Ist „das schwarze Schaf“ gefährlich?

Jetzt habe ich schon mit drei oder vier Menschen geredet, die mir erzählt haben, dass sie sich nicht trauen, „das schwarze Schaf“ zu lesen. Wenn ich nachfrage, kommt meist: „Ich weiß nicht, ob ich das packe, das alles so schwarz auf weiß zu lesen“ oder etwas in der Art.

Zuerst hat mich das gewundert. Aber je mehr es werden, die sich nicht an den Text hinwagen, um so mehr verstehe ich, was wohl dahinter steckt.

Ich zitiere jetzt mal aus dem Buch:

Und wenn wir gerade von Freiheit sprechen, gleich noch ein weiteres wichtiges Prinzip: Die Wahrheit macht frei. Also sollten wir uns nichts vormachen, das würde nur unseren Weg behindern. Das beginnt schon damit, dass ich mir als Erstes eingestehen sollte: Ja, ich bin das schwarze Schaf meiner Familie. Ich wurde oder werde benachteiligt, ausgegrenzt, überfordert, nicht akzeptiert. Natürlich tut das weh. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass so viele Menschen die Wahrheit nicht sehen wollen. 

Ich glaube, es ist genau dieser Punkt. Die Angst davor, sich der schmerzhaften Wahrheit zu stellen. Irgendwo und irgendwie weiß ich vielleicht, dass ich so ein schwarzes Schaf bin. Aber ich will es nicht sehen, will da nicht hinschauen und will es deshalb auch nicht lesen. Im Prinzip ist es ein ähnliches Thema wie bei Menschen, die sich nicht in eine Psychotherapie trauen.

Das kann ich verstehen und ich glaube, es ist auch ganz wichtig, dass diese Entscheidung jeder für sich trifft: Will ich mich meiner Wahrheit stellen, auch wenn es weh tut? Oder will ich weiter auf dem bisherigen Weg gehen? Den Schmerz vermeiden, aber unter Umständen auch mein Leben versäumen.

Ein Buch ist da etwas ganz anderes als ein Therapeut. Der spricht die Themen an, hakt nach, kommentiert.

Das Buch blickt mich nur vom Regal herab an. Lies mich, sagt es. Lies mich, oder lass es bleiben.

Ein prinzipielles Thema also.

Bezogen auf „das schwarze Schaf“ ein Punkt, den ich so nicht erwartet hätte. Andererseits freut es mich, dass potentielle Leser davon ausgehen, dass da „die Wahrheit drin steht“. Und dass Menschen, die es gelesen haben, etwas ähnliches sagen, nämlich dass sie sich „gesehen und angenommen“ fühlten.

Chance und Risiko liegen oft eng beieinander. Auch beim Bücherlesen.

Peter Teuschel

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27 Kommentare zu Ist „das schwarze Schaf“ gefährlich?

  1. shgmobbinggraz sagt:

    Nur hinsehen macht frei 😉

  2. Energiequelle sagt:

    Ja genau so ist es… auch ich habe mich nicht in eine Therapie getraut…das ist jetzt 28 Jahre her…und und immer geträumt, ich würde meine Therapeutin mitnehmen nach Hause…um zu beweisen, wie schrecklich das alles war…die Therapie hat meine Leben verändert…ohne Vertrauen und mit körperlichen Schmerzen war ich beim Arzt gewesen…der hat mich nur angeschaut und gesagt, ich müsse lernen mich in menschlicher Gesellschaft wohl zu fühlen…dann ging alles ganz schnell…ich habe …(obwohl mich meine Familie blöd gepredigt hat…bis ich die Schule verweigert habe,,,nur durch Resillienz und eine gute Lehrerin, zurück zur Leistungsbereitschaft gefunden)… endlich mein Studium aufgenommen :…während ich in nullkommanichts studierte bekam ich zwei Kinds mein erster Freund mit 25… habe geheiratet, und noch zwei Kids bekommen und meinen Mann, der seinerseits später depressiv erstarrte und immer leerer wurde…und sich mit meinen Eltern verbündete …vor die Tür gesetzt.

    Ich komme aus einem extrem begüterten Elternhaus 2 Jungs, 2 Mädels, …allerdings profitieren von dem Geld fast nur die Jungs…Meine Schwester wurde seelisch missbraucht und ich wurde ausgegrenzt…egal was ich mache…. Ich bin auf Internat abgeschoben worden, beide Elternteile liessen teilweise ihre körperliche Aggression an mir aus, ich flog bei Tisch raus, als ich sportliche Wettkämpfe gewann hat sich niemand gekümmert, genauso wenig, als ich durch eine extreme Magersucht ging…zur Geburt meiner Kinder haben mir meine Geschwister mit Mühe gratuliert, die ganze Familie hat, obwohl ich in der Nähe wohnte, geschlagene 10 Jahre so getan, als gäb es meine Kinder nicht,…der Vater inclusive…Patenschaften wurden komplett ignoriert,….von materiellen Werten will ich gar nicht anfangen —- es ist alles nicht zu fassen…die Schwiegertöchter werden allerdings hofiert wie Prinzessinnen…. es tut weh und es auch weh, wenn man das Buch liest, Heilung kommt durch Abstand, Loslassen, Freunde und am meisten durch die eigenen Kinder…meine vier haben kein Kinderzimmerdarwinismus, sie sind untereinander alle dick befreundet, und sie gehen extrem gut mit mir um…sie hatten und haben auch nur mich….( Also sie sind jetzt erwachsen ) was tröstet, ist, dass ich mein Leben lebe und nicht meine Zeit opfere, meinen Eltern zu gefallen…was die Kehrseite der Bevorzugung bedeutet….Meine Ausgrenzung bedeutet meine Freiheit und ich will nicht mit meinen Brüdern tauschen….niemals!

