Stolze Weihnachten

In den letzten Tagen habe ich einige Gespräche mit „schwarzen Schafen“ geführt, die sich um Weihnachten drehten.
Naturgemäß ist die Ausgrenzung innerhalb der Familie an diesem emotional aufgeladenen „Familienfest“ besonders schmerzlich zu spüren.

Ob jetzt jemand gar nicht zur Familie fährt oder versucht, zähneknirschend die schlechte Stimmung, die heuchlerische Pseudo-Idylle oder das große Schweigen über sich ergehen zu lassen, in all diesen Fällen kamen wir letztlich an einen Punkt:

Für schwarze Schafe ist Weihnachten eine gute Gelegenheit, auf die eigenen Erfolge zu blicken, gerade in der Abgrenzung von all denen, die einem nicht gut tun. So schwer es ist, wenn man nicht“mitspielen“ darf: Bei manchen „Spielen“ möchte man doch wirklich nicht dabei sein!

Also, liebe schwarze Schafe:

Seid stolz auf euch, auf euren Weg, euren Mut und eure Entschlossenheit, zu euch zu stehen, auch wenn es sonst keiner tut!

In diesem Sinne:

Stolze Weihnachten, liebe schwarze Schafe!

2015 New Year and Happy Christmas background

 

 

 

 

 

 

Peter Teuschel

Bild: © DavidArts – Fotolia.com

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11 Kommentare zu Stolze Weihnachten

  1. heike23 sagt:

    Danke. Frohe Weihnachten!

  2. Onrebus sagt:

    Mir gehen bei den vorstehenden Zeilen viele Gedanken durch den Kopf. Und einmal mehr wird mir bewusst, dass es in mir zwei Seelen zu geben scheint. Denn „heuchlerische Pseudo Idylle“ triftt für mich den Nagel auf den Kopf. So sehe ich Weihnachten schon sehr lange. Egal, ob es sich um die Familie handelt, oder unser persönliches Umfeld im Allgemeinen. Doch für mich passt Stolz und Weihnachten nicht zusammen. Wenn ich die biblische Botschaft betrachte, dann sehe ich den einen Gott, der nicht zu stolz war, auf diese Welt zu kommen, in Form eines kleinen Menschleins. Wer bin dann ich? Der Friede dieser Erde geht von den Familien aus. Oder, besser gesagt, er sollte von der Familie ausgehen. Bin ich ein Heuchler, wenn ich in diesen Tagen schweige? Wenn jeder von uns auf sein eigenes Recht beharrt, kann es keinen Frieden geben. Und nun zu meiner anderen Seite: Ich bin zuletzt im Jahr 1979 zu Weihnachten bei meinen Eltern gewesen. Vermisst habe ich das nie. Wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb, war Weihnachten im Hause Onrebus das Fest der Hiebe. Und natürlich reisst die Erinnerung am heutigen Tag alte Wunden auf.
    Meine Schwester ist noch nie an Weihnachten ohne Eltern gewesen. Auch iin diesem Jahr ist sie bei unserem Vater, denn die Mutter ist im August 2013 verstorben. Ich kann in diesem Punkt meine Schwester nicht verstehen, und das weiß sie auch. Zumal ich denke, dass unser Vater mal die Zeit braucht, in sich zu gehen. Denn viele Chancen wird es für uns alle nicht mehr geben. Meine Schwester ist das leuchtend weiße Schaf unserer Familie. Auch in Vaters Weihnachtspost hieß es
    „Ja, deine Schwester hat…aber du?“. Ich kann nur sagen, ich würde es nicht ertragen können, mit Vater und Schwester. Und doch habe ich ein schlechtes Gewissen dabei.Warum das so ist, vermag ich nicht zu sagen.Ich selbst habe in der Vergangenheit keinen beronderen Weihnachtsritus entwickelt. Meistens war Arbeit angesagt. Anfangs auch bei mir, aber immer bei meiner Frau. Wir saßen dann abends beieinander. Denn Gemeinschaft halte ich für wichtig. Aber natürlich muß jeder tun, was ihm selbst guttut. Meine Frau ist nicht mehr da. Sie starb im März 2013, heute vor 638 Tagen. Und gerade an einem Tag wie heute ist es eine Qual für mich, ohne sie zu sein. IIch will sie nicht verklären. Wir hatten auch unsere Probleme. Aber, sie war da. Wir hatten uns. Für mich war sie immer das größte Geschenk. Auf sie war ich stolz. Worauf kann ich in meinem Leben stolz sein? Mir fällt dazu nichts ein. Was auch immer ihr an diesen Tagen macht, ich wünsche euch Frieden, mit euch selbst, und mit euren Lieben. Ich selbst bin ebensowenig froh, wie ich stolz bin.
    Viele Grüße
    Onrebus

