Am Ende sind alle schwarzen Schafe schwarz

Es kommt nicht selten vor, dass sich ein „schwarzes Schaf“ nicht eindeutig einer der Untergruppen zuordnen kann, die ich im Buch vorgeschlagen habe.
Nun sollte man das mit den Kategorien nicht allzu akademisch sehen. Keinesfalls sollen die „leuchtend weißen“ oder „bunten“ Schafe, die Sonnenvögel, Kuckuckskinder und Sündenböcke sich in Schubladen wiederfinden.

Diese Einteilung habe ich gewählt, weil sich hinter dem Begriff „schwarzes Schaf“ eben sehr viele verschiedene persönliche Geschichten verbergen, bei denen die Art und Weise der Benachteiligung und Ausgrenzung manchmal sehr subtil und nicht leicht zu erkennen ist.

Es gibt durchaus Frauen und Männer, die ein Lied davon singen können, wie es ist, „leuchtend weißes“, „buntes“ und am Ende doch tiefschwarzes Schaf zu sein.

Allen gemeinsam ist die Erfahrung, innerhalb der eigenen Familie aufs Abstellgleis geschoben oder massiv ausgenutzt zu werden.

Peter Teuschel

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49 Kommentare zu Am Ende sind alle schwarzen Schafe schwarz

  1. comicfreak sagt:

    ..ich habe mich schon vorab sehr auf ihr Buch gefreut, wollte auch direkt meine Geschichte im Forum posten, auch, um den Weg zu zeigen, den ich zurücklegen musste, und die Jahre, die dieser Prozess gedauert hat.

    Und jetzt sitz ich hier, trau mich immer noch nicht, das Buch auf zu schlagen (habe es seit dem Erscheinungstag), oder etwas im Forum zu schreiben oder zu lesen und denke:

    „Wenn du da nachliest, wirst du ganz sicher feststellen, dass deine ganze Familie Recht hatte, dass DU das Problem bist, dass du gar nicht gemobbt bist, sondern nur zu blöde, ganz normal in einer normalen Familie zu funktionieren.“

    Ich hab wohl doch noch einen langen Weg vor mir..

    Kennt ihr diese Angst?

  2. Marie sagt:

    Geteiltes Leid ist halbes Leid! Lies das Buch. Ich (auch „zu blöde“ und schon über 60 Jahre alt) habe vor drei Wochen den Kontakt zu meiner Famiie abgebrochen – zum zweiten Mal nach 7 Jahren – aber nur zu den Menschen, die mich ignorieren. Ich will es nicht länger ertragen, keinen Blick, keine Antwort zu bekommen, wie Luft behandelt zu werden, wenn ich meine Elternhaus betrete. Alles was da wichtig ist, sind Geld, Macht, Besitz. Die sind so verbissen, gefangen in ihrer Welt ohne Gefühle. Es raubt mir alle Energie. Da will ich gar nicht mehr dazugehören. Ich bin anders, gottseidank, ich lebe glücklich mit Menschen, die jeden (!) anderen wertschätzen – weit entfernt von dem Ort meiner Erinnerungen. Ich bin als Kind jahrelang körperlich schwer misshandelt worden, das kann ich niemals vergessen. Nur Ihr anderen schwarzen Schafe könnt verstehen, wie so etwas nach nach Jahrzehnten schmerzt. Ich habe keine Lust mehr, das heile-Welt-Spiel mitzuspelen. Ich hatte Schmerzen, ich will nicht krank werden, ich möchte frei leben. Es hat mir bei meiner Entscheidung geholfen, das Buch zu lesen. Willst Du Recht haben oder glücklich sein? Beides geht nicht! Ich steh darüber, wenn ich jetzt von der ahnungslosen Verwandschaft für verrückt erklärt werde… nein, ich hasse es, bewertet und beurteilt zu werden. Aber es gibt einige, die Empathie empfinden und auch ausdrücken können, in JEDER Familie. Halte dich an die Menschen in Deiner Verwandschaft, die Dir gut tun. Es sind die, die aufrichtig lieben können. Mir tun diese Kontake sehr gut, Ich hatte mich zu lange nur auf Menschen konzentriert, die mich ablehnen. Wie sinnlos!
    Marie

    • comicfreak sagt:

      ..vielen lieben Dank, Marie.
      Ich habe das Buch mittlerweile angefangen und fühlte mich sofort „eingeherdet“ 😉
      Deine Einstellung ist die einzig richtige. Ich selbst betrachte mittlerweile Menschen, die ich online gefunden und privat getroffen habe, für meine wahre Familie, unabhängig von Abstammungslinie 😉
      Danke.
      Silke

  3. jazzfeeling sagt:

    Wir sind ja schon ziemlich weit, Alle die hier schreiben. Ich kenne genug Leute, die ihr Dasein als schwarzes Schaf entweder gar nicht erkennen (wollen,können) oder aber es als genetische, unveränderbare Gegebenheit sehen. Insofern ist der Titel des Buches ein wenig irritierend, denn Mensch wird als schwarzes Schaf ja nicht geboren, Mensch wird dazu gemacht!
    Alle die hier schreiben und sich ihrer Wunden bewusst sind, oder bewusst werden und daran arbeiten ( und sei es auch vergeblich ) sind weitaus gereifter als diese Menschen, denen ich doch oft begegne ( leider auch im schmalen Freundeskreis ) : “ seelisch geht`s mir gut, mein Blutdruck steigt auf über 200, weil meine Mutter mich besucht, diverse Allergien plagen, auch lässt mich nachts der Tinitus schlecht schlafen, aber seelisch geht’s mir gut !”
    Da sind wir Alle, Marie und Silke und die anderen und auch ich schon deutlich weiter, schon ziemlich weit. Und der Versuch ehrt mehr als der Erfolg ! Frei nach Rilke : “ ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen… den letzten werd` ich vielleicht nicht vollenden…. Aber versuchen will ich ihn….

    • Peter Teuschel sagt:

      Absolute Zustimmung! Als „schwarzes Schaf“ wird keine(r) geboren! Und Bewusstheit führt bei diesem Thema weiter als Verdrängung.

  4. Sabine sagt:

    Gelesen habe ich das Buch noch nicht, aber heute morgen in der Bild-Zeitung entdeckt und mich dabei gleich sehr verbunden mit dieser Zielgruppe gefühlt.

    Jahrelange Ignoranz, Missbrauch, Prügel, Ausbeutung, Schuldzuweisungen, Anerkennung oder gar Zuneigung nicht mal gegen Höchstleistungen, stets war ich an allem schuld und für alles verantwortlich …, eben das schwarze Schaf der Familie, obwohl wesentlich intelligenter als die Anderen (Neidfaktor zehn!) und wesentlich empathischer als der Rest.

    Vor ein paar Jahren dann entdeckte unsere dereinst zur Adoption freigegebene jüngste Schwester, die mir äußerlich sehr ähnlich ist, meine so genannte Familie. Was darauf für mich folgte, war an Demütigung einfach nicht mehr zu ertragen – ich habe mich von dieser Ursprungsfamilie losgesagt und seitdem keinen Kontakt mehr zu denen und ich fühle mich, pardon, sauwohl dabei!!

    • Peter Teuschel sagt:

      Na dann, herzlich willkommen! „Sauwohl fühlen“ klingt doch schon mal nicht schlecht.

      • Carl sagt:

        Ich habe erst kürzlich erfahren, das ich zu den schwarzen Schafen gehöre.Meine Frage wäre, ist es in Extremfällen besser oder gesünder sich von seiner Ursprungsfamilie zu trennen?

        Ich finde das einen grausamen Schritt.
        Andersetis bin ich inzwischen psychisch und körperlich so krank, das ich denke, es wäre besser, diesen Schritt zu tun.
        vor allen Dingen bin ich innerlich so vollkommen verzweifelt, weil ich selbst in meiner jetzigen Lebenslage mit Schuldzuweisungen nur so überschüttet werde.
        …..Ich hab das Gefühl daran zu Grunde zu gehen.

