve über die Behandlungen von pflegebedürftigen Menschen sind Lösungen leider nicht ganz einfach, obwohl es einfacher sein könnte. Diese Missstände sind ja bekannt, was das Dilemma nicht schmälert. Zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal. Fehlende Gelder. Oder sogar nicht ausgebildestes Personal. Das bedeutet zwar nicht zwingend, dass Menschen mit keiner oder unzureichender Ausbildung nicht angemessen die Pflege ausführen könnten. Leider wird aber auch Personal eingestellt, dass einen recht „grobmotorischen“, desensibilisierten und daher eher ungeeigneten Eindruck macht. Beim Waschen von Pflegebedürftigen habe ich gesehen, in welchem Hau-Ruck-Verfahren das Waschen und Anziehen durchgezogen wurde. Die Betroffene hat sich vollkommen verkrampft, weinte und ihr war die Angst im Gesicht anzusehen. Kein Einzelfall. Statt zugewandten und freundlichem Sprechen mit der hilfsbedürftigen Frau kamen einlullende „Ist-doch-gleich-vorbei-Worte“ aus dem Mund des Pflegepersonals, das selbst gestresst war. Es wäre eine Lösung, wenn mit mehr Personal mehr Zeit sich für die Menschen genommen werden könnte. Pflege ist keine Fließbandarbeit an Gegenständen. Ja, sicher würden die Politiker da zustimmen. Ob sie das auch noch so einfach sagen würden, wenn sie als Nächster zum waschen dran wären und sie so schnell und grob abgefertigt würden, wie die Politik ihre Antworten parat hat?!
    Wenn die politischen Entscheider, die das Geld verteilen, pflege- und hilfsbedürftig in einem Pflegeheim liegen würden, das sich nicht aus privaten Mitteln finanziert, würde es vielleicht mehr Zuschüsse für soziale Einrichtungen geben und damit mehr Personal und mehr Zeit für den Einzelnen. Da sie aber erst NACH ihrer Amtszeit EVTL. ins Pflegeheim kommen, nehmen die Dinge eben so ihren Lauf …
    Menschlichkeit und Mitgefühl stehen in Deutschland nicht auf Platz 1. Da ist die Politik das beste Vorbild. Sicher, es werden Flüchtlinge aufgenommen. Aber warum. Eine sozial-empathische Leistung? Oder eine politische Prestigefrage?! Warum investiert die Politik so viel Geld in Waffen, anstatt in die Sozialkasse? Es gibt genügend Missstände im eigenen Land. Die Finanzierung von Psychotherapie … der Herzinfarktopierierte, der zu früh aus der Kur entlassen wird … die Kinder, die auf der Straße „aufwachsen“ … der Versorgungsschlüssel in der Pflege …

    • maro sagt:

      Zusatz: der kritische Blick auf das Flüchtlingsthema heißt nicht, dass ich gegen Zuwanderung bin. Aber gegen die Vorteilsverschaffung unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft.

  50. caroline eve sagt:

    Leider ist es genau so wie du es schreibst……….

  51. Schwarz sagt:

    Hallo…

    ich hab das Buch gelesen… und „meine“ Konstellation entweder verpasst oder es gab sie nicht. (Trotzdem war das Buch tröstlich.) Meine Mutter war ein schwarzes Schaf, und dann kam ich. Mein Vater ging früh fort, und plötzlich… wurde ich von meiner Mutter zum schwarzen Schaf gemacht. Sie passte sich in Allem der ganzen Familie an, und zeigte ständig mit dem Finger auf mich, dankbar, dass sie die Belastung los war. Schließlich kam ein neuer Mann, der mich nicht mochte, ein gemeinsames goldenes Kind und ich blieb das Ungeziefer. Kein Witz. Das Gefühl, sorry, Dreck unter den Schuh zu sein geht auch mit 40 nicht weg. Ich versuche immer wieder, damit zu leben, aber manchmal überwältigt es mich unendlich.

    • Peter Teuschel sagt:

      Das zeigt wieder mal, wie vielfältig dieses Thema ist und welche Facetten es hat. Vielen Dank für den Beitrag und alle Gute für die Bewältigung dieses Schicksals!

  52. Schwarz sagt:

    (Verzeihung, falls das misverständlich ist: Ich meinte, ich vermisste die Konstellation „Elternteil war schwarzes Schaf und hat intensiv und erfolgreich ein Kind dazu benutzt, um den „Titel“ los zu werden/ weiter zu reichen.“)

  53. maro sagt:

    Der Haudrauf der Woche – der Stehenbleiber – ist einfach zu köstlich. Ich hab so gelacht. Diese präzisen feinen Alltags-Beobachtungen liebe ich. Bitte mehr davon

  54. maro sagt:

    Ein Buchtipp zum Thema Depression und Therapie:

    „Als meine Seele dunkel wurde“ Geschichte einer Depression.
    Autorin: Merle Leonhardt, erschienen im dtv.

    Hier hat die Autorin, die psychologische Psychotherapeutin ist, ihre eigene Geschichte über ihre Depressionserkrankung und ihre Genesung erzählt. Sie schreibt offen, sehr verständlich und vor allem zeigt sie sich als Mensch! Sie versteckt ihr eigenes Thema nicht und schreibt sogar ein Buch darüber. Meine Hochachtung! Das ist sehr anerkennenswert. Sie wird nicht zu intim und behält Respekt vor anderen.
    Von der Aufrichtigkeit im Umgang mit dem eigenen Thema gegenüber anderen Menschen können sich Therapeuten eine dicke Scheibe abschneiden!!

  55. Elke Bellmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Teuschel, vielen Dank für Ihr hilfreiches Buch. Obwohl ich aus einer Horror-Familie stamme birgt dieses Buch auch für mich sehr viel Trost. Danke

  56. Deichschaf sagt:

    Die Schwarze Herde ist für mich ein Verbund von sich gegenseitig respektierenden, warmherzig miteinander umgehenden liebenswerten Schafen, in der auch schwarze Schafe mit leuchtend-weißen Flecken und bunten Ohren willkommen sind! Wie ich mich freue, Euch gefunden zu haben!
    Das Buch, lieber Peter Teuschel, habe ich gerade gelesen und könnte gleich wieder von vorn anfangen, weil ich es buchstäblich noch nicht fassen kann, was ich daraus an Hilfe erfahren habe.
    Weiter schreibe ich im Forum, ich muss mich erst einmal orientieren.

  57. rosiwita sagt:

    Hallo, ich habe gelesen, dass hier auf der Wiese auch Buchtipps angegeben werden dürfen. Ich habe auch einen für euch Lesefreunde: Christiane u. Alexander Sautter / Wege aus der Zwickmühle und oder Wenn die Seele verletzt ist. Dieser Tipp soll denen helfen die in Ihrer Familie verdeckt ausgegrenzt werden. Viel Spass damit.
    Und übrigens das Buch von Herr Teuschel habe ich mit großem Interesse gelesen. Es hat bei mir einen A- ha Effekt ausgelöst.

  58. caroline.eve.trapp@google.com sagt:

    Hallo Frida,

    danke für ihre Worte .Meine Mutter hat kein schweres Schicksal sie hat einen Mann mit Geld geheiratet ( nach meinen bösen Stiefvater ) .Sie hat alles von ihm geerbt . Ich habe gehört das sie in einen Pflegeheim nach einen Sturz lebt und dement ist . Das arme Pflegepersonal hat anscheinend nichts zu lachen mit ihr. Sie ist halt bösartig. Das Pflegepersonal tut mir leid, . Ich möchte mit ihr nichts zu tun haben . Man hat mir angetragen ich bzw meine Kinder insbesondere meine Tochter (sie ist Ärztin ) soll sich kümmern. Meine Kinder haben diese Frau noch nie gesehen .Meine Tochter will diese Frau auch nie sehen . Meine alte Leherin hat ihr alles erzählt (vieles hatte ich verdrängt ). Meine Tochter sagt sie will nicht mit ihr,weil sie mir so schlimmes angetan hat.
    Ich bin glücklich solche tolle Kinder zu haben. Meine ganze Liebe habe ich ihnen gegeben . Ich wollte nicht das sie ohne Mutter aufwachsen ,das hat mir die Kraft gegeben durch zuhalten . Es gibt mir immer wieder Kraft.Obwohl es immer schwieriger wird .Mein Körper verabschiedet sich langsam . Habe Schmerzen in Beinen und Händen und sie sind außerdem steif und vieles mehr.Ich gebe zu manchmal habe ich das Gefühl ich kann nicht mehr.Aber ich raffe mich immer wieder auf . Wenn es nicht mehr gehen wird habe ich eine Patientenverfügung gemacht. Meine Hausärztin und 2 liebe Freundinnen vom Hospiz unterstützen mich wo sie nur können. Ich fühle mich sehr aufgehoben . Ich habe auch sehr liebe Freunde die mich lieben und unterstützen . Spaß habe ich auch . Ich spiele leidenschaftlich gerne . Werde zu Spieleabenden eingeladen oder sie kommen zu mir . Kulturell unternehme ich auch viel (Konzerte,Theater,Kino, Comedy )
    Das sind die schönen Dinge in meinen Leben .Ich bin sehr glücklich das ich das habe und fühle mich reich beschenkt. Für seine Familie kann man nichts .Aber als Erwachsener kann man sich eine neue Familie schaffen und seine Freunde kann man sich aussuchen . Das ist ein sehr großes Glück !
    Liebe Grüße und alles Gute !