    • midnightsun sagt:

      Wieso sollten wir DAS FEST DER LIEBE heuchlerisch mit Menschen verbringen, die man das ganze Jahr hinweg meidet?
      Ich habe mich für Kontaktabbruch entschieden, denn Kompromisse muss ich schon beruflich genug eingehen.
      Ich fühle mich leicht unbeschwert und meine Familie & Freunde genießen das.
      FROHE WEIHNACHTEN!

  3. caroline eve sagt:

    Allen eine Frohe Weihnachten!!!!
    Meine Kinder sind dieses Jahr nicht da. (Dienst….)
    Ich hatte große Angst allein zu sein .Jetzt habe ich vorhin eine Einladung von einer Freundin für heute Abend bekommen und bin so glücklich!
    Wenn ich keine bekommen hätte, wäre ich in die Stadt gegangen da ist anscheinend viel los ,weil es viele Einsame gibt.
    Ich wünsche allen ein schönes Fest und hoffe das jeder was findet und nicht einsam ist !
    Aber lieber alleine, als sich in der (ehemaligen) Familie demütigen lassen ………
    Für nächstes Jahr möchte ich wieder ein offenes Haus machen . Das hatte ich früher gemacht als ich noch keine Kinder hatte . War immer sehr schön .
    Mit Freunden und Fremden war es immer sehr liebevoll . Das ich von „zu Hause “ nicht kannte.
    .
    Herzliche Grüße

  4. Kiwi sagt:

    Vielen herzlichen Dank für die Wünsche.
    Morgen ist der Tag, an dem ich „heile Familie“ spielen muss. Für meine Kinder mittlerweile zwar jugendlich, gehört Weihnachten bei Oma und Opa, bei den Cousinen und Cousin einfach dazu.
    Ich fühle mich nur anwesend, nicht dabei. Ohne meine Kinder würde ich einfach nicht hingehen und nur kurz bei meinen Eltern vorbei schauen.
    Heute dagegen war für mich Weihnachten. Ich arbeite bei der Katholischen Singschule ehrenamtlich mit und bin immer beim Krippenspiel dabei. Die leuchtenden Augen der Chorkinder, die Kleinen der musikalischen Früherziehung, die als Engel mitsingen,die mich kennen und mögen, die kleinen Geschenke, die von Herzen kommen. DAS ist Weihnachten, das ist die Botschaft. Morgen früh singe ich mit dem Kirchenchor die Schubert-Messe. Dann habe ich hoffentlich so viel Liebe und Frieden aufgesaugt, dass meine Herkunftsfamilie nicht in mein Innerstes eindringen kann.
    Euch allen wünsche ich gesegnetes Feiertage. Wir alle sind wertvoll und lassen uns von unseren Herkunftsfamilien nicht erniedrigen.

    Herzlichst, Kiwi

  5. maro sagt:

    Vielen Dank für die schönen Weih’wünsche.
    Gestern hatte ich noch mal hier vorbei geguckt, aber da hatte ich die trefflich formulierten Schwarze-Schaf-Weihnachtswünsche nicht gefunden.
    Ich geniesse die Zeit auf einer kleinen Insel, auf der ich mehrere Wochen verbringe.
    Erst hatte ich Bedenken so viele Wochen allein zu sein. Es ist aber genau das Richtige,
    wie sich herausgestellt hat. Es passt alles. Ich bin glücklich. Und ein paar echte freundliche
    Begegnungen mit anderen Inselreisenden habe ich auch gemacht. Das wärmt. 🙂

    Ich wünsche allen allerbeste Wohlfühl-Weihnachten, wie sie jede und jeder für sich braucht.