        • Sabine sagt:

          Lieber Karl,

          wenn der Punkt erreicht ist, wo man selber krank wird vor Kummer über den Umgangsformen der lieben Verwandtschaft, dann ist in meinen Augen defintiv der Zeitpunkt erreicht, sich von diesen krankmachenden Personen zu trennen. Gleichzeitig empfehle ich Dir, einen kompetenten Psychologen für die Verarbeitung des Konfliktes zu suchen und zu konsultieren. Die Hemmschwelle, eine Familie hinter sich zu lassen, ist sicherlich hoch. Sowas tut man eben nicht bzw. nicht so leicht. Gsellschaftlich vermeintliche Normen jedoch in allen Ehren – Du hast nur ein Leben und das gehört Dir. Du hast ein Recht darauf, gesund zu sein bzw. zu werden. Wenn das mit diesem Ballast nicht möglich ist, dann ist der richtige Schritt der in die eigene und persönliche Freiheit. Und wenn der Himmel eine Tür zuschlägt, dann öffnet er Dir an anderer Stelle eine neue Tür. Vertraue darauf und viel Glück auf Deinem Weg in ein selbst- und nicht mehr fremdbestimmtes Leben!!

            • Sabine sagt:

              Bitteschön, gern geschehen. Aber es ist nett, dass sich mal jemand bedankt. Das Tal der Trennungszeiten von der Familie liegt bereits weit hinter mir. Daher unterstütze ich immer gerne andere vermeintlich schwarze Schafe, damit sie ihre eigene Identität und ihre bunte Vielfalt wiederfinden. Viel Glück dabei!!

              • Carl sagt:

                hmmm. Mich würde interessieren, wie lange du gebraucht hast, diese Talsohle zu durchqueren. Mir gehts zur Zeit ziemlich schlimm
                ( Depressisonen), ( natürlich nicht die geringste Unterstützung der Ursprungsfamilie: im Gegenteil, die verstärken sie noch!)
                und muss mich jeden Tag dazu zwingen, zu denken, ich sei nicht wahnsinnig, oder im Unrecht, oder schuldig oder gott- weiss- was.
                Vielleicht weisst du einen Weg, wie man das Tief besser durchsteht?

                • Sabine sagt:

                  Hey Karl, was helfen kann:

                  1.) Kopf aus dem Sumpf ziehen und anfangen, sich mit anderen Lebensinhalten zu befassen.
                  2.) Eine Zukunftsplanung für sich selbst entwerfen und sich bei erreichten Teilzielen auch mal selber belohnen. Für diese Perspektive Psychologen/ Coach zu Rate ziehen.
                  3.) Vitamin D einnehmen und dann spazieren gehen. Aktiviert postive Botenstoffe im Körper.
                  4.) Sanfte Beruhigungsmittel einnehmen. Dem einen hilft Baldrian, dem nächsten Lavendel, dem dritten Passionsblume etc. Ausprobieren!! Bloß keine abhängig machende Chemie.
                  5.) Sein eigenes Glück nicht von der Familie abhängig machen. Egal, wie die grad drauf sind, reagieren oder einem die Knüppel zwischen die Beine werfen. Ist, zugegeben, am Schwersten.
                  6.) Nach jedem Ausheulen etwas Positives für sich selber umsetzen. Das verleiht innere Kraft.
                  7.) Langsam abnabeln. Meinetwegen bitterböse Briefe schreiben (Absenden Ansichtssache). Das befreit ungemein. Aber danach dann wirklich zu den Akten legen, o.k.
                  8.) Keine verbalen, persönlichen Auseinandersetzungen mehr suchen. Die haben sowieso ihre eigene, sture Sicht der Dinge, von der sie kaum abrücken werden.
                  9.) Der Tatsache ins Auge sehen, dass die Familie so ist, wie sie ist und sich nicht ändern wird. Das ist nämlich so eine kleine, innere Hoffnung. Aber dieser Traum auf Harmonie wird sich nicht erfüllen.
                  10.) Man ist und bleibt das Schwarze Schaf für die Familie. Das ist bequem für die, einen ewig schuldigen Prügelknaben zu haben. Und gerade deshalb gilt, die eigenen, farbenfrohen Seiten an sich zu entdecken.
                  11.) Sich neue Bekannt- und Freundchaften aufbauen. Verändert auch so manchen negativen Blickwinkel.
                  12.) Lass Dir mal von einem erfahrenen Coach nach NLP einen positiven Anker setzen. Das funktioniert und kann routinemäßige Verhaltensmuster wie Jammertäler unterbrechen.