    Energiequelle

    • Peter Teuschel sagt:

      Da darf ich doch gleich mal ein Zitat rausziehen:
      „Meine Ausgrenzung bedeutet meine Freiheit…“
      Das muss man erst einmal erkennen.

      Herzlich willkommen!

      • Marie sagt:

        Wie gut formuliert! Für meine Situation abgewandelt heißt das „was tröstet, ist, dass ich mein Leben lebe und nicht meine Zeit opfere, meiner Mutter zu gefallen…Meine Ausgrenzung bedeutet meine Freiheit und ich will nicht mit meinen Schwestern tauschen….niemals“ .. na ja, höchstens ma für einen Tag, nur um besser verstehen zu können, wie sie sich mir gegenüber verhalten und was sie empfinden. Und dann gleich wieder frei sein, ausserhalb der Grenzen.

      • Energiequelle sagt:

        Ja …war auch ein langer Weg…Keiner der Brüder hat es geschafft, sich das ganze Spiel mal auf der meta-Ebene anzusehen…wer vom System profitiert, bedient es …Hinterfragen kann da enorm störend sein… da gibt es auch Erwartungshaltungen und ein Aussteigen ist nicht möglich…wenn Anerkennung an materielle Vorteile gekoppelt ist…wer ist da nicht bestechlich…und schwupp leben die Lieblings-Kinder das Lebensprogramm der Eltern weiter…wie ausgehöhlt…als schwarzes Schaf tut man nur gut daran, es nicht mit Liebe zu verwechseln…aber während der eine Bruder ein komplett rückwärtsgewandtes Leben führt…kinderlos… ist der andere von einer unersättlichen Gier getrieben…beide Brüder verstehen sich überhaupt nicht….sie Strategie der Eltern…teile und herrsche… spiele die Kinder gegeneinander aus, damit sie sich nicht gegen dich zusammen schließen funktioniert perfekt… will man da dazu gehören? Ja es gibt Dankbarkeit…. Danke dass ich ausgemustert wurde! und mir der Himmel die Kraft für ausreichend widerstand gab, um authentisch zu bleiben!…dass er mir wertvolle Menschen und gute Bücher über den Weg geschickt hat…und mir die Klarheit gab eine eigene Familie unter einem anderen Vorzeichen zu gründen und diese zu schützen!
        Das Vergleichen mit den Geschwistern bindet einen doch an das System…Immer wieder gedankliche Hygiene… respektiere das Schicksal und die Lebensaufgabe der anderen…, vergib ihnen und mache deinen Frieden….sei dankbar… erst dann bist du wirklich frei…
        …also auch ich bin noch im Prozess….
        und noch ein Buchtip: Fräulein Jakobs funktioniert nicht von Luise Jakobs. …darf ich an dieser Stelle überhaupt Bücher empfehlen?

        Grüße,

        Energiequelle

        • Peter Teuschel sagt:

          Liebe Energiequelle,

          natürlich dürfen Sie hier Bücher empfehlen (mit Ausnahme der üblichen illegalen Sachen), sehr gerne sogar!

          LG PT

  3. Energiequelle sagt:

    Danke für das Feedback…ich versuche auch mich auf energetischer Ebene davon zu lösen…das heißt …ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Resonanzgesetz…(Pierre Franckh…das Gesetz der Resonanz, 2 CDS …am Ende der zweiten CD geht es um das Umschreiben der eigenen Gschichte, den Perspektivwechsel…) wenn es gelingt, mein Leben unabhängig von dem Wert, den meine Eltern mir gaben auch rückwärts als Erfolgsstory und etwas ganz eigenes zu betrachten, bekomme ich …endlich…erstmal für ein paar Sekunden… ein positives Lebensgefühl…und bin stolz darauf. und bin endlich nur ich…..es ist wie Sonnenstrahlen in einen bis dahin geschlossenen Raum lassen…über emotionalen Schmerzen, über die unzähligen Situationen können wir schwarzen Schafe alle Bücher schreiben und dieses Forum tut unendlich gut… aber es geht um Heilung! ..

  4. sirina sagt:

    Danke für dieses Buch. Es war leider überfällig.

  5. osterhasebiene langnase sagt:

    „Das schwarze Schaf“ ist wahrlich ein „gefährliches“ Buch, das „gefährlichste“, das mir je untergekommen ist. Da steht nämlich die Wahrheit drin. Und die Wahrheit macht frei, nur die Wahrheit – das stimmt auch. Ich liebe Herrn Teuschel für das Buch und kann es kaum glauben, dass sich irgendjemand so ein Buch schreiben traut. Es ist das mutigste Buch, das ich je gelesen habe. Eigentlich „funktioniert“ unsere ganze Welt seit vielen Generationen nach dem „Opfer“-Prinzip. Können wir uns das auf Dauer überhaupt leisten? Ich glaube nicht! Es ist ein Buch, das Potentiale freisetzt, die dringend gebraucht werden.

