Später Erfolg eines Kuckuckskindes

Das Schicksal der Kuckuckskinder wird im „schwarzen Schaf“ ja als eine der speziellen Konstellationen beschrieben. Meist sind es Vermutungen, dass die oder der Betreffende nicht das leibliche Kind des Vaters ist, die zur Ausgrenzung aus der Familie führen. Für das Erleben einseitiger Benachteiligung reicht es nach meiner Erfahrung bereits, wenn der Vater nur die Vermutung hat, die Tochter oder der Sohn seien „nicht von ihm“.

Strict father punishes his son

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie schwierig es ist, in einer solchen Situation der Wahrheit auf die Spur zu kommen, davon handelt der auf BrandZeilen erschienene Bericht von Katrin E..

Ihre Geschichte hat sie bereits in unserem Forum kurz dargestellt. Katrin E. hat mich gebeten, auf ihren Erfolgsbericht auch hier hinzuweisen, was ich natürlich gerne mache.

Für mich ein Beispiel dafür, dass sich Beharrlichkeit auszahlt. Auch wenn das Ergebnis einen bitteren Beigeschmack hat. Ein „happy end“ im Sinne einer gelebten Vater-Kind-Beziehung gibt es auch hier nicht. Aber das ist ein Umstand, den die meisten der „schwarzen Schafe“ ohnehin schon erfahren haben.

Hier der link zu dem Beitrag auf BrandZeilen.

Peter Teuschel

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35 Kommentare zu Später Erfolg eines Kuckuckskindes

  1. cindy sagt:

    Zum Glück gibt es heutzutage Vaterschaftstests – früher hätte die Vaterschaft letztendlich nie bewiesen werden können…

  2. osterhasebiene langnase sagt:

    Aufzuwachsen, ohne seinen Vater zu kennen ist nicht leicht. Man muss eine Reihe von Ersatzvätern durchlaufen. Wenn man weiß, dass man geliebt und gewollt wurde geht es schon. Sein Kind jedoch zu verleugnen, ist eine schwere Schuld und kein Kavaliersdelikt. Dem Kind wird quasi das Recht auf Leben und Identität abgesprochen. Das ist durch rein gar nichts wieder gut zu machen, nicht durch gute Taten, Geld oder ein besonders geliebtes Ersatzkind (Was ist diese Liebe wirklich wert?)Es ist eine große Schuld. Warum verhalten sich so viele Männer und Frauen derart? Ein Kind ist doch immer eine Bereicherung für die Welt. Wir können es uns nicht mal leisten, manche Kinder zu akzeptieren, andere nicht.Ist es das Besitzdenken in Beziehungen?

    • cindy sagt:

      Von seiner „Herde“ ohne wirkliche Gründe abgelehnt zu werden, quase nicht mitspielen zu dürfen, ist immer schlimm, egal aus welchen Gründen…
      Als (vermeintliches) Kuckuckskind aufzuwachsen, ist höchstens eine Erklärung, aber keinesfalls eine Entschuldigung für eine solche Ablehnung!
      Ich selbst hatte auch schön des Öfteren den Verdacht, dass die Ablehnung meiner Eltern daher kommt, dass ich vielleicht gar nicht ihr leibliches Kind oder meiner damals viel zu jungen Mutter in ihrer Lebensplanung „in die Quere“ gekommen bin, aber auch das sind alles keine wirklichen Entschuldigungen für das, was sie mir angetan haben!
      Der Hauptgrund, warum es überhaupt schwarze Schafe gibt, ist die Intoleranz vieler Menschen, die einfach nicht damit umgehen können, wenn jemand – in welcher Art und Weise auch immer – „anders“ ist, als andere…

  3. Frida sagt:

    Es gehört viel Mut dazu, einen Vater, den man überhaupt nicht kennt und von dem man auch nichts weiß, aufzusuchen und mit ihm reden zu wollen. Die damit verbundenen Hoffnungen und Erwartungen müssen groß sein und es ist sicher schwer, wenn sie enttäuscht werden.
    Als ich diesen Artikel las, musste ich an den Sänger Gerard Lenormand (“La Ballade des gens heureux“) denken, der einst von sich selbst sagte, sein „Leben hätte erst mit 20 angefangen“. Er ist das Kind eines unbekannten deutschen Soldaten und einer Französin, die eine Liaison zur Zeit der deutschen Besatzung mit diesem hatte, aus dieser entstand der Sänger.
    In einer früheren Ausgabe einer Zeitschrift wurden mehrere solcher Schicksale dargestellt und die so entstandenen Kinder mussten für den „Fehltritt“ ihrer Mütter meist büßen, genauso wie es auch dieser Frau in ihrer Kindheit erging. Eine Mutter suchte mit ihrer Tochter eine Bleibe, sie wurde immer wieder von den Behörden abgewiesen mit den Worten, sie „könne sich ja einen der Bunker suchen, da könnte ihre Tochter gleich mal sehen, wie es sich als Deutsche so lebt“ (in Frankreich existieren ja noch heute viele solcher Bunker). Ein Mann erzählte, dass ihn die Leute als Kind immer gemieden und in der Schule ausgegrenzt hätten und er nie wusste, warum. Seine eigene Familie behandelte ihn wie einen Aussätzigen und er erfuhr erst als ein erwachsener Mann, dass er einen deutschen Vater hatte. Dieser Mann hatte etwas Glück, er suchte seinen leiblichen Vater und fand dessen Familie. Sie stimmten einem Treffen zu, er hatte drei Halbbrüder, sein leiblicher Vater war zwar schon tot, aber diese Familie reagierte ziemlich enthusiastisch auf sein Erscheinen. Sie konnten es kaum glauben, einen (Halb)Bruder aus Frankreich zu haben und haben ihn mit offenen Armen empfangen. Der Vater hatte nach dem Krieg noch eine Familie und die hat von seiner Existenz nichts gewusst. Sie zeigten ihm Bilder seines leiblichen Vaters und seiner Großeltern, erzählten ihm von ihnen und so konnte er am Ende zu seinen Wurzeln finden. Ein Foto dieser vier Männer, die mittlerweile auch ein sehr gutes Verhältnis hatten, war mit abgebildet und man konnte deutlich die Ähnlichkeit sehen. Er hat wieder eine Familie, die ihn akzeptiert und sogar aufgenommen hat. Das hat dieser Mann so formuliert und er war davon gerührt. Sie ist heute zu seiner neuen Familie geworden, in der er sich wohlfühlt und die ihn angenommen hat.
    Ich hätte dieser Frau einen ähnlichen guten Ausgang ihrer Suche nach dem leiblichen Vater gewünscht, zumindest einen, wo der Rest der Familie sie nicht gleich so feindselig und abweisend wie es der leibliche Vater tat, behandelt und zurückgewiesen hätte. Der einzige Trost bleibt, dass es viele Schicksale wie diese gibt und man eben nicht alleine damit ist. Jedes Schicksal ist zwar einzigartig, aber das Gefühl ohne Wurzeln und in der Welt nicht willkommen zu sein, dass ist immer gleich und das ist etwas, was alle diese Menschen gemein und als Kind so empfunden haben, wenn sie nicht das Glück hatten, eine Person zu finden, sie sich ihrer annahm und ihnen etwas Fürsorge und Geborgenheit gab. Viele Menschen fühlen das auch als Erwachsene noch so und für viele war es so, das ihr Leben erst dann begann, als sie um die Zwanzig waren, so wie es der Sänger beschrieben hat.