  59. caroline.eve.trapp@google.com sagt:

    Liebe Maro das finde ich auch ! Vielen liebe Grüße

  60. maro sagt:

    Liebe Caroline Eve,
    Ich wünsche Ihnen alle Kraft, die Sie für sich brauchen.
    Sie wissen um Ihren Weg und Ihre Entscheidung zum Hospiz soll Ihnen helfen und Ihnen alles geben, um Ihren Weg in Würde weiter zu gehen. Ich hoffe, dass Sie die Ihnen entgegen gebrachte Zuneigung Ihrer nahen Menschen Kraft gibt.
    Sie haben meine Achtung für Ihre Offenheit und mein Mitgefühl für Ihre Geschichte, die Sie erzählten. Das war mutig! Nehmen Sie das Gute für sich mit und bewahren es bis zuletzt.
    Ich wünsche Ihnen viel Nähe und Wärme für sich selbst.
    maro

  61. caroline.eve.trapp@google.com sagt:

    Vielen herzlichen Dank für ihre lieben Worte !

  62. rosiwita sagt:

    Hallo, ich würde mir wünschen, dass auch die Kirche in den Predigten etwas zu diesem Thema „Schwarze Schafe “ in der Familie beitragen würde. Ich habe keine einzige Predigt im Internet finden können die so offen über Seelischen Missbrauch und Ausgrenzung gesprochen hat, die in Familien existiert. Das Thema Gasligthting sollte für Pfarrer interessant sein.

  63. caroline.eve.trapp@google.com sagt:

    Vielen herzlichen Dank liebe Maro für ihre aufmunternden Worte !
    Liebe Grüße, Caroline-Eve

  64. maro sagt:

    … 🙂 Alles Gute weiterhin.
    LG, maro

  65. maro sagt:

    Zum Thema Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie habe ich im Buch „Emotionale Erpressung“ von Susan Forward eine Aussage gefunden, die ich gerne hier mit anderen schwarzen Schafen, die auch den Kontakt abgebrochen haben, bzw. darüber nachdenken, teilen möchte: S.272/273

    „Für die eigene Wahrheit einstehen:
    Roberta kam ebenfalls zu dem Schluß, dass eine Trennung notwendig war. Es war ihr nicht möglich, den Kontakt zu ihrer Familie weiterhin aufrechtzuerhalten.

    (Roberta sagt zu Susan)
    Es ist für mich unverzichtbar, dass sie das, was ich ihnen sage – dass mein Vater mich als Kind mißhandelt hat -, akzeptieren und glauben. Es hat für mich keinen Sinn, Bedingungen für eine Beziehung zwischen uns festzulegen, weil ich jahrelang Erfahrung mit diesen Menschen habe und weiß, was sie tun werden. Sie werden die Wahrheit über meine Kindheit nicht akzeptieren, und sie werden so lange sagen, dass ich verrückt bin, bis ich mich ihrer Version anschließe. … und dass ich ihnen (den Eltern) das, was sie wollen, nämlich dass ich ihrer Version der Wirklichkeit zustimme, nicht geben kann. Jedenfalls nicht dann, wenn ich nicht verrückt werden will. Also läuft es darauf hinaus, was Sie mir von Anfang an gesagt haben – sie oder meine geistige Gesundheit. Und ich wähle meine geistige Gesundheit.“

    Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwierig und langwierig der Prozess bis zu dieser Entscheidung ist, habe ich diese Textstellen hier zitiert, die m.M.n. sehr gut die Härte des Themas aufzeigen. Auch wenn hier Mißhandlung durch den Vater benannt wird, ist dies bestimmt nicht der einzige akzeptable Grund für einen Kontaktabbruch. Die Gründe für einen Abbruch sind verschieden und es ist eher die Frage wie viel individuell aushaltbar ist. Niemand darf darüber entscheiden, wie hart etwas für einen anderen Menschen ist. Nur man selbst kann entscheiden wie viel und was aushaltbar ist. Menschen neigen dazu, darüber zu urteilen was und wie viel ein anderer auszuhalten hat, bzw. die Schwere zu beurteilen. Dabei wird der Fehler gemacht von sich selbst auszugehen und die eigene Person als das Mass der Dinge zu nehmen. Das ist m.M.n. grundverkehrt. Tief im Innern eines jeden Menschen gibt es eine eigene Instanz, die ja oder nein sagt. Das muss man akzeptieren und stehen lassen. Das setzt m.M.n. allerdings voraus, dass dem ein differenziertes Durcharbeiten voraus gegangen ist.
    Vielleicht bietet der Auszug aus dem Buch dem ein oder anderen schwarzen Schaf eine Unterstützung bei Überlegungen zu einem eventuellen Abbruch. Es ist definitiv ein einschneidender Schritt, der m.M.n. erst in letzter Konsequenz eingeschlagen wird. Damit ist nicht gemeint, dass ich grundsätzlich Kontaktabbrüche befürworte. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst klären. Aber vielleicht ist Roberta’s Aussage etwas nützlich, oder bestätigend und vermittelt Trost im Ringen um eine Entscheidung. Ich hatte das Gefühl, da gibt es noch jemand anderes, die gerungen hat und schließlich ihre Antwort für sich fand. Und damit war ich nicht mehr allein. Das war tröstlich, auch wenn meine Entscheidung schon so lange her ist.

  66. osterhasebiene langnase sagt:

    Roberta (im Gespräch mit Susan) bringt den Konflikt m.E. ziemlich genau auf den Punkt. Das ist auch meine Erfahrung. Psychische Gesundheit versus Familienvorgabe. Daher ist es hier so wichtig, sich die eigenen Empfindungen nicht „ausreden“ zu lassen. Das ist eigentlich der ganz entscheidende Punkt. Sehr subjektiv. Die Instanz, die das (wieviel ertragbar, akzeptabel ist) beurteilen kann, liegt nur in einem selbst. Es kann kein Experte diesen Job übernehmen. Und ich kann nur immer wieder betonen (aus meiner Erfahrung), dass ausschließlich das tiefe Verstehen des Familiensystems, eine Loslösung bewirken kann. Es passiert dann einfach, weil das Interesse an dieser Familie (automatisch) verloren geht. Wer würde in ein Auto steigen, das andauernd gegen die Wand fährt? Oder bildhaft ausgedrückt: Eine Wanderung aus dem (Tief)Nebel in Höhen mit klarer (Fern)Sicht. Psychologie und Psychotherapie, Vorbilder ( Menschen, die tatsächlich wissen, worum es geht, die selbst gerungen haben und ein Stück weit(er) Richtung Mensch-Sein sind), ist eine ausgezeichnete Hilfe. Hier sollten keine Kosten gescheut werden. Änderung geschieht nur, wenn auch das Unterbewusstsein vollkommen überzeugt ist. Daher greift das positive Denken nicht, oder nur kurzfristig, weil im Unterbewusstsein ein anderes Programm wirkt (ein viel viel mächtigeres), erst wenn dieses Programm umprogrammiert wurde, ändern sich Dinge grundlegend. Das zu vollbringen, ist die härteste Arbeit, die es m.E. gibt und echte Leistung. Es geht auch nur in kleinen Schritten, jedoch beständig auf ein Ziel hin, welches selbst gewählt wird. Die kleinen Erfolge zu feiern, ermutigt, motiviert und macht den Weg (teilweise) sogar zu einer spannenden Reise.