    • osterhasebiene langnase sagt:

      Ich muss es einfach noch mal sagen: Das Buch ist unerhört und unglaublich zugleich, aber wirklich wahr! Da hat man uns jahrzehntelang mit Zuckerbrot und Peitsche versucht beizubringen: Du musst dich aufopfern, sonst funktioniert „unsere“ Welt nicht mehr, und dann kommt jemand einfach daher spaziert und sagt: Nein, musst du gar nicht! Du kannst etwas dagegen tun. Jeder hat ein Recht auf sein eigenes Leben. Es soll keine Opfer mehr geben! Ich kann kaum beschreiben, was dieses Buch bei mir ausgelöst hat, mir hat´s im wahrsten Sinne des Wortes alle Vögel rausgehauen. Gut, ich bin schon immer ein rebellischer Geist gewesen und alle Versuche der Abspaltung, Verdrängung, Integration, Rationalisierung…sind nicht wirklich gut gelungen. Aber vielleicht werde ich jetzt noch vom großen NEIN-Sager zum großen JA-Sager. Das halte ich für durchaus möglich. Fazit: Das Buch ist eine Revolution. Eine Befreiung.

  6. osterhasebiene langnase sagt:

    Der große Witz an der Sache ist nämlich, dass „ihre“ Welt auch dann nicht funktioniert, wenn man sich aufopfert.Es ist absolut sinnlos, das zu tun. Sinnlosigkeit wird reproduziert, das ist nicht lustig, sondern schlimm. Den Verdacht hatte ich eh schon länger, aber doch immer wieder beiseiteschieben können. Warum ist es nur so schwer, Menschen zurückzulassen, die das nicht verstehen können? Wer das „Schwarze Schaf“ ernst nimmt, der muss mit den Konsequenzen leben. Es ist (bei mir) so, als hätte jemand einen Wasserhahn aufgedreht und es sprudelt und sprudelt und ist nicht mehr zu stoppen. Das ist die „Erlaubnis“. Bin nur gespannt, wohin mich diese Welle trägt. Alles wird immer „richtiger“ mit weniger Energieaufwand. Und jetzt höre ich schon wieder den Einwand: Was bist du nur für eine unrealistische Träumerin! Warum „müssen“ sich manche Menschen ihr Leben lang so furchtbar anstrengen und andere nicht? Liegt das alles nur an der Kindheit? Meine Tochter hatte in der Grundschule immer nur 1er, ohne zu lernen. Sie hat sich im Kindergarten das lesen selbst beigebracht – wie auch immer. Warum fühle ich mich „dafür“ schuldig? Weil wir „dafür“ nicht „richtig“ arbeiten mussten. Natürlich geht’s nicht immer so einfach, es gibt Prüfungen, da muss man richtig lernen, aber auch das ist einfach, wenn man es einfach tut. Es ist nur immer dieses blöde Schuldgefühl, wenn es zu „einfach“ ist oder macht man es sich einfach zu einfach. Für manche ist das Schwere, zu akzeptieren, dass es einfach ist. Wer weiß die Antwort? Ist das Leben schwer oder einfach?
    Das „Schwarze Schaf“ hat viele verschiedene Ausprägungen.

  7. dandan sagt:

    Auch mir hat das Buch die Augen für ein Problem geöffnet, dessen Existenz mir klar, das aber nicht fassbar war. Allerdings kann ich die Hoffnung noch nicht loslassen, dass ich durch Anstrengung oder durch eine Konfrontation mit den Tatsachen, meine Eltern wenigstens zur Einsicht bringen kann. Ich schaffe es nicht, mich zu distanzieren und verstehe nicht, warum ich das nicht kann! Das alles lastet so schwer auf mir, dass ich keine Nacht mehr schlafen kann. Mein ganzes Leben ist von dem miesen Gefühl geprägt, nichts wert zu sein. Meine Erfahrungen und mein negatives Selbstbild beeinflussen und beeinträchtigen auch alle anderen Beziehungen. Ich bin misstrauisch, weil ich immer in der Erwartung bin, nochmal hintergangen zu werden. Das passiert mir auch wiederholt. Die Never-Ending-Story. Muss sich wirklich die Kontakte abbrechen? Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich bin so unendlich müde und frustriert.

    • Peter Teuschel sagt:

      Bei dieser Konstellation, die sicher viele schwarze Schafe kennen und nachvollziehen können, würde ich mir in jedem Fall Unterstützung holen, zum Beispiel im Rahmen einer Psychotherapie.