    • maro sagt:

      Vielen Dank Frida für diesen sehr interessanten und einfühlenden Bericht.

      • Frida sagt:

        @Maro
        Danke für Ihre Rückmeldung, ich fand den Artikel über das Schicksal dieser Menschen auch interessant, deshalb blieb er mir wahrscheinlich in Erinnerung und ich fand, dass er auch gut auf das Schicksal dieser Frau passt, die den Mut hatte ihren Vater aufzusuchen, ohne ihn je gesehen oder gesprochen zu haben. Ich habe mich auch über Ihre Worte gefreut, denn ich war mir nicht sicher, ob ich von dem Schicksal dieser Menschen hier schreiben soll und ob es passt, durch Sie habe ich (wieder einmal!) merken können, dass es vielleicht doch richtig war, davon zu berichten. Sie haben mich schon ein zweites Mal bestätigt und das hat mich ehrlich gesagt erstaunt, denn ich selbst finde es oft nicht so interessant, was ich zu sagen habe. Wenn es für Menschen wie Sie interessant war, dann war es gut, dass ich es geschrieben habe und ich muss zugeben, dass es mich ein bisschen zuversichtlich gemacht und auch sehr gefreut hat.

        Viele Grüße Frida

        • Kuckuckstochter sagt:

          @Frida
          Ich finde es sehr interessant, dass der Artikel über das Schicksal des Soldaten, hier angesprochen wurde. Letztendlich war es ein Schicksal, auch wenn es ewig lange her ist, welches erwähnt werden sollte.
          Leider findet dieses Thema „Kuckuckskind“ immer noch nicht die Aufmerksamkeit, genau wie „das schwarze Schaf“, die es benötigt. Ich finde es super, dass hier- und vor allem so nett, darauf reagiert wird!
          LG

        • maro sagt:

          @Frida, mit einer Antwort von Ihnen hatte ich gar nicht mehr gerechnet, so dass ich ein wenig überrascht bin. Ich finde den Schritt eine so schwere Hürde zu überwinden ausgesprochen stark und anerkennenswert. Das setzt ein tiefes Bedürfnis voraus, verbunden mit dem Wunsch nach Klärung.
          Aber was meinen Sie mit Menschen wie mich?
          Viele Grüße, maro

          • Frida sagt:

            @maro:
            Sie spiegeln die Menschen und zeigen eine gefühlsmäßige Reaktion auf ihre Worte, das ist etwas, was eher selten ist. Dadurch können andere Menschen merken, wie sie auf Sie wirken und mehr
            über sich selbst lernen, eben wie sie auf andere Menschen wirken und von Ihnen wahrgenommen werden.

            Vielleicht kann ich es an dem Beispiel der “Wege aus der Zwickmühle“ (von Christiane & Alexander Sautter) erklären wo es heißt: “Betroffene, die sich für den nonverbalen Aspekt der Kommunikation entschieden haben, erkennen wir daran, dass sie sich selbst als „lebendige Antennen“ bezeichnen.
            Diese Kinder erkannten, dass die verbalen Mitteilungen ihrer Eltern irgendwie nicht so richtig stimmten, und versuchten deshalb, ihre Verwirrung zu kontrollieren, indem sie sich so gut wie möglich in ihr Gegenüber hineinversetzten, um die „wahre Bedeutung“ der Botschaften zu ergründen. Wenn diese Kinder erwachsen geworden sind, können sie sich sehr gut in andere einfühlen. Da dieses Hineinspüren das einzige Mittel für sie war, Kommunikation zu interpretieren, klammern sie sich an diese Wahrnehmung, was sich darin zeigt, dass sie davon überzeugt sind, die Gefühle ihres Gegenübers auf jeden Fall richtig einzuordnen. Wenn wir unsere Klienten fragen, woher sie ihre Sicherheit beziehen, antworten sie: „Ich spüre das eben“. Dem gesprochenen Wort messen sie dagegen wenig Bedeutung zu. Sie bleiben bei ihrem Gefühl, auch wenn der Beurteilte anderer Meinung ist. Solche „Antennen“ sind ständig auf „Empfang“ und selten bei sich selbst. Sie nehmen jede Stimmung auf und leiden häufig an dieser hohen Empfindsamkeit. Manche entwickeln eine Empathie , die an Hellsichtigkeit zu grenzen scheint“. (Seite 108 – 108 aus „Wege aus der Zwickmühle“).