  67. Michaela sagt:

    Hallo! Noch habe ich das Buch nicht gelesen, da ich weiß dass meine Tochter vorhat es mir demnächst zu schenken ;-); aber allein von dem Buch zu erfahren und diese Homepage haben mir schon jetzt ausserordentlich gut getan- wie viele hier schreiben ist allein das erfahren das es anderen ähnlich geht, man nicht das einzige schwarze Schaaf ist, unglaublich erleichternd und wie ein Sonnenstrahl hinter einer Nebelwand. Ich freue mich sehr auf die Lektüre!!! Ich bin 44 Jahre alt und gerade in einer stationären Langzeittherapie wegen Suchtproblematik und psychischer Störungen, die wie sich immer mehr herausstellt ihre Wurzeln in der traumatischen Erfahrung, von Kind an in der eigenen Familie gemobbt worden zu sein, haben. Wir waren (bzw eigentlich sind) 6 Kinder von 3 Männern von einer Mutter, die völlig unfähig war Gefühle zu zeigen (oder gar zu empfinden, keine Ahnung!), und als ich 3 Jahre alt war kam mein Stiefvater dazu (die jüngeren Geschwister sind seine Kinder). Mein leiblicher Vater hatte meine Mutter während der Schwangerschaft mit mir verlassen, ich sollte eigentlich die Ehe kitten und habe von klein an gehört dass „der Arsch mit seiner neuen Freundin ins Krankenhaus kam“ als ich geboren wurde-da ich ihm ähnlich sehe hatte ich wohl von Geburt an die sogenannte „Arschkarte“. Mein Stiefvater hat mich seit ich denken kann als „Negerlippe“, „fette Sau“, „dumm wie Schiffersscheisse“ etc betitelt, meine Mutter hat mich nicht ein einziges Mal umarmt, ich habe nie ein einziges liebes Wort von ihr gehört. Schläge gab es ohne Vorwarnung mit der anschliessenden Erklärung dass ich es Schuld sei dass er mich schlagen müsse, so ein furchtbares Kind sei ich. Meine Geschwister waren froh dass ein anderer es abbekommt, jeder hat ihm nach dem Mund geredet und wenn eins meiner Geschwister irgendwas angestellt hat war es auch meine Schuld, da sie ja nur mich nachahmten. Wenn ich mal nicht zuhause war zb wegen einem Krankenhausaufenthalt wurde mir wochenlang gesagt wie schön es doch war als ich weg war. Eine Spezialität meines Stiefvaters waren fiese Witze über mich am Essenstisch über die alle lachen mussten ausser mir- es war die Hölle. Vor allem weil ich es verinnerlichte was man mir sagte- dass ich nichts wert sei, dass man mich nicht mögen KÖNNE weil ich so furchtbar sei etc. Als er mich als ich 14 1/2 war so verprügelte dass ich die Treppe runterflog weil ich nicht ordentlich gespült hatte bin ich selbst zum Jugendamt marschiert und habe um Heimunterbrinung gebeten- da mein Stiefvater bei der Bundeswehr war und nach aussen die heile Familie repräsentiert werden sollte war ich von dem Tag an ganz offiziell „der Staatsfeind No 1“- ich würde das alles erfinden, die Familie aus Boshaftigkeit blamieren wollen „wahrscheinlich weil ich nicht genug Taschengeld bekommen habe“ und man könne ja meine Geschwister fragen, DIE hätten NICHTS zu beanstanden. Das war auch schlimm für mich, die Feigheit meiner Geschwister, froh nicht selbst der Buhmann zu sein- ich habe dann vor 15 Jahren den Kontakt zu ALLEN abgebrochen, da bis heute jeder in dieser kaputten Familie lieber eine Lebenslüge lebt um nach Aussen die ganz normale Familie darzustellen. Dieses „das stimmt doch garnicht!“, das hat mich fast kaputtgemacht. Ich bin sehr froh dass ich hier in der Langzeittherapie ENDLICH verstehen lerne das kein Kind „böse“ auf die Welt kommt und ich, wenn ich tatsächlich „bockig“ gewesen sein sollte nur ein produkt meiner Umwelt war! Ich freue mich sehr auf die Lektüre und werde gern Teil der schwarzen Herde 🙂 Ich sage jetzt, wenn man in DIESER Familie Familie das schwarze Schaaf ist ist man eigentlich die/der gute 🙂 Ganz liebe Grüße an alle Michaela

  68. Michaela sagt:

    Danke 🙂

  69. Pauline sagt:

    Hallo liebe Herde,

    lange Jahre wollte ich es nicht wahrhaben, aber auch ich bin ein tief schwarzes Schaf, das seiner Herkunftsfamilie das Leben schwer gemacht hat und trotz verzweifelter Versuche eine gute Tochter zu sein, 2011 zum „erledigten Fall!“ (O-Ton meiner Mutter) wurde. Mit 9 Jahren hatte ich zum ersten Mal das Gefühl neben mir zu stehen (Depersonalierung), bekam Magenschleimhautentzündungen, ab 18 massive Panikattacken mit Krankenausaufenthalten unter tagelanger Todesangst. Die (schlechte) Beziehung zu meinen Eltern hat auch meine Ehe (ich bin 30 Jahre verheiratet) immer wieder sehr belastet. An meinen zwei tollen Kindern ist dieser Psychoterror ebenfalls nicht spurlos vorüber gegangen. Der Kontaktabbruch zu meinen Eltern war letztendlich bitter nötig, nur dass ich ihn nicht selbst vollzogen habe, sondern meine Mutter. „Damit ist der Fall für mich erledigt!“ sagte sie am Telefon und ich habe seitdem nie wieder von ihr gehört. Das Gefühl, ein außergewöhnlich schlechter Mensch zu sein wurde bei mir noch verstärkt durch die Tatsache, dass die gesamte Verwandtschaft nichts mehr mit mir zu tun haben will, einschl. meiner Lieblingscousine, die mich anrief und sagte: „Bitte versteh, dass ich den Kontakt zu dir nicht halten kann!“ Ich habe niemanden umgebracht, nichts getan, was ein derartiges Verhalten erklären könnte. Ihr Buch, Herr Teuschel ist ein Segen! Ich habe einige Therapien hinter mir, mich selbst hinterfragt und viel an mir gearbeitet, aber nichts hat meine Situation so auf den Punkt gebracht und so gut erklärt wie Ihr Buch! Es wird noch lange dauern, bis ich auch den inneren Abstand so weit entwickelt habe, dass die Seele wirklich heilen kann, aber Ihr Buch hat mich diesem Ziel einen großen Schritt näher gebracht! Herzlichen Dank dafür!

  70. Pauline sagt:

    Dankeschön, Herr Teuschel und maro!
    Ich wünsche allen gefärbten Schafen, ob dunkel oder bunt, dass sie das Gefühl der Einsamkeit und Fremd- bzw. Andersartigkeit besiegen können. Es hilft schon sehr zu erkennen, dass man nicht alleine ist mit diesem Problem.
    Liebe Grüße!

  71. caroline.eve.trapp@google.com sagt:

    Herr Teuschel – ich würde sie gerne was fragen in sehr persönlicher Sache ???
    Wie kann ich mit ihnen Kontakt aufnehmen ????
    Eve – Caroline