                  LG, Sabine und ich hoffe, meine Tipps helfen ein wenig weiter …

  5. Eva Graz sagt:

    liebe sabine!
    manchmal muss man mit dingen brechen, ehe sie einen zerbrechen.
    alles gute zu deinem weg!
    eva

    • Sabine sagt:

      Liebe Eva, danke für Deine aufmunternden Worte. Mach Dir bitte keine Sorgen um mich, weil es mir seitdem richtig gut geht!!!

      • Carl sagt:

        Hallo Sabine,
        ich antworte dir mal hier, weil der ander thread zu Ende ist…herzlichen dank für die Tips. Ich kann fast alles, was du an Tips gibst voll unterschreiben. Vieles habe ich schon instinktiv versucht, zB Nahrungsänderung, Beruhigugsmittel…teilweise Sport.
        Bin aber irgendwann zurückgefallen. Weil mir auch der Ursprung meiner Depression nie klargeworden ist. Unsere Familie ist total dysfunktional. Sie funtioniert weitgehend über Machtbeziehungen,…( in den letzten Jahren 2 Krebsfälle), für alle vorkommenden Krankheiten und Unglücke werde ich nach wie vor verantwortlich gemacht, obwohl alle wissen, das ich in einer schweren Depression stecke! Kürzlich der Gipflel, als mich meine Schwester ausnahmsweise besuchte, als Ratschlag: “ Bring dich dch doch um!“
        Da ich mich als das sensibelste Mitglied bezeichnen würde, diene ich irgendwie als Projektionsfigur für ihren unterschwelligen Hass und Sadismus.
        Ja, ich habe eine vage Perspektive für die Zukunft, bin zur Zeit aber ziemlich pleite, was sich in zwei drei Monaten ändern könnte. Einen coach kann ich mir zur Zeit nicht leisten.

  6. Ina sagt:

    auch ich habe mir dieses Buch nach gestriger Veröffentlichung in der Bild bestellt!Ich bin 53 Jahre und habe mich immer gefragt warum wenn ich meine Eltern und Geschwister plus Schwager besuche sich niemand freut sondern immer in irgendeiner Form mich provoziert und es im Streit endet!An dem natürlich ich allein die Schuld trage!Ich bin vor 30 Jahren mit meinem Mann in die weite Welt gezogen wir haben erfolgreich eine Firma gegründet einen gesunden Sohn auf die Welt gebracht führen immer noch eine glückliche Ehe!Wir haben sehr viel und hart für das alles gearbeitet und das einzige was meiner Herkunftsfamilie dazu einfällt ist purer Neid Abgunst und Hass auf mein Leben!
    Jede Zusammenkunft/Anruf von meiner Familie lässt mich im Anschluss ausrasten und alle Wut kriegt meine Familie ab!Mein Herz schmerzt und ich hoffe durch das Buch die Augen geöffnet zu kriegen wie ich dieses selbst aus der Ferne mich im Griff haben durchbreche!!
    Ina

    • comicfreak sagt:

      ..liebe Ina,
      das Buch wird dir helfen!
      Ha, wir klingen hier schon wie die Erweckungsprediger 😉 aber es stimmt.
      Ich kann dir sagen, das Buch hat still und leise mein Leben verändert; außer mir hat es keiner gemerkt, aber ich habe seither das Gefühl, „heil“ zu sein, ganz, vollständig und vollwertig.
      Du bist auf dem besten Weg!
      Gruß
      comicfreak

  7. Sabine sagt:

    Hab grad gelesen, auch die Kuckuckskinder gehören mit zu den schwarzen Schafen. Was für eine nette Erkenntnis! Denn ich bin auch eins und bis vor ein paar Jahren wusste ich das zwar nicht, habe es instinktiv aber immer geahnt, weil ich so völlig anders bin, als der Rest meiner illustren Halbgeschwisterriege.

    Das erklärt natürlich so Manches und selbst wenn es mir heute gut geht damit, ist es sehr schön, hier so eine nette, bunte Herde gefunden zu haben. Ich lese jetzt erst mal das Buch und denke, dass es auch mir quasi eine Offenbarung sein dürfte. Trotz dessen, dass ich die Konsequenzen aus meinem aufgedrückten Stempel „Schwarzes Schaf der Familie“ längst gezogen habe.