  8. osterhasebiene langnase sagt:

    Ob man den Kontakt abbrechen „muss“ oder nicht, ist eine schwer zu beantwortende Frage.
    Wichtiger ist der richtige Weg, alles andere ergibt sich von selbst. Am aller wichtigsten ist es, meiner Meinung nach, den Tatsachen ins Auge zu schauen und sich selbst darüber klar zu werden, wie es wirklich ist, sowie herauszufinden, was die Gründe dafür sein könnten, d.h. Forschung in der Familiengeschichte. Es ist im Grunde Forschungsarbeit, möglichst objektiv, ohne Beschönigung und extremes Selbstmitleid. An diese Sache muss man mit ganz klarem Verstand herangehen, niemandem (grundsätzlich) böses unterstellen, denn die Taten sprechen für sich und sind per se „böse“. Die Fragen ist also: Wie kam das „Böse“ in die Familie? So gewinnt man meiner Erfahrung nach eine Position, von der aus ein Richtungswechsel, eine Kurskorrektur stattfinden kann. Es kann dann bewusst eine Entscheidung gefällt werden, einen anderen Weg einzuschlagen. Auf diesem harten Weg ist m.E. (fast) alles erlaubt, was einem selbst guttut und anderen nicht schadet: Schimpfen, toben, weinen – aber nicht gegen die anderen, sie würden es nicht verstehen, Schuldzuweisungen sind ebenfalls für einen selbst nicht nützlich, denn was ist „Schuld“ und wer hat das Recht, dem anderen Schuld zuzuweisen. Während dieser „Forschungsarbeit“ entsteht ein Gefühl von eigener Leistung (man darf ungeheuer stolz auf sich sein) und dadurch wächst das Selbstwertgefühl sehr stark. Am Ende kann man sagen: Ich habe mich aus eigener Kraft (eventuell mithilfe eines Therapeuten, Literatur, Meditation, Schreiben, Sport…) aus einer unheilvollen Verstrickung gelöst und entscheide mich für ein anderes, mir gemäßes Leben, das mich und die meinen glücklicher macht. Der Knackpunkt ist, dass man erkennt, welch ungemeine Leistung (die nicht in Geld aufzuwiegen ist) man vollbracht hat. Die „Schuld“ der anderen besteht nun einzig und allein darin, diese Leistung nicht erbracht zu haben. (Ich würde mal sagen, das sind die echten Hausaufgaben). Der Lohn ist, dass man dann frei ist und den anderen nichts mehr „schuldig“. Es ist alles sehr schwer, ich weiß, weil wir Menschen (vielleicht wegen der Konstruktion unserer Gehirne) so gepolt sind, immer in der gleichen Schiene dahinzurasen, also immer mehr von gleichen Mist, nur was gestern nicht funktioniert hat, funktioniert auch nicht bei Verdoppelung und Verdreifachung. Es ist wichtig, ein Ziel zu haben (und wenn es zunächst auch nur heißt: anders als jetzt). Da gibt es ein schönes Zitat von Mark Twain: „Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen. „Das ist eine große Gefahr. Die beste Medizin ist hier glasklarer (eiskalter) Verstand, Emotionen entstehen auf dem Weg natürlich, dürfen einen aber nicht so sehr irritieren, dass man vom Weg abkommt. Wenn man aus dem Gröbsten raus ist, fühlt man sofort die Entspannung im Inneren und die Emotionen sind da, wo sie gut und nützlich sind. Man weiß dann auch wieder intuitiv, was für einen selbst richtig und falsch ist.

  9. LEONARDA sagt:

    Das schwarze Schaf per se ist nicht gefährlich, natürlich NICHT. Aber das schwarze Schaf kann irgendwann – so wie ich – verbal gefährlich werden. Ich habe meine jahrelang durchlittene
    Ungerechtigkeit in harte (die Realität waren eben so und nicht anders) Briefe gepackt und meiner Familie an den Kopf geschleudert. Als das auch nicht half, habe ich meinen Kontakt absolut und unwiderruflich abgebrochen mit einem Artikel von Herrn Teuschel zu diesem Thema. UND: Meinem Komentar an meinen Bruder und meinen Vater, die als Hauptverursacher immer einträchtig gegen mich gehetzt und intrigiert haben. Selbiger Kommentar enthielt, daß mein Herr Bruder (gehätschelter, ewig gelobter unerzogener Einser-Schüler, Schillerpreis-Träger und Nutznießer eines von der Deutschen Stiftung zuerkannten Studiums) es total übersehen hat, daß ein Einser-Abitur noch längst keine ausreichende Garantie für Intelligenz ist. Ich schrieb ihm, daß ihm jede emotionale und soziale Intelligenz fehlt. Und, falls bei ihm jemals einer kleiner Rest an Kritikfähigkeit vorhanden war, so ist diese hinter seiner omnipotenten Selbstgefälligeit und – Selbstüberschätzung verkümmert. Es ist mir klar, daß die Chance auf Einsicht bei NULL angesiedelt ist. Ich habe mich aber revanchiert für die Abwertung meiner Person, der man nichts und gar nichts zutraute und auf die man trotzdem (welch schizoide Gedankengänge) neidisch war, daß sie aller Widerwärtigkeiten zum Trotz auch ihr Studium schaffte und dann noch (man denke an die gesellschaftliche Wertschätzung diese Berufstandes!!!) einen Arzt heiratete – obwohl meine Mutter mir prognostiziert hatte, daß ich nie und nimmer einen Mann finden würde.
    Meine Briefe sind meine Selbsttherapie. UND: Ich lasse über schwarze Schafe nichts kommen. Sie sind – und dies sage ich nicht,weil ich hypertroph wäre – die besseren Menschen im Vergleich zu ihren Verursachern. LEONARDA