    Herzliche Grüße
    maro

  6. Katie sagt:

    Dankeschön. ‚Bei manchen “Spielen” möchte man doch wirklich nicht dabei sein!‘ Ganz genau!

    Ich bin plötzlich in die Kirche gegangen, wo ich seit Ewigkeiten nicht mehr war, und habe es sehr genossen, weil es sich wie ein spiritueller Schutzraum angefühlt hat. Meine Familie hat mich nicht eingeladen, naja, siehe oben. Heute schien dieSonne und ich bin plötzlich rausgefahren zum langen Spaziergang, was ich schon ewig vorhatte…

    Insofern ist bei mir dieses Jahr genau das Gefühl eingetreten, was in den Weihnachtswünschen beschrieben wurde, die ich gerade gelesen habe: Ich bin stolz auf mich und mein ehrliches Herz.

  7. Annemarie sagt:

    Liebe „Schwarze Schafe“

    mit dem heutigen Tag ist für viele Weihnachten vorbei. Ich war zum ersten Mal ( in 2 Tagen
    werde ich 52 Jahre alt) nicht „zu Hause“. Habe die Tage gut gestalten können, mit „fremden“ Leuten. Teilnahme an Gottesdiensten, einer Wanderung bei herrlichen Sonnenschein. Darauf bin ich stolz!
    Die Beiträge hier bewegen mich, lassen das Gefühl von nicht allein sein aufkommen . Danke, hier gehöre ich dazu.

  8. cindy sagt:

    Wünsche allen hier, frohe Feiertage gehabt zu haben!
    Nach einem turbulenten Jahr war ich richtig froh, Weihnachten nicht mehr mit meiner Herkunftsfamilie zu verbringen!
    Vorgestern war es genau ein Jahr her, dass der Streit eskalierte, weil ich das Gejammere meiner „Eltern“ nicht mehr ertragen konnte – da war man dort nur 2-3 Mal im Jahr für ein paar Tage zu Besuch und es war ihnen immer alles zuviel und nach diesem Besuch beschlossen wir, die 200 km zukünftig nicht mehr dorthin zu fahren und lieber zuhause zu bleiben…
    Weil der Umgang mit unseren Kindern dann nicht auf die Art stattfinden sollte, wie es die Herrschaften gerne gehabt hätten, wollten uns meine Ex-Eltern sogar vor Gericht zerren – den Antrag vor Gericht haben sie nur deswegen zurückgezogen, weil sie vor Gericht so keine Chance gehabt hätten…
    Meine Schwester und den größten Teil der Verwandtschaft haben sie mit ihren Lügen und Manipulationen dermaßen auf ihre Seite gezogen, dass diese Leute noch nicht einmal mehr mit uns reden wollten…
    Jetzt möchte ich nur noch meine Ruhe vor denen, habe aber Angst, dass die durch ihre unterschwelligen Manipulationsversuche auch noch meine Kinder gegen mich aufhetzen…

  9. Sabine sagt:

    Ich sehe das alles mit den „stolzen“ Weihnachten genauso. Und auch ich habe meine Kinder bewusst aus diesem Familienzirkus ausgeklinkt. Lieber echte, wahre Freunde als heuchlerische Verwandtschaft, die sich bei solchen Gelegenheiten nur allzu gern auf psycholgischen Ersatzkriegsschauplätzen austauscht. Und wenn das Essen angeblich gar nicht schmeckt und Frau ja eigentlich auch noch nie so richtig kochen konnte … Irgend so ein Spielfeld findet sich immer, um das Schwarze Schaf versuchsweise lahmzulegen oder ihm unterschwellig begreifbar machen zu wollen, dass es schon eine Niete war, ist und bleibt. Bleibt bitte alle im eigenen Interesse und für den eigenen, inneren Freiden mit dem Pöter zuhause. Da habt ihr mehr von!!

  10. Christine sagt:

    Eure Einträge und Erfahrungen machen mir Mut und bestätigen meine „Leistung“. Ich habe das erste Weihnachten ohne meine Herkuftsfamilie verbracht. Nur ich mein Mann , Sohn und Stiefkinder waren zusammen. Meine Eltern und meine Schwester habe ich nicht kontaktiert.
    Es war das schönste Weihnachten in meinem Leben

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