  72. Nina T. sagt:

    Hallo liebe Herde :-),

    auch ich bin ein tiefschwarzes Schaf :-). Es würde den Thread hier sprengen, wenn ich meine ganze Lebensgeschichte erzählen würde. Ich bin mit guten Genen ausgestattet und konnte auf die wenigen Schutzengel, die mir im Leben begegnet sind, hören. Dadurch habe ich es zumindest geschafft, rein äußerlich mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen. Durch meine Schutzengel inspiriert habe ich mit Anfang 20 den Kontakt zur Familie radikal abgebrochen. Das hatte zur Folge, dass es beruflich und persönlich erstmal bergauf ging. Doch mit Anfang 30 hatte ich einen Burnout. Danach hing ich etwas in der Luft, weil ich mir das nicht so recht erklären konnte. Jetzt mit 35 habe ich eine Familie gegründet und eine sehr süße 8 Monate alte Tochter. Jetzt habe ich viel mehr, als viele Menschen. Das Geld reicht, eine Familie, ich lebe in einem reichen Land etc….dennoch bin ich morgends aufgewacht und war nicht glücklich sondern leicht „diffus“ depri, obwohl es doch gar keinen Grund dafür zu geben scheint….?!Dann stieß ich auf das Buch und wartete eine Weile, was es mit mir macht.
    1. Wenn ich jetzt morgends aufwache und leicht „klar“ depri bin, kann ich besser mit diesem Gefühl umgehen, weil ich es mir gönnen kann depri zu sein. Ich lass es einfach zu und kann jetzt meinen Tag viel besser angehen. Ich verurteile mich nicht mehr für dieses Gefühl und dadurch löst es sich komischerweise auf.
    2. Weiterhin hat es mir die Augen geöffnet, dass man als schwarzes Schaf im späteren Leben allen beweisen möchte, dass man eigentlich kein schwarzes Schaf ist. Das hat mich in den Burnout getrieben. Mein Verhalten im zwischenmenschlichen Bereich in der Vergangenheit mußte ich nochmal stark überdenken. Es ist ein ganz schöner Druck gewesen, immer beweisen zu wollen, wie nett und toll ich doch eigentlich bin. Das ist jetzt endlich vorbei!
    3. Zum Abschluss kann ich mit meinen Träumen gelassener umgehen. Ich hatte letzte Nacht mal wieder seit längerem so einen richtigen schwarzen Schaf-Traum. Aber als ich morgends aufgewacht bin, konnte ich gelassen mit den Schultern zucken und zu mir sagen: Hey ist doch klar, dass du ab und zu nochmal davon träumst, ist doch auch richtig viel passiert in der Vergangenheit. Und damit war mein Kopf dann frei und ich einfach entspannter. Ich denke diese Träume werden mich mein Leben lang begleiten und mich dazu ermahnen mit meiner Familie und meinem Kind anders um zu gehen.

    Als nächstes möchte ich gerne das Ahnen-Buch lesen, aber leider ist dieses nicht als ebook erhältlich 🙁 🙁 :-(.

    Danke Herr Treuschel, für diese tolle Buch! Auch sie gehören somit zu meinen Schutzengeln!

    Nina T.

  73. Gretel sagt:

    Liebe schwarze Herde,
    ach wie gut, es gibt sie also doch, die anderen Schwarzen Schafe. Herzensgrüße von mir an alle. Die Berichte sind teilweise tief bewegend und ich habe kurz gedacht, na stell‘ Dich nicht so an, da bist Du doch nur grau… typisch, alles abzuwiegeln.

    Aber nein! Das Gefühl, ein „Alien“ zu sein für die Menschen, die mich eigentlich lieben sollten, ist und wohl allen gleich. Mein tiefstes Mitgefühl an alle, die körperlich und seelisch misshandelt wurden. Ja, auch mir ist das passiert. Meine Eltern trennten sich, als ich ganz klein war. Ich blieb beim Vater und meine Stiefmutter misshandelte mich – sie schlug mich und steckte meinen Kopf in die Toilette… Mein Vate hat sich nie wirklich hinte mich gestellt.

    Meine Mutter und meine zwei Schwestern, bei denen ich nicht aufwuchs, aber die ich immer wie den lieben Gott auf einen Sockel gestellt hatte, haben mich später auch ausgegrenzt, das war zund ist schon sehr schlimm. Was soll man da von sich halten?

    Nach ganz, ganz viel Nachdenken und Hilfe bin ich mit 47 Jahren sooo stolz, dass ich überlebt habe. Und nicht nur das – ich bin beruflich sehr erfolgreich, habe 2 herzallerliebste Kinder, eins ist erst drei Jahre alt! Mein Ehemann ist nicht ganz einfach aber ein guter Mensch! Ich habe ein schönes Zuhause und eine Katze zum Schmusen. Morgen gehe ich zu meiner Schwester zum Heiligen Abend und bekomme erneut die Scheinheiligkeit vorgespielt. Ich habe es nicht fertig gebracht, den Kontakt abzubrechen. Nur, heute streite ich mich (für mich selbst, das macht Spaß) und habe keine Angst mehr, noch mehr ausgegrenzt zu werden. Auch sie haben nicht genug Liebe bekommen. Oft halten wir, die Schwarzen Schafe, das System noch zusammen, was ohne uns schon längst zerbrochen wäre. Bestimmt steht das auch in Ihrem Buch, Herr Teuschel. Es ist noch oft schwer zu fassen, aber einfach die Wahrheit: es liegt nicht an uns. Toll.

    Schön, ich freue mich, den Weg nun vielleicht ein Stück gemeinsam gehen zu können.

    Viele liebe Grüße

    Gretel

    • osterhasebiene langnase sagt:

      Liebe Gretel, es freut mich sehr, zu lesen, dass es wieder ein Schwarzes Schaf – trotz widriger Umstände – geschafft hat, seinem Leben eine positive Wende zu geben. Das ermutigt auch andere Schwarze Schafe. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Glück, Erfolg und alles Gute!
      Viele Grüße osterhasebiene

      • Gretel sagt:

        Liebe Osterhasebiene Langnase,

        vielen Dank für Ihre Antwort, darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich würde mich gern mehr austauschen und bin ein bisschen ratlos, wo ich nach den letzten Beiträgen in den Foren suchen kann… im Archiv habe ich nichts gefunden und ansonsten meist Beiträge von Herrn Teuschel. Ein tolles Buch hat er geschrieben. Beim Lesen musste ich trotz der positiven Wende in meinem Leben zwischendurch öfter mal heftig schlucken. Es ist damit nochmals bewiesen, ich bin ein typischer Fall und ein waschechtes schwarzes Schaf, nicht abfärbend. Darauf ein kräftiges „Mäh“!

        Na gut, schwarz soll ja die Farbei der Künstler und Kreativen sein. Kann als schwarzes Schaf nicht schaden, kreativ zu sein. Zum Glück macht schwarz wenigstens schlank 😉

        Und jetzt such‘ ich das aktuellste Forum und poste meine tiefschwarze Weihnachtsgeschichte.

        Ich würde mich freuen, mehr zu lesen.

        Gretel

        • osterhasebiene langnase sagt:

          Liebe Gretel,

          die Schwarze-Schaf-Rolle ist eine ganz besondere Ausgangsposition im Leben, birgt viele Chancen (z.B. Eigenständigkeit, Leistungsbereitschaft ect.) und auch viele Gefahren (z.B. Burnout, Ausgenutzt-Werden ect.). Wir müssen gut auf uns aufpassen und dürfen unsere eigenen Ziele und Wünsche nicht aus den Augen verlieren, lernen sich im richtigen Maß abzugrenzen sowie sich zu öffnen. Das Buch von Herrn Teuschel ist daher auch so besonders wertvoll und nützlich. Der familien-systemische Ansatz ist meiner Erfahrung nach einer der erfolgreichsten Wege, um Frieden mit seinem Schicksal zu schließen. Es lohnt sich in der Familiengeschichte zu forschen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen, denn niemand handelt aus reiner Böswilligkeit. Diese innere Logik zu verstehen führt mit der Zeit zu einer Versöhnung mit diesem Schicksal. Schlechter ist es m.E. in unrealistischen Wunschvorstellungen und Illusionen zu schwelgen, besser, den Tatsachen ins Auge zu schauen und versuchen, das Beste daraus zu machen. Hier auf den Seiten der Schwarzen Herde sind viele gute Anregungen zu finden. Im Forum kann man auch intimere Sachen zur Sprache bringen, was für mich auch sehr entlastend war. Schwarz ist die Farbe der Kreativen und davon braucht man auch jede Menge, aber was wäre des Leben ohne Herausforderung!

          Ganz viele Grüße
          Osterhasebiene Langnase

  74. Aida sagt:

    Jetzt habe ich, schwarzes Schaf, doch auch hierher gefunden und freue mich, mich einer Herde von Individualisten anschließen zu können/dürfen.

    • Peter Teuschel sagt:

      Na dann herzlich willkommen!
      🙂

    • maro sagt:

      Das mit den Individualisten gefällt mir. Aida erinnert mich an die beeindruckende Oper, die ich mal in der Arena di Verona gesehen habe.
      Auch von mir ein herzliches Willkommen.

      maro

    • maehmaeh sagt:

      Ja, das gefällt mir, die Herde von Individualisten. Individualisten, die Verantwortung für ihr Leben übernehmen und das Leben lieben. Gruss, maehmaeh

  75. Sündenbock sagt:

    Wie das Universum so spielt……
    Gerade „zufällig“ hier gelandet.
    Letztes Jahr durch eine wichtige Website überhaupt erst einmal das Thema _Narzisstische Mütter_ „be-greifen“ können.
    http://www.narzissmus.org/sundenbock-und-goldenes-kind.php

    Mit 43 Jahren endlich kapiert was schief lief/läuft.