            Es ist eine Erleichterung Ihre Antworten zu lesen, weil sie eindeutig sind, sind Sie beispielsweise erstaunt, dann schreiben Sie auch warum. Manchmal ist es auch nötig, etwas länger über die Antworten von Ihnen nachzudenken, weil sie Gefühle in mir auslösen, die ich erst später verstehen, zuordnen und Ihnen dann (verspätet) mitteilen kann. Daher antworte ich nicht immer gleich, ich
            muss mir erst bewusst machen, was mich an Ihren Antworten berührt und angesprochen hat. Bei Ihnen ist es nicht nötig, „hineinzuspüren“ oder eine „Antenne“ zu sein die ständig auf „Empfang“ steht, das ist eine große Erleichterung, das heißt, ihre Botschaften sind nicht widersprüchlich sondern klar und
            das wird durch das Auslösen der Gefühle im anderen (in mir) klar, dass heißt, sie verwirren andere Menschen mit Ihren Aussagen nicht, damit geben Sie dem anderen Menschen eine echte Orientierung. Das ist auch angenehm, weil ich mich beim Lesen ihrer Antworten auf diese Weise nicht verwirrt fühle, orientierungslos, so wie es oft in der Kindheit oder auch in Gesellschaft anderer Menschen der Fall ist. Beim Doublebind widersprechen sich die verbale und nonverbale Kommunikation, das macht es so schwierig, die Botschaft richtig zu interpretieren, bei Ihnen ist das nicht so, das meine ich mit Menschen wie Ihnen. Es ist nicht einfach zu erklären, auch das Thema Doublebind ist kompliziert, aber es wird doch oft (unbewusst) von vielen Menschen (leider auch von mir) angewendet. Das muss man erkennen, umlernen und immer wieder neu an sich selbst arbeiten. Ich weiß nicht wie es bei Ihnen ist, oder bei den anderen schwarzen Schafen die hier schreiben, aber ich kann mir vorstellen, dass es viele aus eigener Erfahrung kennen, das Botschaften sehr verwirrend sein und daher auch orientierungslos, ja ratlos machen können, man nennt das „Gespräch“ aber erkennt, das man manchmal viel gehört und dennoch wenig verstanden hat.

            @kuckuckstochter:
            Danke auch für Ihre Rückmeldung, ich habe mich darüber gefreut, dass Sie sich durch meinen Bericht angesprochen gefühlt haben. Sie haben ein hartes Schicksal und es ist schwer, die richtigen Worte dafür zu finden, Worte eben, die diesem entsprechen und Sie nicht verletzen. Ich glaube niemand kann nachempfinden, was Sie durchgemacht haben, der nicht selbst ein ähnliches Schicksal hat, aber als ich Ihre Schilderung las, da musste ich an diesen Mann und diese Frau denken, die ein Leben lang gelitten und nach ihren richtigen Vätern gesucht haben, so wie Sie das tun mussten. Ich muss auch ehrlich eingestehen, dass ich nicht den gleichen Mut wie Sie aufgebracht und nach meinem leiblichen Vater gesucht hätte. Das ist wirklich mutig und dafür habe ich sie auch ein bisschen bewundert. Sie müssen ein starker Mensch sein, aber vermutlich trifft das für alle Kinder mit ihrem harten Schicksal
            zu, sonst hätten sie das nicht verkraften und so eigenständige Menschen wie Sie werden können.

            Viele Grüße Frida.

            • Liebe Frida,
              vielen lieben Dank. Ihr Kommentar baut mich auf, er zeigt mir, dass es noch Menschen gibt, die Empathie besitzen. Vielen ist diese verloren gegangen, oder besitzen sie nicht, letztendlich gleich aus welchen Gründen.
              In der Tat, ich bin ein starker Mensch, leider gibt es auch Kuckuckskinder die an ihrem Schicksal zerbrechen. Für mich war es wichtig, das, was ich immer gespürt habe und zu spüren bekam, bestätigt zu bekommen.
              Ich bin das schwarze Schaf und gerade erst heute Morgen wurde mir wieder bewusst gemacht, durch eine indirekte Nachricht einer Verwandten, dass ich es auch bleiben werde.
              Je mehr ich auf Ablehnung gestoßen bin, desto mehr habe ich an Stärke gewonnen, das wird auch in der Zukunft so bleiben.
              Ich freue mich, dass ich hier sein darf, vielen Dank an den Blogbetreiber für das Teilen meiner „Geschichte“ auf Ihrer Seite.

              Lieben Gruß
              Kuckuckstochter

              • Peter Teuschel sagt:

                Der Blogbetreiber bedankt sich im Gegenzug für die Offenheit und das Vertrauen, mit der schwarzen Herde die Geschichte zu teilen. Je mehr solcher einzelnen Schicksale hier erscheinen, um so enger rückt die Herde zusammen, um so stärker wird sie.

                • maro sagt:

                  Liebe Frida,

                  Ihre Antwort ist so hervorragend erläutert und überzeugend stimmig, dass ich mich von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken möchte. Auch dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ihre Art zu reflektieren, zu denken und mit dieser Aufrichtigkeit, die ich in Ihrer Antwort erkenne, bestätigen Sie mir das, was ich in Ihren früheren Beiträgen wahrgenommen habe. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und eine gewisse leise Tiefe. Erhalten Sie sich das! Ich finde es wertvoll. Ihre Beiträge sind nicht uninteressant, sondern klug und überlegt.

                  Ich freue mich, wenn meine Antwort Sie zuversichtlich gemacht hat. Ich freue mich auch, dass Sie eine Erleichterung spüren, wenn Sie meine Antworten lesen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass meine direkte Art zu kommunizieren nicht jedem gefällt. Aber es gibt auch Menschen, die das vorziehen! Grundsätzlich denke ich, dass eine direkte Kommunikation, die gerade heraus ist, fair ist. Das Gegenüber hat eine wirkliche Chance Stellung zu beziehen und wird nicht mit verschiedenen, sich widersprechenden Botschaften verschaukelt. Man weiß woran man ist. Das finde ich entspannender und energiespendender, als wenn ich unklare Worte entwirren muss, als wäre ich mit dem Buschmesser im Urwald unterwegs, um den Weg zu finden. Das ist anstrengend und bringt nichts. Es kostet eher Kraft und Zeit. Eine solche Selbstdarstellung vom Gegenüber wirkt eher inkompetent.

                  Ihre Antwort ist klar und direkt. Das schätze ich sehr.
                  Vielen Dank auch für den Auszug aus dem Buch von Christiane & Alexander Sautter. Wirklich sehr spannend! Der Begriff „lebendige Antennen“ ist so treffend. Ich vermute, dass die meisten Menschen mit mehr oder weniger verwirrender Kommunikation groß geworden sind. Schon allein unbegründete Antworten von Eltern (die einer Begründung bedürfen) an ihre Kinder lassen diese ratlos zurück. Dies ist für den Reifeprozess eines Kindes nicht dienlich, eher im Gegenteil. Das Thema Kommunikation ist ja ein weites Feld, was sich auch an den Mengen geschriebener Bücher zeigt.