    Ich möchte jeden Betroffenen wirklich dazu ermutigen, diese „Stempelaufdrücker“ loszulassen. Ihr alle seid es wert – geliebt, geachtet, geehrt, anerkannt, akzeptiert und respektiert zu werden. Wer meint, Euch das nicht entgegenbringen zu können, der sollte über sein in Eurer Sammlung. Fällt schwer und tut erst mal richtig weh, ist jedoch letztendlich eine ungeahnte Befreiung.

    Lasst Euch Zeit auf diesem Wege nach der Lossagung. Es braucht eine richtige Trauerphase, das zu verdauen. Aber am Ende winkt und siegt die innere Befreiung und damit verbunden äußere Freiheit Eures Lebens!!

  8. K-Kind sagt:

    Ausgegenzt, Eindringling, schwarzes Schaf. Egal wie es genannt wird. Ausgrenzung ist schmerzhaft. Auch ich bin ein Kuckuckskind und gehöre zur Gattung „Schwarzes Schaf“. Bis zum Alter von 35 Jahren wusste ich nicht, dass ich fehl am Platze war/bin. Aber ich habe es gespürt und zu spüren bekommen.

    Ich wurde bestraft, gedemütigt, musste Gewalt und sexuellen Missbrauch über mich ergehen lassen. Fand meinen Vater und „seine Familie“ und werde als Eindringling gesehen. Ich bin die fleischgewordene Wahrheit und man versucht, mich weiterhin auszugrenzen. Seit 2009 kämpfe ich um die Feststellung der Vaterschaft. Mein Erzeuger, wehrt sich, bis hin zum Bundesverfassungsgericht, gegen die Bestimmunng, ein wenig Blut abzugeben.

    Werde ich vom Bundesverfassungsgericht auch als „Schwarzes Schaf“ gesehen? Seit Januar 2012 liegt die Verfassungsbeschwerde unberührt dort. Es scheint, nicht wichtig zu sein, einem Menschen sein Grundrecht, nämlich die Kenntnis der Abstammung, zu gewähren.

    Schade, dass der Tietel „Schwarzes Schaf“ vergeben ist. Mein Lebensereignis wird von mir in ein Buch verfasst.

    Auf meinen Weg, bin ich auf Menschen gestossen, die mich einst in den Arm nahmen, um mir dann in den Rücken zu stechen. Aber das „Schwarze Schaf“ lässt sich nicht schlachten. Ich bin ich und ich bin liebenswert. Ich bin es Wert zu leben!

    • Sabine sagt:

      Liebes K-Kind,

      da ich auch eins bin, kann ich Deine Haltung gut nachvollziehen. Leider ist mein Vater bis heute unbekannt und die, die es hätten wissen können bzw. wussten, haben ihr Geheimnis mit ins Grab genommen. Ich weiß halt nur, wessen Kind ich nicht bin …

      Was ich bei Dir wahrnehme, ist jedoch eine sehr große, wenn auch verständliche Verbitterung. Schade!! Denn selber fühle ich mich in dieser Kategorie sehr wohl, weil es mir erklärt, warum die Umstände so waren und so sind. Und es macht einige Ungerechtigkeiten in meinem Leben verzeihbar. Die waren alle so gefangen in ihrem Dasein, dass sie kaum anders handeln konnten, unabhängig von der eigenen er- und getragenen Bürde.

      Auf die Unannehmlichkeit der fleischgewordenen Wahrheit bin ich dann eher in der katholischen Ursprungsfamilie meiner Mutter gestoßen, da sie dereinst im Krieg adoptiert wurde. Was nicht sein darf, das ist auch nie passiert. Das war wie in ein Wespennest stechen!! Wahrscheinlich ist meine leibliche Oma offiziell als „Nonne“ zu Grabe getragen worden. Im Nachhinein hat mich das dann eher belustigt, diese engstirnige und gefangene Borniertheit.

      Und wenn Deinem leiblichen Vater das Format fehlt, zu Dir zu stehen, dann wird ihn das BVG schon irgendwann dazu zwingen. Bedenke – Gottes Mühlen mahlen langsam, aber gerecht. Und die kleinen Sünden straft der Herr sofort, die Großen etwas später, grins. Daher wünsche ich Dir viel Gottvertrauen auf Deinem bestimmt nicht einfachen Weg! Nimm einfach die Liebe, Wärme und Güte derer an, die Dich lieben und die Dich lieben wollen. Lauf bitte im eigenen Interesse nicht hinter Phantomen hinterher. Wer nicht will, der hat schon und Druck erzeugt Gegendruck.