    Und morgen kauf ich mir ihr Buch.

    • Pauline sagt:

      Herzlichen Dank für diesen erhellenden Link. Beide Rollen mit all ihren Konsequenzen sind mir sehr vertraut….
      Auch das dort erwähnte Thema Triang. hat mir noch einmal mehr die Augen geöffnet. Immer wenn ich neue Erklärungen finde, die so genau passen, könnte ich weinen vor Erleichterung und gleichzeitig Traurigkeit, dass die Dinge so sind wie sie sind.
      Das Buch von Herrn Teuschel wird Ihnen wieder mehrere Schritte weiter helfen. Ich habe es schon gelesen und kann es nur wärmsten empfehlen. Alles Gute!

  76. maehmaeh sagt:

    Hallo Herr Teuschel
    Inzwischen habe ich das Buch auch gelesen und bin sehr dankbar. Mir sind nochmals Welten aufgegangen. Es ist differenziert und zeigt die verschiedenen Arten schwarzer Schafe. Vor allem zeigen Sie auch die „Macken“ auf, in denen schwarze Schafe sich verfangen können. Ich gehe seit Jahren mir selber auf die Nerven mit meiner Wohnungssucherei. Eine Wohnung zu finden ist hier, wo ich wohne, zwar schwierig. Aber mein grösseres Problem ist die innere Heimatlosigkeit, gepaart mit der Vorstellung, dass es woanders eine bessere Wohnung gibt und das alle anderen sowieso bessere Wohnungen haben. Nachdem ich Ihr Buch gelesen habe, werde ich mich der inneren Beheimatung zuwenden, wie auch immer das gehen soll.
    Gefährlich ist Ihr Buch nicht, aber schmerzhaft. Und hilfreich. Vielen Dank.

  77. Bergschaf sagt:

    Als ich Herr Teuschels Buch las,da dachte ich. Da! Da steht,was ich schon lange wusste,was ich nicht in Worte fassen konnte.
    Wenn ich mich fragte: Warum.
    Meine Mutter schlug mich,seit ich denken konnte.Mit acht dann täglich der Stiefvater,ein Alkoholiker,der nicht arbeitete.Das ich zu nichts tauge,zu dumm für alles bin und die Ursache all ihrer Probleme bin. Nur mein Bruder,der war das perfekte Kind.
    Mit der ganz grossen Zukunft. Arzt,oder Architekt würde er werden. Niemals krümmte man ihm auch nur ein Haar.
    Zu mir sagten sie: Du bist nichts,du kannst nicht. Aus dir wird nie was werden.Nur ein Mädchen,Dreck.
    Sie schlugen mich fast tod,ich hungerte und fror,aber am schlimmsten zerstörten sie mich seelisch.Zerschlagen bepinkelt vor Angst und Schmerz am Boden,keine Würde mehr.
    Mein Stiefvater hatte aus der ersten Ehe einen kleinen Sohn,Ich liebte ihn so sehr,das war mein wahrer kleiner Bruder.Der Stiefvater zahlte keinen unterhalt und machte der Ex das Leben zur Hölle.
    Da beging sie Suizid und nahm den Jungen mit.So stand ich an meinem 14 Geburtstag am Grab des Kleinen.
    Danach wütete der Stiefvater im Suff mit mir noch schlimmer als je zuvor.Es war ein Leben in der Hölle,ohne jede Hoffnung.
    Nach heutigen Masstäben hätten meine Eltern dafür 10 Jahre Haft gekriegt.
    Als ich aus der Grundschule kam,musste ich sofort in der Fabrik arbeiten.Berufsschulpflicht? Danach hat niemand gefragt.Ich heiratete mit 17,doch die Flucht aus dem Elternhaus endete bei dem nächsten Trinker,der mich schlug und Schulden machte.
    Ich dachte,so ist das Leben und meine Mutter sagte,ich könnte froh sein,das ich überhaupt einen Mann habe.Ansprüche hätte ich keine zu stellen und es war auch so,das ich nichts konnte und nichts war.Am Ende war der Fabriklohn nicht mehr genug und ich musste das einzige verkaufen,was noch etwas taugte. Mein Körper.
    Nach 7 Jahren Schulden abtragen wollte ich damit aufhören,aber alle,mein Mann,mein Bruder und die Mutter wollten es mir nicht zugestehen.
    Da wusste ich,das es mit ihnen nie ein besseres Leben für mich geben wird und kickte sie aus meinem Leben.Das war eine Zeit grosser Ängste,ein Kampf ums nackte Leben,ich habe diese Schritte nur bewältigt,weil mir eine evangelische Familien u. Eheberatungsstelle bei allem half.
    Manchmal habe ich auch in Stunden der höchsten Angst die Telefonseelsorge angerufen,sie machten mir immer Mut.
    Jetzt sollte sich zeigen,ob ich noch für anderes tauge,als immer nur ein dummes nichtsnutziges Lebewesen zu sein.Es war sehr schwer,allein zu sein mit allem.
    In 4 Jahren hatte ich mein Examen gebaut,einen Beruf gelernt.Dann auf Kredit das kleine Haus gekauft.Der erste sichere Platz in meinem Leben.Mit Garten,der mich heilen sollte.Wo ich meine ganzen kindlichen Bedürfnisse ausleben kann.
    14 Jahre konnte ich noch arbeiten,dann beförderte mich mein zerschlagener Körper in Rente.Aber heute habe ich begriffen,warum es mir im Leben so ergangen ist und wer ich wirklich bin. Kein schlechter Mensch,Nur ein schwarzes Schaf. Aufgestanden aus dem Dreck.
    Natürlich hat mich mein richtiger Vater enterbt,kurz nach der Berufsausbildung.Auch für ihn war ich nie gut genug.Es war für mich,als ob er selbst nach seinem Tod nochmal nachtritt. Mitten in die Seele.So unglaublich schmerzhaft.
    Beide Eltern sind nun gestorben,der Stiefvater auch,das ist gut so. Nein ich habe ihnen nicht verziehen. Meinem Bruder auch nicht.
    Das werde ich auch nie.Viel wichtiger war,mir selbst zu verzeihen.
    Denn kein Mensch hat mich je so hart gerichtet,wie ich mich selbst.
    Eine korrekte Einstellung zu sich selbst zu erlangen,ist Aufgabe genug.
    Ich glaube,heute bin ich fast immer glücklich. Mit wenigen Freunden,mit dem Besten aller Hunde an der Seite,auch Katzen,dem Garten und den Büchern.Jetzt im Winter noch der Ofen,das Kiefernholz prasselt und der Feuerschein beleuchtet das Zimmer.
    Nie mehr frieren…auch der kindliche Wunsch ist in Erfüllung gegangen.
    Draussen schneit es. Göttlich schön:-)
    Mein grösster Luxus ist Zeit,zum denken,träumen, spielen.
    Das Internet dazu,als unendliche Bibliothek.Wenn man dann noch eine Seite,wie von Dr. Teuschel findet und sein Buch.Danke dafür.Es hilft schon,wenn man versteht,was gewesen ist und warum.Wichtig ist auch,zu wissen,wir sind nicht schuldig. Wir hatten nur kranke Eltern.
    Und betrachtet man die Bedingungen,die wir schwarzen Schafe hatten,dann haben sich die meisten verdammt gut geschlagen.

    • maehmaeh sagt:

      Hallo Bergschaf, das hast Du gut gesagt. Ja, die meisten schwarzen Schafe haben sich verdammt gut geschlagen. Und ich wundere mich immer wieder, wie das möglich ist. Bzw.: mir kommt gerade ein erschreckender Gedanke: Vielleicht haben sich nur die schwarzen Schafe gut geschlagen und Glück gehabt, die sich bis auf diese Seite finden. Und wir wissen nicht, wie viele schwarze Schafe unterwegs abgestürzt und verloren gegangen sind. Ein sehr trauriger Gedanke. Ich glaube, wir können dankbar sein, wenn wir alles überlebt haben und ein eigenes Leben aufbauen konnten.
      Geniess die Zeit an Deinem Ofen mit dem lebendigen Feuer. Und dann den Garten und den Hund die Katzen…
      Mit einem herzlichen Gruss, maehmaeh

      • Petra sagt:

        Hallo Maehmaeh und Bergschaf und alle anderen,
        ich habe mich lange nicht gemeldet, verfolge aber immer interessiert die Beiträge und frage mich jeden Tag immer mehr, warum ich das Glück hatte, glücklich werden zu dürfen?