  10. LEONARDA sagt:

    PS.: Schwarze Schafe sind nicht gefährlich, auch nicht verbale Eskapaden, die -wie oben beschrieben im Irgendwo verpuffen. Gefährlich sind die, die die schwarzen Schafe produzieren. Ihre Gefühlskälte, Ihre Intrigen, Boshaftigkeiten, Unverschämtheiten, Ungerechtigkeiten haben lebenslang nachhaltige Wirkungen. Deshalb sind die und nur DIE nicht nur gefährlich, sondern BRANDGEFÄHRLICH. LEONARDA

  11. cindy sagt:

    Wenn etwas gefährlich ist, dann ist es die Wahrheit – aber nur für diejenigen, die sie nicht hören möchten…!

  12. Kiwi sagt:

    gefährlich wird sie für meine Herkunftsfamilie nur, wenn sie sich der Gefahr stellen. Dazu sind sie aber zu feige und es bleibt beim Alten. Das Buch öffnete mir die Augen und machte mir klar, dass es den Kampf nicht lohnt, da ich alleine gegen die ganze Sippschaft stehe und nur verlieren kann.
    Gewonnen habe ich an innerer Stärke, ich lies mich nie brechen. Ich ging meinen Weg, hatte meine Gedanken, die so anders waren. In meiner Herkunftsherde rennen alle dem Leithammel (Vater) nach ohne nachzudenken, ohne eigene Meinung, bis auf mich.
    Seit ich mich erinnern kann, habe ich ausdauernd um meine Ziele und Wünsche gekämpft, aufgeben kam nicht in Frage. Die Liebe meiner Eltern, Geschwister und Familie habe ich nicht erhalten, aber es öffneten sich viele andere Türen.
    Ehrliche herzliche Liebe bzw. Zuneigung bringen mir mein Mann, meine Kinder, Schwiegereltern und Freunde entgegen. Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass nicht ich die Falsche bin, sondern es genau anders herum ist.

    Gruß, Kiwi (die die letzten Wochen unter vielen Schafen in Neuseeland weilte)

  13. cindy sagt:

    Hallo Kiwi,
    in meiner Herkunftsfamilie ist es genau dasselbe: Alle rannten und rennen bis heute meinem tollen, hochintelligenten „Vater“ her und alles was er tut, ist richtig und mag es auch moralisch noch so verwerflich sein – die Millionen, die er durch meine „Mutter“ als Alleinerbin mitgeerbt hat, wirken zusätzlich wie ein Faktor, der seine manipulativen Fähigkeiten auf den Großteil der Familie noch verstärkt…
    Vor über 1 1/2 Jahren haben meine Familie und ich den Kontakt nun schon abgebrochen und ich erwarte auch nichts mehr von denen, außer meinem Pflichtteil…
    Trotzdem werde ich zerfressen von meiner inneren Wut, weil mein Vater mithilfe seiner ganzen Gemeinheiten nun sein Ziel erreicht hat – ein Leben im Luxus und die anderen klatschen auch noch Beifall und bezeichnen mich dagegen als „krank“…!
    Meine Seele schreit nach Rache und ich wünsche mir immer wieder, dass meine „Eltern“ endlich auch mal soviel Pech haben wie ich…

  14. osterhasebiene langnase sagt:

    Rache ist ein großes Thema, das auch mich lange beschäftigt hat. Am Ende macht es das eigene Leben nur kaputt. Besser ist es meiner Meinung nach, die Anstrengung noch einmal aufzunehmen und weiter zu forschen, um zu erkennen (wirklich mit letzter Gewissheit), dass in diesem System alle Opfer sind und niemand (wirklich) gewinnen kann. Besser noch, dass die Schwarze-Schaf-Rolle sogar die privilegierte war, die den Ausstieg ermöglichte. Ich denke, den Weg bis zu Ende zu gehen, bis zur letzten Erkenntnis „Wie es wirklich ist und war“, lohnt sich auf alle Fälle und ganz besonders für die eigenen Kinder. Bei mir hat diese „Forschungsarbeit“ einen Großteil meines Lebens aufgebraucht. Nun kann ich allen in die Augen schauen und sehe einfach nur die große Tragik in dieser Familie. Auch jetzt habe ich nicht den Wunsch nach Nähe, weniger denn je. Was geschehen ist, ist geschehen und nicht rückgängig zu machen. Aber ich weiß, es ist vorbei und mein eigenes Leben beginnt. Ich würde mich heute nicht mehr als Schwarzes Schaf bezeichnen, sondern als jemanden, der es geschafft hat.