                  Bleiben Sie zuversichtlich!
                  Beste Grüße, maro

                  • Frida sagt:

                    @maro
                    Ich habe mich mehr über Ihre Antwort gefreut, als ich sagen kann und muss auch ehrlich gestehen, dass ich Angst hatte, Sie verletzt zu haben. Es liegt mir wirklich fern, Menschen wie Sie zu verletzen, deren Wesen so echt und auch so gefühlvoll ist. Es ist schwer auszudrücken und vielleicht verstehen
                    Sie was ich meine, wenn ich sage, immer dann, wenn ich Ihren Namen bei einem der Kommentare die Sie verfasst haben lese, weiß ich, diesen ohne Angst oder ohne Gefühle seelischer Qualen lesen zu können.
                    Viele Grüße Frida

                    • maro sagt:

                      Liebe Frida,

                      das freut mich wirklich sehr, wenn meine Beiträge so „rüberkommen“ und ich denke, ich verstehe was Sie meinen, wenn Sie beim Lesen keine Angst bekommen und Ihnen Qualen glücklicherweise erspart bleiben (bei manch geschriebenem Text, unabhängig von der Schwarzen-Herde-Seite, kann man schon mal Unbehagen bekommen).
                      Ihre Beiträge wirken authentisch. Das halte ich für sehr wichtig, weil es damit möglich ist in einen wirklichen Dialog zu treten. Und genau das macht es möglich Inhalte, Unklares (oder auch Klares!) gemeinsam zu betrachten und evtl. Missverstandenes zu korrigieren. Viele Menschen gehen nicht so weit, treten nicht in einen wirklichen Dialog und bleiben bei dem was sie glauben verstanden zu haben. Daraus resultieren häufig Missverständnisse oder falsche Annahmen. Eine Rückbestätigung wie man etwas verstanden hat, hat den Vorteil zu überprüfen, ob man richtig lag mit seiner Annahme. Ein Nachfragen zum Verständnis ebenso. Viele Menschen fragen nicht nach in der Befürchtung dumm da zustehen. Oder ausgelacht zu werden, etc. Dabei ist ein wirklicher Dialog klug und zeigt, dass die Beteiligten ein tieferes Interesse haben. Es fördert Wissen und Kenntnis (auf verschiedenen Gebieten), Vertrauen und damit letztlich auch echte Nähe (zu sich selbst und dem Anderen). Es fördert die Fortentwicklung, das Weiterkommen. Die Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Entdeckungen ist das INTERESSE (oder Neugier im positiven Sinn). Genau das findet in einem echten Dialog statt. Interesse fördert, schafft Erkenntnisse und erweitert das Wissen.

                      Sie schreiben, dass Sie Angst hatten mich verletzt haben zu können. Ich habe mich gefragt womit? Was haben Sie angenommen, was mich hätte verletzen können?
                      Sie haben einen Auszug aus “Wege aus der Zwickmühle“ zur Unterstützung Ihrer Gedanken angeführt. Das fand ich als Erläuterung Ihrer Gedanken schlüssig. Ich habe mich darin nicht wieder gefunden, was weder Ihre Gedanken dazu, noch den Inhalt des Buches schmälern soll. Ihr Beitrag ist gut, finde ich. Und der Buchauszug ist sehr interessant. Ich habe und hatte immer das Wort gewählt und damit den verbalen Kommunikationsaspekt vorgezogen. Das gesprochene Wort ist wichtig, aber auch der nonverbale ZUSAMMENHANG (der hier ja nicht möglich ist).
                      Gestik, Mimik, Ton/Stimme, Blick, Körperhaltung, Handbewegungen, Sprechpausen, das alles ist Bestandteil eines Gesprächs, Vortrags etc. Dies im Zusammenhang ergibt unser Bild von einer Situation, eines Gesprächs. Je präziser die Beobachtungsfähigkeit, desto mehr nimmt man wahr. Aber man darf dem Irrtum nicht unterliegen das Beobachtete zwingend richtig interpretiert zu haben. Deshalb halte ich das Differenzieren und den echten Dialog für sehr wichtig.

                      Viele Grüße, maro

                    • osterhasebiene langnase sagt:

                      Tatsächlich habe ich aufgrund meiner Erfahrung mit meinen Geschwistern, die mir die Rolle des „Versagers“ zugeschrieben haben -was ich nicht bin- so was wie ein antisoziales Verhalten entwickelt. Und den Glauben, dass man mit manchen Menschen besser überhaupt nicht kommuniziert. Verletzen möchte ich niemanden, nicht mal meine Geschwister. Das Universum sorgt selbst für Gerechtigkeit, das ist nicht, mein Job. Aber ich werde der Wahrheit treu bleiben. Manchmal schieße ich auch etwas übers Ziel hinaus, das sind noch Relikte einer (veralteten) Verteidigungsstrategie und lasse mich gerne korrigieren.
                      Ich habe einen wahrhaft existenziellen Kampf gekämpft. Vergleichbar etwa mit David und Goliat, also nur mit einer kleinen Steinschleuder bewaffnet. Ich kenne die diversen „dialogischen“ Ablenkungsmanöver und Versuche mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ohne dabei der Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. So hoffe ich zumindest. Ich bin froh, dass ich hier mitschreiben darf und mich der Herr Teuschel noch nicht rausgeschmissen hat.

                    • Frida sagt:

                      @Osterhasebiene langnase
                      Ich weiß nicht wie Herr Teuschel über das was Sie geschrieben haben denkt, mir fielen Worte wie “kraftvoll“, “energiegeladen“, “rebellisch“ und “leidenschaftlich“ ein.
                      Als ich Ihre Worte las, habe ich Sie mir als ein starkes, wehrhaftes und rebellisches Kind vorgestellt. Es tat richtig gut Ihre kraftvollen Worte zu lesen.
                      Sie erinnern mich damit an den Film “Der Herr der Gezeiten“. Tom Whingo hilft der Therapeutin seiner Schwester, die nach einem missglückten Selbstmordversuch seine Hilfe in Form seiner Kindheitserinnerungen braucht.