        Vielleicht liegt es daran, weil wir schwarze Schafe immer mit Enttäuschungen, Demütigungen von Kindheit an vertraut waren?

        Außer meiner abgeschlossenen Lehre hatte ich nichts vorzuweisen, bin in eine ganz fremde Stadt gezogen, habe alle Brücken hinter mich abgebrochen und mit Volljährigkeit einen Neubeginn gewagt.und von meinem Leben mehr bekommen, als ich es je erhofft geschweige denn gewünscht hatte.

        Auch mir wurde nichts geschenkt; ich kann auf eine 45-jährige Pflicht-Kammermitgliedschaft zurückblicken.

        Ich habe meine Zeit mit Ofen (Wochenendgrundstück), Hund, Natur, Unkraut jäten gehörte auch dazu, über 20 Jahre genossen.

        Deshalb liebe Schafe, gebt nicht auf und werdet stark durch Eure Enttäuschungen und überseht dabei nicht die Schafe, ob weiß oder bunt, neben Euch!

        Eine Frage hat mich geprägt: „Welcher Mensch ist der wichtigste Mensch für dich?“ — der, der gerade vor mir steht ….

        Und ich habe dann entschieden, tut mir dieser Mensch gut oder nicht?

        Heute stand ein Artikel in einer Tageszeitung von „Janosch“, der 85 Jahre alt geworden ist in der Zeitung, der zig Kinderbücher und Illustrationen veröffentlicht hat (Tigerenten usw.) … eine für mich grausame Kindheit, die er mit seinen Büchern und Zeichnungen als „heile“ Welt verarbeitet hat.

        Sucht Euch eine für Euch passende Nische, um zu euch selbst zu finden.
        Liebe Grüße!
        Petra

      • Bergschaf sagt:

        Hallo:-)
        Ich glaube leider,du hast recht.Habe diesen Aspekt bewusst unterschlagen.Jeder von uns kennt diese Momente,wo man sich hinlegt und manche stehen eben nie mehr auf.

        Wir,die da sind,hatten nur Glück.Vielleicht sind wir auch nur einmal mehr aufgestanden,als uns andere runtergeschlagen haben:-)
        Es ist Fakt,das wir Überlebende sind.
        Mehr auch nicht.Es wird immer Tage geben,da erinnern uns die Narbenschmerzen an das Geschehene.Trotzdem.
        Die Gegenwart und Zukunft gehört nur uns und wir sollten uns bemühen,unser Leben so schön es geht zu gestalten.
        Ich finde schon,wir haben es uns verdient.Herzliche Grüsse an alle schwarzen Schafe.Das Gras ist nie grüner,als nach einem harten Winter.

    • Steinbock sagt:

      Hallo Bergschaf, Dein Beitrag hat mich sehr berührt und „Aufgestanden aus dem Dreck“ finde ich sensationell gut formuliert 😉 Herzliche Grüße

  78. maro sagt:

    Schwarz und verkohlt,
    vor den Trümmern
    um mich Leblosigkeit,
    atme ich den Ruß
    der anderen,
    quält und tötet langsam.
    Die Mitgift klebt in den Poren
    und verschweisst
    die Worte nach innen,
    trommelnd an fremde Wände
    der eigenen Haut.
    Kein Platz
    sich öffnend,
    schwebend in der Raumlosigkeit
    als einziger Ort.

    • Bergschaf sagt:

      Hallo,wieder mal hier rein geschaut.Das Thema bewegt mich wohl ein Leben lang.Aber Maro,ich hoffe dein Gedicht spiegelt nicht deinen Seelenzustand….
      Wir sollten den Blick nicht immer nur zurück wenden,auf die Trümmer unserer Verletzungen.
      Sondern auch wahrnehmen,was wir jetzt an Gutem haben.
      Wenn wir das nicht bewusst tun,dann haben sie uns wirklich besiegt.Die,die uns als schwarze Schafe diskreditiert haben.
      Aber wir wollen ihnen den Sieg über uns nicht kampflos nachwerfen,nicht wahr ?
      Was das Leben anbetrifft…..
      Auch ohne psychiatrische Knaller wie Narzismus,Persönlichkeitsstörungen aller Art und „schwarzes Schaf Syndrom“, in der Sippe ist das Leben schon schwer genug auf dieser Welt.
      Das der Mensch dem Mensch ein Wolf ist,ist so neu nun auch nicht.Jeder der lange genug mit der Gattung Homo s. lebt,wird als Resultat eine Seele haben,die wie ein Kopf Salat nach einem Hagelschaden aussieht:-)
      Das einzige,was zählt ist,so lange und so gut zu überleben wie möglich. Und den Deppen,die uns belasteten,nicht zuviel Gewicht in unserem Leben einräumen.
      Denn sind wir mal ehrlich.Wem nix besseres einfällt,als sein Kind zum Sündenbock zu stempeln,es fertigzumachen wie ein Schnitzel,stellvertretend für alle eigenen Versagen,der kann ja nicht der Hellste gewesen sein.
      Solche Gestalten sollten wir uns geistig nicht den Rest des Lebens wie eine Knastkette ans Bein binden.Wir sollten sie lassen,wo sie hingehören. In einer lang vergangenen Zeit.
      Irgendwann werden wir vielleicht,uralt und weise ,auf sie zurückblicken und sie sind verblasst.Wie Monster aus einem Kindercomik.

  79. Justina sagt:

    Leider ist der Beitrag ad COMPLIANCE bzw. ADHÄRENZ nicht mehr in den Beiträgen zu finden. Deshalb mein Kommentar auf diesem Weg, in aller Kürze: Ich finde diese Bezeichnungen in der Tat auch nicht zielführend, wahrscheinlich Oberflächlichkeit und Gedankenlosigkeit. Nur, wer interessiert sich für das „Wohlergehen“ der niedergel. Ärzte? Interessiert es einen einzigen Menschen, daß ein Internist mit mehrjähriger qualifizierter Facharztausbildung die eingeforderte
    Diagnostik, Gesprächstherapie, gegebenenfalls Zuweisung zu anderen Fachärzten mit Euro 45,- pro Quartal und Patient (ungeachtet der Häufigkeit der Besuche in der Praxis) bekommt, für einen Hausbesuch bekommt er Euro 3,54 zuzügl. Euro 2.- Fahrpauschale… Diese Diskussion ist mir zu einseitig, die Bewertung zu kurz gegriffen. Mit freundl. Grüßen Justina

  80. maro sagt:

    Lieber Herr Dr. Teuschel,
    seit gestern ist mir aufgefallen, dass sich die Seite mit dem Forum nicht mehr anzeigen lässt.
    Sobald ich die Seite anklicke, erhalte ich nach einer Weile eine Info, dass die Seite einen Fehler hat. Haben Sie diese Meldung von anderen Usern auch erhalten? Hat sich da ein Fehlerteufel eingeschlichen?

    Beste Grüße
    maro

  81. Clara sagt:

    Hallo liebe Herde!
    ich bin auch ein schwarzes Schaf und möchte mich anschließen. Das Buch hat Ordnung in mein Gedanken- und Gefühlschaos gebracht. Dafür schon mal meinen herzlichen Dank!
    Jetzt bräuchte ich aber doch mal einen Ratschlag: Meine Kinder ( 20 und 16) können gar nicht verstehen, warum ich den Kontakt zu meinen Eltern vor ein paar Monaten endgültig abgebrochen habe- die sind doch ganz nett und ich soll mich nicht so anstellen…
    Ich empfinde das als sehr verletzend und illoyal und ihr Unverständnis (ich habe immer möglichst offen mit ihnen gesprochen) macht mich wütend.
    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen machen müssen? Was hat geholfen?

