Neue Studie belegt erhöhte Gefahr für Depression bei „schwarzen Schafen“

Die negativen Auswirkungen von Ausgrenzung und Benachteiligung in der Familie sind jedem „schwarzen Schaf“ aus eigener Erfahrung bewusst.

Jetzt hat eine Forschergruppe der Universität Oxford eine interessante und gut designte Studie veröffentlicht, die eine wissenschaftliche Bestätigung dieser Erfahrung bringt. Untersucht wurde die Auswirkung von Bullying (Mobbing) durch Geschwister auf die Spätfolgen für die Opfer.

Dabei wurden über 6900 Mädchen und Jungen befragt, die im Alter von 12 Jahren über Mobbinghandlungen durch Geschwister berichtet hatten. Gemessen wurde die Häufigkeit von Depression, selbstverletzendem Verhalten (SVV) und Angststörung.

In der Gruppe der Kinder, die mehrmals pro Woche unter Mobbinghandlungen zu leiden hatten, fand sich eine mehr als doppelt so große Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Depression oder SVV. Auch die Häufigkeit von Angststörungen war erhöht.

Dies ist eine eindrucksvolle Bestätigung sowohl für die negativen Auswirkungen von Bullying als auch für die Rolle des „schwarzen Schafes“.

Es freut mich sehr, dass zu diesem Thema jetzt auch wissenschaftliche Studien veröffentlicht werden, die mein rein auf Erfahrung gestütztes Modell des „schwarzen Schafes“ untermauern.

Peter Teuschel

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7 Kommentare zu Neue Studie belegt erhöhte Gefahr für Depression bei „schwarzen Schafen“

  1. Sabine sagt:

    Das Forschungsergebnis ist sicherlich richtig, aber schade finde ich es trotzdem. Wer in seiner Kindheit Ausgrenzung, Missbrauch und Missachtung, Unsicherheit, wechselnde Bezugspersonen, kein Urvertrauen sowie keine Anerkennung erfahren und gelernt hat, ist emotional arm dran.

    Wir sind alle nur die Opfer und das Ergebnis unserer Sozialisation. Das kann nur Depressionen fördern. Zumindest bemerke ich bei vielen Betroffenen eine nicht so große Widerstandsfähigkeit gegen die Umtriebe des Lebens.

    Selber habe ich ein erhöhtes Ruhebedürfnis, dass sich jedoch in meinem Garten erfüllt. Ab und zu kann die Welt mich dort gern haben und, pardon, die ganze Menschheit mit dazu. Als (fast) militanter Tierfreund würde ich für jede Kreatur auf die Straße gehen, für meine Mitmenschen nicht mehr. Auch, wenn ich als guter Freund für einen begrenzten Kreis immer gerne da bin.

    Man orientiert sich emotional weniger an menschlichen Bindungen und mehr an denen zu seinen Viechern. Es bleibt ein grundsätzliches zwischenmenschliches Misstrauen, dass einem a) nicht gut tut und b) auch nicht immer angebracht ist. Jeder geht halt mit seinen Erfahrungen als schwarzes Schaf anders um und irgendwelche Macken bleiben hängen.

    • Peter Teuschel sagt:

      Es ist schade und erschreckend. Hoffentlich tragen solche Untersuchungen dazu bei, das Thema mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.
      [Ihr Garten scheint ein Segen zu sein].

      • maro sagt:

        Das hoffe ich auch sehr, dass das Thema tatsächlich mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit kommt!! Der Schaden ist einfach zu groß.

        • maro sagt:

          Anmerkung: Auch das Thema Hochsensibilität wünsche ich mir mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Es wird immer noch als ein Mangel! und etwas Negatives angesehen. Es ist tatsächlich aber eine besondere Fähigkeit, die z.B. bei Überlegungen mehr abwägt, Gefahren früher erkennt und eine tiefere Empathie besitzt. (Nicht zu verwechseln mit Empfindlichkeit!!). Negative Erfahrungen sind schwerer abzuweisen. Eine erhöhte Gefahr für Depressionen liegt hier näher.

  2. Der Artikel paßt auch ganz gut zum heutigen Tag. Heute ist Welttag zur Suizidprävention. Zu den heutigen und folgenden Veranstaltungen zur Suizidprävention in Deutschland ein Artikel mit entsprechenden Links http://kuckucksvater.wordpress.com/2014/09/09/10-september-welttag-zur-suizidpravention/

  3. Pingback: Bullying (Mobbing) unter Geschwistern › Schräglage

  4. Roswitha sagt:

    Hallo, die Worte von Sabine kann ich nur bestätigen. In der Bibel stand schon geschrieben; Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, dies ist die Heuchelei.
    Ich sage es noch mal mit eigenen Worten; Hauen Sie ab von denen die hecheln. Schützen Sie Ihre eigene Seele!

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