                      Immer wieder tauchen in seinen Erinnerung Szenen von seinem Bruder Luc auf. Dieser war sehr mutig, er bot seinem gewalttätigen Vater trotzig die Stirn und Tom und seine Schwester bewunderten und liebten ihn dafür. Luc ließ sich von seinem Vater nicht unterkriegen und bot seiner Schwester und Tom Schutz damit. Tom soll der Therapeutin etwas Gutes über seine Eltern sagen, darauf antwortet er ohne zu Zögern: “Sie haben zwei tolle Sachen gemacht, Luc und Savannah, großartige Menschen, leidenschaftlich, stolz und nicht käuflich“. Die Therapeutin fragt ihn, warum er nicht von sich selbst spricht, darauf erwidert er: “Ach, ich war nur ein grauer, langweiliger Südstaatenjunge, der tat was man ihm sagte“.

                      Die Therapeutin muss über seine Worte lachen und antwortet ihm: “Ich weiß nicht was sie mit grau meinen, aber sie sind bestimmt nicht langweilig“. Er antwortet: “Ja, aber verglichen mit denen war ich das“.

                      Angesichts Ihrer kraftvollen Worte fühlte ich mich Ihnen gegenüber, wie Tom Whingo. Sie haben eine Kraft und eine Lebensenergie, die man aus Ihren Worten erkennen kann, dass es Freude macht, Ihre Texte zu lesen. Ich hoffe Sie schreiben noch viele Texte wie diese und geben damit vielen Menschen (auch mir) Kraft.

                      Viele Grüße Frida.

                    • osterhasebiene langnase sagt:

                      @frieda
                      Oh, mein Gott. ..jetzt haben Sie mich aber wirklich zum Weinen gebracht.
                      DANKE. Sie haben schon recht. Meine Freunde sehen mich auch so. Und manchmal bin ich ein bisschen unfair zu unserem lieben Herrn Teuschel, aber ich glaube, er versteht mich schon. Das tut mir aufrichtig leid.

                    • Peter Teuschel sagt:

                      Von meiner Seite: 🙂

                    • osterhasebiene langnase sagt:

                      Danke.:-)

                    • Frida sagt:

                      @maro
                      Danke für Ihre Rückmeldung und Sie sprechen mir aus dem Herzen, wenn Sie sagen, dass ein wirklicher Dialog klug ist und Wissen, Kenntnis, Vertrauen und echte Nähe fördert.
                      Als Sie mich gefragt haben, was ich mit Menschen wie Ihnen meine, haben Sie mir eine Chance gegeben, zu erklären, wie und warum ich sie so wahrnehme, dass ich diese Worte gewählt habe.
                      Damit haben Sie mir Vertrauen entgegengebracht, das ist etwas, was mich auch sehr gefreut
                      hat.
                      Sie haben Recht, viele Menschen fragen nicht nach, aus Angst dumm da zustehen, oder auch ausgelacht zu werden. Ich kenne kaum einen Menschen, der Nachfragen stellt, die meisten geben
                      vor, immer alles zu wissen. Es ist selten und außergewöhnlich, dass jemand, so wie Sie, direkt eine Frage stellt. Ich schätze es deshalb auch besonders und es hat mich daher gefreut zu sehen, dass
                      Sie eine Unwissenheit zugeben und Nachfragen können. Sie haben sich nicht gescheut, zugeben
                      mit dem Begriff “Herumgetrolle“ nichts anfangen zu können, auch ich habe damit nichts anfangen können. Da Sie sich diesen Begriff von Herrn Teuschel haben erklären lassen, konnte ich wieder etwas dazulernen und musste nicht selbst nachfragen. Aber ich habe fast immer ein mulmiges Gefühl dabei, wenn ich Nachfragen und deshalb eine Frage stellen muss. Innerlich mache ich mich dann meist schon automatisch auf Hohn und Spott gefasst. Bei Ihnen habe ich dieses Unbehagen nicht, auch nicht bei den hier schreibenden schwarzen Schafen, daher macht es auch viel mehr Freude, mich mit Ihnen allen hier auszutauschen.
                      Das ist auch der Grund, warum es mir Kummer gemacht hätte, sie verletzt zu haben. Ihre Texte sind interessant und klug geschrieben. Hätten Sie sich von mir abgewandt, wäre ein weiterer Austausch
                      mit Ihnen, auf den ich mich auch immer freue, leider nicht mehr möglich gewesen. Ich bin daher
                      erleichtert und froh, dass Sie mir noch einmal versichert haben, Sie nicht verletzt zu haben. Bei Ihnen ist und war eine solche direkte Frage auch möglich, ich habe das Gefühl gehabt, Ihnen diese Befürchtung ohne Angst mitteilen zu können. Mit Ihnen kann man wirklich reden (oder besser schreiben). So kann ich mich weiterhin auf einen zukünftigen Austausch an Gedanken, Erfahrungen und Ideen mit Ihnen freuen, ich habe diese Möglichkeit, einen Menschen der mich wirklich spiegelt und mir ein echtes Feedback gibt, nicht verloren, darüber bin ich sehr froh!

                      Viele Grüße Frida.

                    • maro sagt:

                      @Frida,

                      ich danke Ihnen sehr für Ihre Rückmeldung und habe mich auch wieder darüber sehr gefreut.
                      in Ihrer Antwort haben Sie sehr wichtige Gedanken und Befürchtungen mitgeteilt:
                      „… Aber ich habe fast immer ein mulmiges Gefühl dabei, wenn ich Nachfragen und deshalb eine Frage stellen muss. Innerlich mache ich mich dann meist schon automatisch auf Hohn und Spott gefasst. …“