    • maro sagt:

      Hallo Clara,
      die Enttäuschung und Wut verstehe ich gut. Ich kenne dieses Unverständis von ehemaligen Freunden. Mich hatte das auch sehr verletzt. Jetzt kenne ich Ihre Familie und die Zusammenhänge nicht und kann daher nur ein paar Gedanken mitteilen.
      Vielleicht können Sie mit Ihren Kindern darüber näher ins Gespräch kommen und fragen was sie nicht verstehen können. Ich denke, es ist wichtig zwischen Ihren Eltern und den Großeltern Ihrer Kinder zu trennen. Ihre Erfahrungen mit ihnen sind andere als die Erfahrungen Ihrer Kinder mit den Großeltern. Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass Ihre Kinder sich um die Großeltern gebracht fühlen. Das mindert nicht Ihre Erfahrungen mit Ihren Eltern. Womöglich fühlen sich Ihre Kinder mit den Problemen überfordert und reagieren deshalb so? Das Unverständis Ihnen gegenüber könnte ein Signal sein. Ich weiß es aber nicht, da ich Sie und Ihre Familie nicht kenne. Sicher gibt es dabei noch mehr zu beachten. Wie steht Ihr Mann dazu? Das ist m. E. auch sehr wichtig.
      Ich habe mich von meinen Freunden und meiner Herkunftsfamilie deswegen getrennt. Ich bin vorsichtiger geworden, wem ich wieviel erzähle. Nicht Jeder bemüht sich um Empathie. Und alle Menschen haben unterschiedliche Kränkungen erlebt. Das kann verbinden, aber auch trennend wirken. Und letztlich hat jeder Mensch seinen individuellen Blick durch’s Leben. In der Jugend fallen eigene Entscheidungen und Positionen. Ich finde es wichtig Verletzungen im individuellen Zusammenhang zu betrachten. Vielleicht können Sie mit meinen Gedanken etwas anfangen? Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen alles Gute.
      Maro

      • Clara sagt:

        Hallo Maro,
        Vielen Dank für Ihre verständnisvollen Worte und Anregungen. Ich werde mir darüber in den nächsten Tagen ein paar Gedanken machen um Ihnen oder auch anderen Interessierten der Herde besser antworten zu können.

        Clara

  82. Waldfrosch sagt:

    Guten Abend, ich bin hier DAS NEUE…. schwarze Schaf. Las das Buch und fand mich in vielen Punkten wieder, verstanden, unterstützt. Sehr aufschlussreich das Kapitel über Unterstützer u.a. in der Verwandtschaft, da wird mir einiges klar. Als Kind hätte ich mir so gewünscht, dass einer oder eine in der relativ großen Sippe mal zu MIR hielt. Jetzt finde ich mich in einer schwarzen Herde wieder und lese den einen oder anderen Beitrag. Wühlt mich ganz schön auf. Bin aber auch froh, dieses Forum nun zu kennen. Sollte ich hier tatsächlich willkommen sein? Liebe Grüße an alle!

  83. maro sagt:

    Liebe schwarze Schafe, lieber Herr Dr. Teuschel,

    mich interessiert das Thema „fehlende Erinnerungen“. Es scheint Erinnerungen zu geben, die erst nach zig Jahren erinnert werden, z.B. über plötzlich auftauchende Bilder, die zuvor nicht auftraten. Ob dies tatsächliche Erlebnisse waren, oder nicht, wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Hierüber würde ich gerne mehr erfahren, über Pro und Kontra aus Sicht der psych. Fachleute. Sind diese späten Erinnerungen reale Ereignisse von vor über Jahrzehnten, oder handelt es sich dabei um etwas anderes, z.B. Sinnestäuschungen?
    Hat jemand dazu Fachartikel, Fachbücher etc. gelesen und kann etwas empfehlen? Dann freue ich mich auf Tipps. Wenn Sie, Herr Dr. Teuschel, Zeit haben mal einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben, wäre das super.

    maro

    • Peter Teuschel sagt:

      Sehr interessantes Thema, zu dem ich leider nichts Essentielles beitragen kann.

    • osterhasebiene langnase sagt:

      Solche Erinnerungen kommen manchmal z.B. in einer Hypnosetherapie ins Bewusstsein. Das kann z.B. eine komplett verdrängte Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch sein. Durch eine Situation/Szene/Gegenstand, ein Wort, ein Geruch o.ä. kann das früher Erlebte „erinnert“ werden, was z.B. während des sog. Hypnose-Talks passieren kann. Wenn in diesem tiefen Entspannungszustand, wie der Hypnose, solche Erinnerungen hoch kommen, dann sind sie -denke ich- schon als „wahr“ oder „real“ zu bewerten, denn der Verstand wäre gar nicht in der Lage, sich Geschichten auszudenken oder sich etwas zusammenzufantasieren. Das ist der „Risikofaktor“ oder die machmal schockierende Nebenwirkung der Hypnose. Aber das Unterbewusstsein ist so weise, dass es nur das ans Licht bringt, was auch kräftemäßig zu verarbeiten ist, was also zur Bearbeitung „dran“ ist. (das denke ich, ist auch ohne Hypnose der Fall) Ich habe selbst eine Hypnosetherapie gemacht und auch an mir festgestellt, wie sich „ausgedachte“ Geschichten über meine Kindheit quasi in Luft aufgelöst haben und ich plötzlich nur noch geweint habe, als die Realität/Wahrheit hoch kam. Ich habe auch eine Ausbildung in Hypnosetherapie gemacht. Das herausfordernde ist, den Menschen danach wieder aufzufangen und aufzubauen und/oder in Hypnose ein Happy-End/eine Lösung zu kreieren. Die Wahrheit ist oft schwer ins Bewusstsein zu integrieren. Durch die Hypnosetherapie haben sich schon so mache Missverständnisse (zwischen Menschen) aufgeklärt. Das Tolle daran ist, dass das Unterbewusstsein die „Wahrheit“ kennt. Da gibt es keine Lüge. Mit Psychosen oder Wahnvorstellungen allerdings kenne ich mich weniger aus. Das ist noch mal ein ganz anderes Kapitel. Hypnose ist auch eigentlich nur was für „gesunde“, relativ stabile Menschen. Hypnose-ähnliche Zustände können auch bei der Meditation auftreten, daher für manche Menschen auch nicht ganz unbedenklich.
      Soweit aus meiner Erfahrung und Wissen, vielleicht hat es ein wenig weitergeholfen.
      LG osterhasebiene

      • Peter Teuschel sagt:

        Hier muss man sehr zurückhaltend sein, da es sich oft nicht um tatsächliche, sondern suggerierte Pseudoerinnerungen handelt. Bekannt ist das unter dem Begriff „false memory syndrome“. Es spielt eine große Rolle in strafrechtlichen Verfahren. Hier kann man sich einen ersten Überblick verschaffen: https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnerungsverfälschung.

        • osterhasebiene langnase sagt:

          Oh, das ist sehr interessant! Vielen Dank!

        • maro sagt:

          Genau, das ist das Thema, Herr Dr. Teuschel. Vielen Dank!

        • osterhasebiene langnase sagt:

          In Wahrheit ist es auch gar nicht so entscheidend, ob Dinge wirklich/real so passiert sind oder nicht. Worauf es ankommt, sind die Gefühle, die mit den entsprechenden Bildern/Geschichten transportiert werden, wie: Verlassenheit, Todesangst, Ohnmacht…Sich diesen Gefühlen überhaupt zu stellen und sie als wahr anzuerkennen, dann Lösungen zu finden, ist ein Weg in die Heilung. Denn Illusionen über eine behütete, glückliche Kindheit zu kultivieren, ist dauerhaft weit schädlicher und vor allem führt das zur ständigen Angst, dass das schöne Bild doch irgendwann zu bröckeln beginnen könnte. So ist zumindest meine Erfahrung. Es kann sehr befreiend sein, dieser Wahrheit ins Auge zu schauen, denn dann kann man wenigstens etwas dagegen unternehmen.

  84. Roger sagt:

    Seit ich vor Jahren Abstand von meiner Herkunftsfamilie genommen habe, habe ich mich an manchen Dinge wirklich erinnert und sie nicht mehr als Fantasiegebilde abgetan ( als Folge der Gehirnwäsche). Mir wurde immer gesagt, dass es nicht so schlimm war, oder es wurde eine Entschuldigung für das Fehlverhalten geliefert. Je mehr Abstand ich emotional gewonnen habe, umso heftiger sind mir die Verletzungen bewusst geworden. Da ist richtiger Hass hochgekommen. Mein Eltern sind tot. Zu meinem Bruder habe ich seit glaube ich acht Jahren keinen Kontakt mehr, und nach einem Burnout vor zwei Jahren auch keinen Kontakt mehr zu meiner Schwester. Der Burnout war die absolut schlimmste Zeit im meinem Leben. Ich habe meiner Schwester damals einen Abschiedsbrief geschrieben. In diese Zeit will ich nie nie nie wieder zurück. Das ist die oberste Maxime in meinem Leben. Nie nie wieder.