  15. LEONARDA sagt:

    Hallo Kiwi, Deine Wut kann ich nachvollziehen. Ich kann Dir aber nur wünschen und den Rat geben irgendetwas zu finden, mit dem Du Deine (berechtigte) Wut in Bahnen lenken kannst, so daß Du hinterher entlastet bist, und es Dir gut geht. Ich habe für mich „das Briefe- schreiben“ gefunden. Vor vielen Jahren habe ich alles von meiner Ur-Familie Erlebte in Briefe gepackt und ihnen den Ganzen Schmodder an den Kopf geklatscht, wohlwissend, daß dies ohne Wirkung bleibt. Nicht zuletzt deshalb, weil meine Meinung nie etwas galt. Letzte Konsequenz, den hast Du für Dich auch vollzogen: Der radikale Bruch. Ich habe ihn mit einem Brief, in dem ICH meiner Familie die Intelligenz aberkannt habe, vollzogen. Seitdem geht es mir besser. Seitdem schreibe ich viele Briefe, immer dann wenn ich auf etwas eine (berechtigte) Wut habe. In unserer Zeit habe ich mir sogar einen kleinen anerkannten Platz erschrieben. Ich schreibe oft sehr hart, aber immer fair und NIE verletzend. In der letzten Woche habe ich einem Zahnarzt, der mich unverschämt behandelt hat (es würde zu weit führen, diese Geschichte zu erzählen) geschrieben, daß ich in seiner Praxis nicht nur äußerst unfreundlich, sondern auch mit einer hypertrophen Arroganz und Selbstgfälligkeit, die ihresgleichen sucht, behandelt wurde. Anders konnte ich die Situation nicht lösen, und mir geht es jetzt besser. Vielleicht findest Du etwas Ähnliches mit dem Du Dich entlasten kannst, denn das Erlebte ( es begleitet Dich sowieso Dein Leben lang) hat Dich sonst in den „Fängen“ statt umgekehrt! Viele Grüße LEONARDA

  16. Pauline sagt:

    Hallo liebe Herde,
    nach längerer Pause möchte ich heute hier nochmals einen Kommentar abgeben, da ich nicht mehr vor und zurück weiß. Seit 6 Jahren hatte ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, Geschwistern und Verwandten. Die Rolle des schwarzen Schafes der Familie konnte und wollte ich nicht mehr einnehmen. Also zog ich die Konsequenz und brach den Kontakt komplett ab. Zu Anfang ging es mir sehr schlecht damit, aber nach und nach wurde ich immer stärker und sicherer, nicht zuletzt die Lektüre des Buches „Das schwarze Schaf“ hat mir sehr geholfen. Ich bin jetzt 54 Jahre alt und meine Tochter erwartet im März ihr erstes Kind. Ich freue mich unglaublich darauf Großmutter zu werden. Parallel zu den ersten Schwangerschaftswochen meiner Tochter meldete sich nach 6 Jahren meine Mutter bei mir und teilte mir mit, sie wolle alles vergeben und vergessen (was denn eigentlich?) und alles solle wieder so werden wie früher. Mein Vater habe Alzheimer und sie möchte zu seinem 80. Geburtstag die ganze Familie nebst Verwandtschaft zusammen haben. Ich war zunächst sehr betroffen über den Gesundheitszustand meines Vaters und ehrlich gesagt habe ich mich auch gefreut, dass meine Mutter angerufen hat und scheinbar alles gut werden würde. Ich dachte wirklich, es ginge um mich als ihre Tochter und dass ich ab jetzt auch als solche behandelt werden sollte. Ich habe gesagt, dass ich nicht wieder in diese Verlierer-Rolle hinein könne (meine Eltern hatten mich enterbt, waren mit meinen Geschwistern und meiner Schwägerin beim Notar und hatten u.a. festgelegt, dass ich von der Erbmasse außer dem Pflichtteil (und wenn möglich nicht einmal den) auch von irgendwelchen nicht einmal zu erwartenden Gewinnen in Lotterien etc. anteilig nichts bekommen sollte. Mein Bruder ist der Alleinerbe von allem und meine Schwester hatte bereits vor Jahren eine Schenkung (Grundstück) erhalten und würde im Erbfall ihr Pflichtteil zusätzlich zu der Schenkung erhalten. Klingt alles sehr materiell, aber mir geht es hier in erster Linie nicht um Geld, sondern um meine Stellung in der Familie, die mit dieser Entscheidung meiner Eltern schrecklich ist. Ich hatte gar keinen Platz in dieser Familie und meine Schwester hat nach 6 Jahren Funkstille genau das in einem Telefonat wiederholt: „Mach dir keine Hoffnungen. Es wird sich nichts ändern. Du brauchst es gar nicht versuchen.“, hat sie zu mir gesagt. Weder meine Schwester noch mein Bruder haben ein Interesse daran, wieder Kontakt zu mir zu haben aus lauter Sorge, sie müssten dann eventuell etwas mit mir teilen, sei es Materie oder Liebe. Und genau das habe ich meiner Mutter gesagt. Ich habe sie inständig gebeten, mich vor der Verwandtschaft und meinen Geschwistern zu rehabilitieren und mir quasi einen Platz zu geben, den ich ohne ihr Zutun nicht habe. Stattdessen mutierte ich Nullkommanichts wieder zur rebellischen Tochter, mit der man nicht reden kann, die zu empfindlich, zu eifersüchtig ist und alles falsch sieht. Ich sollte guten Willen zeigen, und auf meine Geschwister und die Verwandtschaft zugehen, kleine Brötchen backen und mich unterordnen. Nachdem ich meiner Mutter klar gemacht hatte, dass das nicht mehr passieren wird, bekam ich heute diesen Brief von ihr:

    Hallo liebe Pauline,
    was ist los. Möchtest du nicht auch, genau so wie ich endlich zur Ruhe kommen und ein Leben ohne Streit und Unruhe führen? Es wäre doch jetzt, wo das Baby unterwegs ist, eine gute Gelegenheit einfach einen Schnitt zu machen und mit der ganzen Verwandtschaft Frieden zu schließen. Wäre das jetzt nicht der schönste Grund? Für das Baby wäre es sehr schade, wenn es damit aufwachsen müsste, dass Großeltern sowie Ur-Großeltern mit Anhang im Streit leben. Es geht dir selbst nicht gut dabei, das merkst du augenblicklich ganz deutlich. Ich bitte dich, dir alles noch einmal gründlich zu überlegen. Auch ich leide sehr darunter, wie sich alles auf einmal wieder zum Negativen entwickelt hat. Es ist nicht so, dass Front gegen dich gemacht wird, das musst du mir glauben. Ich sage das nicht einfach so, das ist wirklich so. Ich kann und will es nicht glauben, dass du das wirklich so willst wie es sich entwickelt hat. Ich bitte dich noch einmal alles zu überdenken.
    Herzlichst Mutti

    Mein Selbstwertgefühl löst sich gerade in Rauch auf, und ich komme mir mit meinen 54 Jahren wie ein unartiges kleines Mädchen vor und weiß doch genau, dass es kein Zurück mehr geben darf, gerade im Sinne meines ungeborenen Enkels.
    Ich werde die Konsequenzen ziehen und den Kontakt wieder abbrechen, komme mir aber trotzdem schuldig vor.

    Vielen Dank fürs Lesen und Zuhören!

    Eure Pauline

    • maro sagt:

      Liebe Pauline,

      vielen Dank für die Zeilen und das damit verbundene Vertrauen. Mich hat Ihr Beitrag sehr berührt – weil ich es selbst so kenne wie Sie es hier schildern.
      Materiell ist es bei meiner Familie ein wenig anders, aber das Prinzip ist das Gleiche.

      Ihre Entscheidung zum Abbruch kann ich sehr gut nachvollziehen. Sie haben intuitiv oder emotional begriffen, dass es keine Rehabilitation für Sie geben wird. Sie fühlen sich als „kleines Mädchen“, vermutlich durch den Brief Ihrer Mutter, den Sie hier wieder gegeben haben. In diesem Brief Ihrer Mutter wird deutlich, dass Sie sich mit Ihrer Position, Ihren Gefühlen und dem was Sie zu sagen haben, nicht auseinandergesetzt hat. Ihre Mutter verbleibt in ihrer Sicht und es scheint, dass Ihre Mutter Ihre Sichtweise und Gefühle nicht nachvollziehen kann oder will. Fehlende Empathie. Ihre Mutter schreibt so wie sie Sie jahrzehntelang gesehen hat und weiter noch sieht. Es ist das Bild Ihrer Mutter von Ihnen, das sich nicht verändert hat. Korrigieren Sie mich ruhig, wenn ich Ihre Gefühle und Gedanken zu Ihrer Mutter nicht treffe.
      Als ich diese „Starre“ bei meiner Mutter feststellte, habe ich sehr getrauert. Dem gingen Versuche voraus mit meiner Mutter zu reden und dass sie mich doch so sehen sollte wer ich wirklich bin. Irgendwann habe ich es dann tatsächlich realisiert. Es geht nicht. Sie lebt in einer mir unbekannten Welt. Sie hört mich nicht. Sie sieht mich nicht. Das war sehr, sehr traurig für mich. Ich fühlte mich dabei sehr einsam. Das ist gerade deshalb so von Bedeutung, weil es die eigene Mutter ist. Dabei ist doch gerade die eigene Mutter so wichtig für Nähe, Geborgenheit, Schutz, Verständnis, Wärme.
      Ihren Schritt zur Trennung kann ich sehr gut verstehen. Es ist ein Rettungsanker. Die Äußerung Ihrer Mutter, dass sie Ihnen vergeben will, zeigt eine Haltung, die es nicht zulässt, dass Sie auf Augenhöhe mit Ihrer Mutter kommunizieren dürfen. Es ist eine Haltung, dass Ihre Person mit dem was Sie sagen, nicht ernst genommen werden. Es ist ein Mutter-Tochter-Hierarchiegefälle, das seitens Ihrer Mutter (und Vater?) aufrecht gehalten wird, weil es von ihr nicht infrage gestellt wird. Ich vermute, dass Ihre Mutter ihre Erziehung gegenüber Ihnen nicht hinterfragt hat. Vermutlich auch nicht ihre eigene. Die Ansicht, dass man den Eltern gegenüber „zu folgen“ hat, ist typisch für diese Zeit. Aber das ist keine Entschuldigung, sondern nur eine Erklärung.
      Dass Sie in die Position des „kleinen Kindes“ wieder geraten sind, ist verständlich. Sich da heraus zu arbeiten ist nicht einfach, aber es lohnt sich, ggf. mit professioneller Hilfe.
      Sie müssen sich nicht schuldig fühlen. Vielleicht fühlen Sie sich so, weil das innere Kind in Ihnen sich dem Gehorsam verweigert. Sie sind kein Kind mehr und Sie haben nur dieses eine Leben. Dies so zu gestalten, dass es Ihnen gut geht, ist Ihr gutes Recht.