                      Damit treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Ich vermute, dass genau diese Befürchtung bei vielen Menschen existiert und deshalb viele Menschen nicht nachfragen. Genau aus dem Grund, den Sie nannten. Das ist ausserordentlich bedauerlich. Ich kann Ihre Befürchtung gut nachvollziehen, da ich mit solchen Reaktionsmustern, insbesondere in jüngeren Jahren, konfrontiert war. Hohn und Spott soll das Gegenüber treffen. Der sich selbst erhöhende Spottende zeigt sich unreif, da er/sie noch nicht begriffen hat, dass ein Nachfragen klug ist. Der nach Blossstellung Trachtende hat eigene Probleme, die ihn/sie dazu veranlassen von seinen eigenen Dingen abzulenken, um sich nicht auf sich selbst beziehen zu müssen. Es ist einfacher sich über Jemanden lustig zu machen und sich damit eine schnelle Befriedigung und „Pseudo“-Aufwertung seiner Person zu verschaffen, als durch den erhaltenen Impuls des Gegenübers sich über seine eigenen Gefühle und Verletzungen Gedanken zu machen. Diese Denk- und Reaktionsmuster erlernt man leider sehr früh. Damit übernimmt man die Position als „Opfer“, aber auch als „Täter“. Diese „Doppelfunktion“ ist das Verhängnisvolle. Einerseits werden Menschen der Lächerlichkeit preisgegeben, andererseits werden genau diese unter Umständen zum Spottenden. Das Erkennen dieser schwierigen und einengenden Muster ermöglicht den Weg daraus und eine Hinwendung zu mehr und tieferem Verständnis.
                      Mir war durchaus bewusst, als ich diese Frage nach dem Begriff „Herumgetrolle“ stellte, dass es zu herabsetzenden Äußerungen hätte kommen können. Man darf nicht vergessen, dass der Spottende sich in seiner eigenen Unzulänglichkeit zeigt. Es hat nichts mit Demjenigen zu tun, der eine Frage stellt. Es spricht für Sie, dass Sie zugegeben haben, dass Sie durch meine Frage die Antwort erhalten haben und v.a. sich nicht trauten, diese Frage zu stellen. Das finde ich anerkennenswert. Ich freue mich immer sehr über einen so konstruktiven Gedankenaustausch.

                      Ein Bild zu Schluss, das vielleicht zu diesem Thema passt:

                      Man steht im Wind, der stark und stärker bläst.
                      Was tut man?
                      Man neigt sich so viel vor wie nötig. Ein Gleichgewicht entsteht.
                      Der Wind bläst einen nicht um, aber man selbst gewinnt an Kraft und Stärke.

                      In diesem Sinne,
                      viele Grüße
                      maro

              • maro sagt:

                Volle Zustimmung!
                Alles Gute, maro

              • Frida sagt:

                @Kuckuckstochter
                Als ich Ihre Antwort und von dem abweisenden Verhalten Ihrer Verwandten gelesen habe, da musste ich an einen Leserbrief auf Alice Millers Website ( “Der Hass der Mutter, Wednesday 19 August 2009“ ) denken, dort heißt es: „Irgendwie können Nichtbetroffene die Tiefe des Schmerzes nicht verstehen“.

                Dieser Schmerz kann immer wieder auftreten, auch ich kann mich an einen Vorfall erinnern, wo ich ihn besonders stark gespürt habe. Zu dieser Zeit hatte ich gerade meinen Schulabschluss gemacht und fuhr mit einer Schulfreundin für zwei Wochen in den Urlaub. Sie wollte plötzlich nach Hause, obwohl wir erst einige Tage dort waren und ich bat sie, es sich anders zu überlegen, sie blieb hart und beharrte darauf den Urlaub vorzeitig abzubrechen. Um sie zum Bleiben zu bewegen habe ich mich selbst ein wenig gedemütigt (so habe ich es im Nachhinein empfunden) und folgende Worte zu ihr gesagt: „Könnten wir nicht noch bleiben, ich möchte noch nicht nach Hause, dort bin ich nicht gerne gesehen und die sind froh, wenn sie mich los sind“.
                Ich habe das gesagt, obgleich ich Angst vor ihrer Reaktion hatte, aber zugleich darauf gehofft, sie würde sich von mir überzeugen lassen, wenn sie den wahren Grund kennt. Auf eine Abfuhr von ihr habe ich mich trotzdem innerlich vorbereitet und wurde nicht enttäuscht. Ihre Antwort hatte mich damals tief getroffen und Gefühle des Schmerzes, der Einsamkeit und der Traurigkeit in mir hervorgerufen, an denen ich ca. ein halbes Jahr „zu knabbern“ hatte. Sie meinte: „Bei mir ist das aber nicht so“ und weil ich auf ihre Abfuhr gefasst war, erwiderte ich: „Das ist aber schön für dich“ und verbarg meinen Schmerz und die Tatsache darüber, wie tief mich das getroffen hatte.
                Als ich nach Hause kam, empfing mich meine Mutter mit den Worten: „Was willst du denn schon wieder hier“ und ich erzählte ihr genau von diesen Vorfall und dem wahren Grund, warum ich vorzeitig nach Hause zurückkehrte, sie reagierte wütend, weil mich ihr „Empfang“ nicht verletzt hatte, aber ich war längst auf diesen gefasst und so konnte ich auch gefasst zurück reagieren.
                Später habe ich es wie viele der im Buch erwähnten schwarzen Schafe gehalten, ich flüchtete mich in die Arbeit, suchte mir eine Tätigkeit im Schichtdienst, so dass ich immer eine „gute Ausrede“ hatte, um (fast) nie zu Familienfeiern gehen oder an Feiertagen Zeit mit meiner Herkunftsfamilie verbringen zu müssen.
                Das half mir immer, diesem Schmerz auszuweichen, die Arbeit wurde zu meiner „Familie“ aber Herr Teuschel hat es gut formuliert, es ist immer nur eine Flucht vor dem Schmerz und ob man es will oder nicht, es kommen Momente, wo er immer wieder aufsteigt und ich damit konfrontiert werde.
                Mittlerweile lasse ich ihn zu wenn er aufsteigt, ich fühle ihn immer wieder und es gibt Momente, wo es mich wundert, dass er noch immer nicht vorüber ist. Deshalb kann ich Sie gut verstehen und die Worte der Leserbriefschreiberin treffen genau meine Empfindung: „Irgendwie können Nichtbetroffene die Tiefe des Schmerzes nicht verstehen“.

                Viele Grüße Frida.

                • Kuckuckstochter sagt:

                  Liebe Frieda,
                  ich kann Ihnen nachempfinden, die Demütigungen und Verletzungen bleiben ein Leben lang. Ich habe glernt damit umzugehen und lasse den Schmerz zu.