  85. marc1rainer2 sagt:

    Hallo zusammen auch ich bin ein neues schwarzes Schaf…. und das bereits seit über 50 Jahren.
    Ich kenne dieses Gefühl der Rastlosigkeit und der seelischen Schmerzen nur zu gut. Der Kontakt zu meinen Eltern findet nach langem kompletten Abbruch wieder sporadisch statt, zu meinen Geschwistern ist er total abgebrochen. Das Buch von Ihnen zu lesen, Herr Dr. Teuschel, war sehr schwierig für mich, weil so vieles darin beschrieben wird, was mir so bekannt ist. Loszulassen, nicht mehr der Möhre hinterherzulaufen ist immer noch, nach so langer Zeit, ein großes Thema für mich, ebenso wie dieses übergroße Mangelempfinden. Es versperrt mir die Dankbarkeit für das, was ich noch habe. Ich treffe immer noch sehr oft auf Menschen, die intuitiv spüren, was mir so fehlte und noch fehlt und in genau diese Kerbe hineinschlagen. Ich muss also noch viel an mir arbeiten…
    Ich bin sehr froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein.

  86. Zora sagt:

    Hallo,

    ich habe die Schwarze Herde heute entdeckt, seit einigen Tagen lese ich „Das schwarze Schaf“. Auf das Buch bin ich durch eine Recherche im Internet über das Thema „Mobbing in der Familie“ gestoßen. Recherchiert habe ich aus persönlichen Gründen, da ich mich selbst in meiner Familie gemobbt fühle, und der Kontakt zu Eltern und Geschwister mehr als bröckelt…was ich sehr bedaure, nur kann ich es nicht ändern. Ich hab alles versucht und es hilft einfach nichts, ich werde nur immer wieder psychisch verletzt….

    Ich bin sehr froh, dass ich auf dieses Buch gestoßen bin, beim Thema „Weiße Schafe“ und „Pylonen-Familie“ habe ich sehr sehr aufmerksam gelesen… 😉

    Ganz herzlichen Dank, dieses Buch macht mir Mut, dass ich nicht allein bin. Und ich werde bestimmt regelmäßige Besucherin dieser Seite werden.

  87. Anna sagt:

    Hallo Herr Teuschel

    Es ist einige Zeit vergangen seit ich hier war. Zwischenzeitlich wurde ich regelrecht „seelisch geschlachtet“ durch meine Familien und deren Anwälte.
    Wie ich nun persönlich erfahren habe, können Beamte schon auch dazu beitragen, dass ein Mensch zusätzlich zu den Familienmitglieder sehr arg zum schwarzen Schaf abgestempelt wird.
    Meine Seele ist ein Trümmerfeld, was mich am meisten aufwühlt ist diese Ohnmacht und diese Aussichtslosigkeit auf Frieden und Ruhe.
    Damit meine ich, dass ich aufgrund eines schwerwiegenden Ereignisses auf einen grossen Teil meines Erbes bewusst verzichtet habe. Danach kehrte wirklich Frieden in meine Seele ein, sicherlich auch eine tiefe Trauer über all die Möglichkeiten die zerstört wurden durch Neid, Lügen den Lebensumstände.

    Jedoch werde ich nun wieder massiv durch meine Geschwister aufs übelste schikaniert, bzw. durch deren Anwälte.
    Weshalb tun das Geschwister?

    Anna

  88. Mina sagt:

    Liebe Schäfchen,

    ich habe das Buch verschlungen. Auch ein zweites Mal. Es tut der Seele gut.

    Herr Teuschel, hier eine Familienkonstellation, die nicht in ihrem Buch auftaucht:
    Ich habe eine Mutter mit starken narzisstischen Zügen und einen schwachen Vater, der sehr von ihr abhängig ist. Ich habe zwei 7 und 8 Jahre ältere Halbschwestern aus der ersten Ehe meiner Mutter.

    Es wurde immer genau darauf geachtet, dass ich nicht mehr (Zuwendung und Materielles) als meine Schwestern bekomme. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Mutter mich nicht „richtig“ lieben darf, aus Angst die Erstgeborenen zu benachteiligen. Mein Vater, der auch erst sehr spät von meinen Schwestern akzeptiert wurde, wollte nur die „heile Familie“ präsentieren und hat mich nicht geschützt.
    Um mich dem Neid und der Missgunst meiner Schwestern zu entziehen, was nie funktioniert hat, habe ich mich quasi selbst aufgegeben und klein gemacht, um blos keine negativen Gefühle aufkommen zu lassen.
    Für meine Schwestern war ich immer der kleine, verwöhnte, unerzogene Störenfried- ich habe mich jahrelang für meine Existenz geschämt und war sehr einsam als Kind und Jugendliche. Immer ausgegrenzt mit großen Schuldgefühlen. Immer wurde ich beobachtet, es war verboten, Zuneigung, Aufmerksamkeit oder Verständis einzufordern. Schließlich waren meine beiden Schwestern die armen Scheidungskinder und ich der Grund dafür.
    Ich habe immer versucht mit meinen Schwestern eine Beziehung zu haben, aber die beiden waren so ein starkes Team, da war kein Platz für mich. Ich habe dann irgendwann aufgehört mich zu melden….jetzt sind es 4 Jahre ohne Kontakt zu den Beiden.
    Seit 2 Jahren habe ich auch keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern. Sie geben mir die alleinige Schuld für unsere zerrütteten Familienverhältnisse- ich war ja schon immer ein sehr, sehr schwieriges Kind, wie sie in einem von mir angeleierten Gespräch mit einem Therapeuten sagten.
    Es gab keinen Weg für mich dieser Rolle zu entkommen, außer mich vollkommen zu distanzieren.

    Mein Vater, der viel gearbeitet und (finanziell) erreicht hat wird nun von meinen Schwestern vollkommen akzeptiert und angehimmelt. Er bekommt nun die Anerkennung und Akzeptanz, die er sich jahrelang von seinen Stieftöchtern gewünscht hat.
    Ich wurde irgendwie rausgedrängt- solange ich nicht da bin, ist die Familie glücklich.
    Wahrscheinlich geht es dabei auch um das große Erbe, worauf ich für meinen Seelenfrieden gerne verzichte!

    Ich war lange und bin immer noch sehr traurig, dass niemand mich vermisst.
    Habe Therapien hinter mir und fange grade erst (mit 31) an, mein eigenes Leben zu gestalten.

    Vielen Dank für das Buch, welches ich bestimmt noch ein drittes Mal lesen werde und dieses Forum!

  89. osterhasebiene langnase sagt:

    Liebe Mina,
    da hast du noch richtig Glück, ich fange erst mit 53 an, mir die Erlaubnis zu geben, mein Leben selbst zu gestalten. Meine Schwarze-Schaf-Konstellation ist der deinen sehr ähnlich.
    Ganz herzliche Grüße
    OL

  90. maro sagt:

    Lieber Herr Teuschel,

    Das Rätsel Nr. 4 möchte gerne freigeschaltet werden.
    Es ist schon seit ein paar Tagen im Forum. Vergessen?

    Schöne Grüße, maro

  91. Taja sagt:

    …jetzt lebe ich schon so viele Jahre mit diesem seltsamen Gefühl immer irgendwie verkehrt zu sein….und dann finde ich diese Seite….und bin sowas von gerührt, dass ich mir 1. nicht alles einbilde und dramatisier… (wie so oft gehört) und 2. tatsächlich nicht allein bin….<3
    …hach…..

  92. osterhasebiene langnase sagt:

    Test…

    • osterhasebiene langnase sagt:

      Seltsam, seltsam…mal kann ich kommentieren, mal nicht…und der Text verschwindet einfach…gelöscht.
      „Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert“ – mal schon, mal nicht…
      Verstehe ich nicht, Herr Teuschel, aber vielen Dank trotzdem!
      Schöne Grüße

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