      Freuen Sie sich auf den Tag als Großmutter! Die Schwangerschaft Ihrer Tochter ist eine schöne Möglichkeit eine warme Verbindung mit ihr zu vertiefen, vielleicht auch ihr Mut zur Vorbereitung auf die Geburt zu machen. Es ist eine wertvolle Zeit. Bleiben Sie sich treu.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute!!

      Verbundene Grüße
      maro

  17. osterhasebiene langnase sagt:

    Liebe Pauline,

    ich verstehe Ihre Entscheidung sehr gut. Warum soll sich auch plötzlich durch ein Enkelkind etwas verändern? Es wäre eine Illusion. Sie würden vermutlich das Kind für sich vereinnahmen, so wie sie es bisher auch mit allem anderen gemacht haben. Die Geschwister haben alles unter sich aufgeteilt und die Eltern haben das zugelassen.
    Natürlich hängt man immer noch an der Familie, auch wenn sie einen ausgebootet hat, aber es ist auch Sentimentalität und Wunschdenken dabei, denke ich. Realistisch betrachtet, kann man nur mit sich selbst Frieden schließen, d.h. verzeihen (sie werden es nötig gehabt haben) und Grenzen setzen, um die eigene Familie zu schützen. Schuldig ist man der Familie nichts, aber sich selbst gegenüber ist man Wertschätzung schuldig. Ich würde (nach meinem Bauchgefühl) hier die Enkeltochter völlig raushalten. Erst, wenn der Kontakt zu den Eltern und den Geschwistern auf einem tragfähigen Fundament steht, wenn der eigene Platz gesichert ist, würde ich das Kind dort vorstellen. Das wäre für mich eine Voraussetzung. Dafür müsste Zeit investiert werden und Interesse vorhanden sein. Es darf keine Generation übersprungen werden, ich glaube, das hat Bert Hellinger mal gesagt und das ist auf jeden Fall richtig.

    Alles Gute
    LG osterhasebiene

  18. Pauline sagt:

    Liebe Osterhasebiene, liebe Maro,
    herzlichen Dank für Ihre Rückmeldungen. Sie glauben gar nicht wie gut mir das tut. Sie bestätigen mir auf sehr einfühlsame Weise was ich eigentlich immer schon wusste, aber wieder und wieder nicht wahrhaben wollte. Ja, was im Moment bleibt ist Trauer und das tiefe Verstehen, dass ich zu keiner Zeit eine wirkliche Chance in meiner Herkunftsfamilie hatte. Es ist wie Sie sagen, Maro, was bleibt, ist Trauer, aber nicht mehr so sehr das Gefühl der Einsamkeit wie es früher der Fall war. Der Drops wurde einfach trotz aller Bemühungen schon zu oft erfolglos von mir gelutscht. Ich freue mich sehr auf mein Enkelkind, und es ist so schön meine Tochter in dieser Schwangerschaft strahlen zu sehen. Sie lässt mich sehr an allem teilhaben und steht im Übrigen genauso wie mein Sohn und mein Ehemann was meine Entscheidung betrifft voll hinter mir. Auch das tut unglaublich gut und gibt mir Mut für die Zukunft.
    Ganz liebe Grüße und für Sie alles Gute!
    Pauline

    • maro sagt:

      Ihre Verbundenheit mit Ihrer Tochter freut mich sehr. Über das neue Familienmitglied, das bald kommt, würde ich mich auch freuen.

  19. cindy sagt:

    Liebe Pauline,

    aus dem Brief Deiner Mutter geht ganz klar hervor, dass sie auch nach 6 Jahren nicht erkannt hat, was eigentlich los ist – Du hast für Deine Herkunftsfamilie immer die Unterwürfige gespielt und sollst diese Rolle weiterhin annehmen, ABER DAS MUSST DU NICHT UND DU BRAUCHST DESWEGEN AUCH KEINE SCHULDGEFÜHLE ZU HABEN, ganz im Gegenteil…!
    Wenn Du Deiner Herkunftsfamilie eine Mediation oder Familientherapie vorschlagen würdest, würden die sowas garantiert ablehnen, denn für die hast Du gefälligst die Schuldige zu bleiben – andernfalls müssten sie sich vielleicht doch mal Gedanken machen, was sie selbst falsch machen und das wollen die garantiert nicht!!!!

    Hat Deine Tochter denen von ihrer Schwangerschaft erzählt? Hat sie denn noch ein normales Verhältnis zu Deiner Herkunftsfamilie oder wünscht sie sich auch eine Versöhnung zwischen Euch?

    Wie auch immer, ich gebe maro und osterhasebiene langnase recht – Deine Entscheidung, den Kontakt wieder abzubrechen, ist unter diesen Umständen richtig, gerade dann, wenn jetzt auch noch Dein Enkelkind dazukommt und dann auch noch mitbekommen muss, wie seine Oma regelmäßig von denen fertiggemacht wird…

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