                  Ihre Freundin hat sich, für mich, sehr egoistisch verhalten. Wo bleibt die Kommpromissbereitschaft. Erst gestern habe ich mit einer sehr guten Freundin darüber gesprochen. Sie erlebt ähnliches, wie Sie es mit ihrer Freundin erlebt haben. Ihre Freundin hätte Ihnen einen Vorschlag unterbreiten können. Ok, wir bleiben noch ein paar Tage und fahren dann nachhause.
                  Ich verstehe manchmal die Menscheit nicht, alles könnte wesentlich leichter
                  vonstattengehen, wäre man nur ein wenig hellhöriger und würde sein Gegenüber „wahr“ nehmen.

                  Mein allergrößter Wunsch, nur ein Gespräch mit meinem „Vater“ zu führen, hat sich nicht erfüllt – und wird sich nicht erfüllen. Ich spüre die Ablehnung durch ihn und meine Geschwister – das tut weh, sehr weh, sehe es aber als Vorteil für mich, im Gegensatz zu Ihnen und Ihren Erfahrungen mit Ihrer Mutter, kenne ich meinen Vater nicht, von daher wird es immer erträglicher.

                  Lieben Gruß

                  • Frida sagt:

                    @Kuckuckstochter
                    Sie haben Recht, der Schmerz schwächt sich mit der Zeit ab, wenn man ihn zulässt. Dass Sie sich ein Gespräch mit Ihrem leiblichen Vater gewünscht haben, kann ich gut verstehen. An Ihrer Stelle würde
                    ich mir das auch wünschen, ich wüsste gerne wie er aussieht, wie er meine Mutter kennengelernt und warum er sie am Ende verlassen hat. Ein Kind (auch ein „erwachsenes Kind“) stellt doch oft diese Fragen und es gehört einfach zur kindlichen Neugierde dazu!
                    Fragen wie diese und der Wunsch nach einem Gespräch sind doch menschlich, aber offensichtlich kann ihr leiblicher Vater und dessen Familie genau das nicht verstehen und reagiert außerordentlich feindselig auf Sie. Sie haben auch Recht damit, dass man in diesem Fall nichts mehr machen kann, das habe ich auch an Ihren Beschreibungen gemerkt und das ist natürlich schmerzvoll für Sie.

                    Für die von dem Schicksal betroffenen Kuckuckskinder(und schwarzen Schafe) wie Sie, fällt auch die Geborgenheit in einer Familie weg, Sie erleben keine Geborgenheit, die eine intakte Familie bieten kann. So gibt es leider oft niemanden, an den Sie sich mit ihrem Schmerz und Ihren Kummer wenden können. Sie hatten und haben nicht das Glück, von verständnisvollen Menschen (einer Familie eben) umgeben zu sein.
                    Deshalb ist es für Sie auch viel schwerer, als für andere Menschen, Sie werden viel häufiger als nötig verletzt, weil Sie sich in ihren Schmerz und ihrem Kummer leider oft (so wie ich) an die falschen Personen wenden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Sie zusätzlich auch nicht das Glück hatten eine Ersatzpersonen finden, die Ihnen manchmal beistehen und Sie verstehen kann. Das ist sehr schmerzvoll und auch ein großer Verlust. Deshalb ist es schlimm, ein schwarzes Schaf in der eigenen Familie zu sein und auch keine wirkliche Familie zu haben, obgleich es für die Umgebung so wirkt, als hätten Sie eine und wie soll man das Erklären? Wer will das hören? Die meisten Menschen möchten davon nichts wissen, dass ist etwas, was man für sich behalten soll. Glücklicherweise, gibt es jedoch auch immer wieder Menschen wie Sie, die diesen (meinen) Schmerz teilen können und das ist auch sehr tröstlich.

                    Meine Schulfreundin hat nicht wissen können, wie viel Macht ihre Worte über mich haben würden, sie hat nicht gewusst, welchen Schmerz sie damit in mir ausgelöst hat. Wie sollte sie das auch, ihr Schicksal unterschied sich völlig von dem meinen und mein Schicksal, sowie meine Worte bedeuteten ihr nichts. Sie hat daher auch gleichgültig auf meine Worte (eigentlich meine Bitten) reagiert und mir das offen gezeigt. Das habe ich rechtzeitig merken und mich in meinem Schmerz
                    und meinem Kummer nicht erneut an sie gewandt, weil ich gemerkt habe, dass sie die falsche Person dafür ist.
                    Wenn ihr meine Bitten und mein Kummer egal sind, dann macht es keinen Sinn, mich weiterhin an sie zu wenden, wenn es mir schlecht geht. Sie würde mit ihrer mir gegenüber gezeigten Gleichgültigkeit diesen Schmerz nur verstärken. Das habe ich daraus gelernt und ich glaube, meine damalige fehlende Lebenserfahrung war der Grund, warum ich mich überhaupt an sie gewandt habe.
                    Es war meine Fehleinschätzung, mein eigener Fehler, mich an eine Person wie sie zu wenden, ein Mensch, dem sowohl mein Schicksal, als auch meine Bitten nichts bedeutet haben.
                    Zudem habe ich sie nicht wissen lassen, wie viel Macht ihre Worte über mich hatten und für sie waren es eben einfach nur Worte. Das war ein für mich prägendes Ereignis und für sie war es eine Episode im Leben, die sie längst vergessen hat. Im Gegensatz zu mir hat dieses Ereignis in ihr keine Spuren hinterlassen, für mich war es bedeutsam.
                    Ich glaube, es ist sehr wichtig aus Ereignissen wie diesen zu lernen, durch die hinzugewonnene Lebenserfahrung kann man es schaffen, zu sehen, an welche Menschen man sich in seinem Schmerz und seinem Kummer wenden kann und an welche nicht. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, erneut einen solchen Fehler wie ich ihn gemacht habe zu vermeiden und damit auch meinen Schmerz unnötig zu verstärken. Man kann immer verletzt werden, es ist ja Teil des Lebens und nicht immer vermeidbar. Manche Worte haben die Macht, einen Schmerz und einen Kummer zu verstärken, das wissen die meisten der hier schreibenden schwarzen Schafe sicher sehr gut aus eigener Erfahrung.

                    Viele Grüße Frida.

                  • osterhasebiene langnase sagt:

                    @kuckuckstochter
                    Auch auf die Gefahr hin, mich unerlaubterweise einzumischen, möchte ich Ihnen sagen, verschließen sie Ihr Herz nicht oder schließen Sie ihren Vater nicht aus Ihrem Herzen aus. Er ist auch unbekannterweise ein Teil von Ihnen (sieht Ihnen sogar ähnlich). Er hatte sicher seine Gründe für das Verhalten, das aber nicht Sie verschuldet haben. Beziehen Sie neue Kraft aus diesem Schmerz und lieben Sie weiter. Machen Sie keine Vorwürfe und fordern Sie nichts und schießen Sie nichts endgültig ab. Vielleicht geschehen ja noch „Wunder“. So mancher hat sich auf dem Totenbett noch eines Besseren besonnen. Alles Liebe und Gute von mir.

              • maro sagt:

                @Kuckuckstochter:
                Meine kurze Antwort ist versehentlich nach unten gerutscht. Deshalb jetzt nochmal, in der Hoffnung, das sie diesmal dort sitzt, wo sie hin soll.
                Volle Zustimmung! Ihr Schritt war mutig. Dafür braucht es viel Überwindung, Kraft und Willen. Ich empfinde es auch so, dass trotz enttäuschendem Ausgang, daraus Stärke erwächst, bzw. erwachsen kann. Auch wenn mein Hintergrund ein anderer ist, kann ich diesen Weg und Ausgang sehr gut nachempfinden.
                Alles Gute, maro

  4. osterhasebiene langnase sagt:

    Es ist so einfach und „entlastend“, andere auszugrenzen und zum „schwarzen Schaf“ zu machen. Einen objektiven Grund braucht es dafür nicht und gibt es auch nicht. Jeder Mensch ist anders und in Vielem doch gleich. Aber scheinbar reicht das Mitgefühl nicht aus, um dies einem anderen nicht anzutun. Die Ausgrenzung oder besser Integration (Angst, von der Norm abzuweichen, Angst vor eigenen Wünschen…) müsste im Menschen selbst erfolgen.Das ist schwierig und erfordert Disziplin. Leider trifft die Ausgrenzung oft gerade die Wehrlosen, wie zum Beispiel Kinder. Nur das wirkliche Probleme wird so in keiner Weise gelöst, hat sich nun lediglich verdoppelt.

  5. Kuckuckstochter sagt:

    Vielen Dank für die einfühlsammen Kommentare!

    Ich hatte mir gewünscht, dass meine Suche einen guten Ausgang nimmt. Dem war leider nicht so. Nicht nur vom Vater werde ich feindselig und abweisend behandelt, auch die väterlichen Halbgeschwister weisen mich ab.
    Als Trost habe ich tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich nicht die Einzige bin, die dieses Schicksal zu tragen hat. Man spricht davon, dass etwa jedes zehnte Kind ein Kuckuckskind ist. Welche Folgen es für das weitere Leben hat, wenn die Wurzeln fehlen, sind bei jedem Betroffenen sicherlich anders gelagert.
    Über die Folgen meiner Suche, schreibe ich gerade ein Buch. Das Schreiben hat meine Psyche gestärkt und heute kann ich sagen:
    Meine Suche nach Identität und Wahrheit hat mich stark gemacht, und ich kann nun endlich sagen, wer und was meinen anderen Teil ausmachet.

  6. osterhasebiene langnase sagt:

    Hallo Kuckuckstochter, ein Buch über die (persönliche) Geschichte zu schreiben halte ich für eine ausgezeichnete Idee. Sie können sich dabei Vieles von der Seele schreiben und es dann besser einordnen und zu den „Akten“ legen. Jedes Schicksal hat auch Chancen zur Weiterentwicklung. Für andere Betroffene ist ein solches Buch sicher eine große Hilfe und es sensibilisiert allgemein in unserer Gesellschaft für dieses noch weitgehend unerforschte Thema. Ich finde das sehr mutig und nachahmenswert.

    • Kuckuckstochter sagt:

      Danke schön osterhasenbiene langnase, es war tatsächlich wie eine Befreiung. Zwar ein langer Weg, aber dennoch einer, der sich gelohnt hat. Das Schreiben hat mir den Ballast von den Schultern genommen.
      Nun fühle ich mich frei und ich denke, es war so etwas, wie Therapie. Letztendlich soll es auch anderen Betroffenen Mut machen. Bis es erscheint, wird allerdings noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

  7. osterhasebiene langnase sagt:

    Es freut mich sehr für Sie, dass Sie einen Weg für sich gefunden haben. Schreiben ist tatsächlich Therapie und wenn man dabei auch noch andere Menschen unterstützen kann, ist es noch zusätzlich ein Mehrwert.

  8. Kuckuckstochter sagt:

    Hallo ihr Lieben hier. Es ist viel Zeit vergangen, seitdem der Beitrag hier gepostet wurde. Nun ich mache es kurz: Mein Buch ist da, zunächst als E-Book, im Juni das Print.
    https://www.amazon.de/Ungewollt-Kuckuckskind-Suche-Wahrheit-Identit%C3%A4t-ebook/dp/B01GAGU9M6?ie=UTF8&ref_=asap_bc
    Hier der Link zu meiner Facebookseite:
    https://www.facebook.com/sophiechristina.aichinger

  9. Frida sagt:

    Ich möchte Ihnen ganz herzlich zur Erscheinung Ihres Buches gratulieren und hinzufügen, dass Sie stolz darauf sein können, jetzt eine Buchautorin geworden zu sein!
    Mit Ihrem Buch werden Sie sicher vielen Menschen helfen, die sich in Ihren Schilderungen wiederfinden, aber nicht den Mut oder die Kraft dafür aufbringen können, darüber zu schreiben.
    Also herzlichen Glückwunsch an die frischgebackene Autorin! Sie sind eine mutige und kreative
    Frau, die sich ihre Kreativität bewahren konnte und das ist eine seltene Leistung.
    Mit Ihrer Ankündigung haben Sie schon Ihre erste Leserin gewonnen und ich bin schon sehr gespannt darauf Ihr Buch zu lesen.

  10. Sophie Christina sagt:

    Frieda, ich bin gerührt über Ihre Zeilen, die ich erst jetzt gelesen habe. Ich wünsche Ihnen spannende Unterhaltung wenn Sie in die Welt, meine Welt, eines Kuckuckskind es eintauchen. Natürlich freue ich mich auch über eine Rezension. Liebe Grüße.

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