      Las los und lade stattdessen ein, was Neues auf Dich zukommt. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue. Und vielleicht liegt ja gerade dahinter der Schlüssel zu Deinem Glück. Ich wünsche es Dir von Herzen …

      Alles Liebe, Sabine

  9. K-Kind sagt:

    Liebe Sabine,

    danke für Deine lieben Worte.
    Bitte schau ins Forum unter der Rubrik „Kuckuckskinder“

    Alles Liebe auch für Dich

    • Sabine sagt:

      Liebes K-Kind,

      ich kann Dich gut verstehen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und gehen. Und Mancher ist noch nicht soweit wie Andere oder sucht sich einen ganz anderen Weg. Es ist o.k., wie da jeder sein Ziel für sich findet.

      Ich wollte ermutigen – zum Loslassen, was einzwängt. Damit man wahrnehmen kann, was wirklich glücklich macht. Nämlich zuerst mal die Freiheit, sich von diesem Schicksal nicht mehr so sehr beeinflussen zu lassen.

      Das ist ein langer und steiniger Weg und manchmal fällt man da auch in alte Muster zurück. Es prägt einen lebenslang, auch wenn man einen positiven Weg gefunden hat, damit umgehen zu können. Ich weiß und bin mir sicher, dass Du einen guten Weg findest, damit klar zu kommen.

      Ich finde es enorm wichtig, dass Du die Vaterschaft quasi einklagst, denn es ist Dein gutes Recht, zu wissen, woher Du kommst. „Um zu wissen, wohin Du geht’s, musst Du wissen, woher Du kommst“ – ein Leitsatz von mir. Vertrau dem Himmel auf Deinem Weg …

      Alles Gute, Sabine

      • K-Kind sagt:

        Wie kommt es, dass wir Kuckuckskinder uns aus der Seele sprechen? Ich stimme Dir voll zu. Ich habe meinen Weg gefunden und verarbeite, mein Erlebtes in meinem Buch. Das ist meine Art, damit zu leben und zu lieben.
        Es war keinerlei Kritik an Deinem Kommentar von mir. Im Gegenteil.

        Gruß 🙂

        • Sabine sagt:

          Danke und wenn Du dann einen Ghostwriter brauchst, der Korrektur lesen kann und auch behutsam ändert, wende Dich vertrauensvoll an mich. Habe das bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt.

          Und sei nicht zu duldsam mit Deiner Umwelt aus dem familiären Dunstkreis. Die sind auch nicht grad zimperlich. Hau zurück, wenn es wehtut, das befreit ungemein, lach …

          Ist zwar ebenso unpopulär, aber ist der Ruf erst ruiniert (und das war er ja vorher schon …), dann lebt es sich ganz ungeniert …

          Alles Liebe

          Sabine

          PS.: Habe angefangen, das Buch zu lesen – bisheriges Fazit – zu viel, zu wenig, Kuckuckskind und weißes Schaf. Man findet sich halt in vielen Schubladen wieder. Bin gespannt, was sich da noch drin entdecken lässt.

          • K-Kind sagt:

            Liebe Sabine,
            Danke für Dein Angebot. Habe schon einen Verlag 🙂

            Ja, wie Recht Du hast. Ich habe zurück gehauen und war nicht zimperlich. Ist eigentlich nicht meine Art.

            Kannst Du Dich erinnern, als das hässliche Entlein, sich zum wunderschönen Schwan entpuppte 😉

            Lieben Gruß

            • Sabine sagt:

              Liebes K-Kind,

              ja, ich kenne die Situation sehr gut, als sich das hässliche Entlein zum schönen Schwan entwickelte. Um dann sogar, wenn auch nur in der Provinz, als Model zu laufen. Einer weiteren Karriere stand dann allerdings im Wege, dass ich mich nicht für Dessous ausziehen mochte, sondern lieber ein anständiges Mädchen bleiben wollte.

              Hat mir auch nicht geschadet, aber der Futterneid der Familie war unübersehbar und ist auch heute noch gegeben. Die gönnen einem nicht mal, wie man es so umgangssprachlich formuliert, das Schwarze unterm Fingernagel.

              Ätzend, anstrengend, unfair – schlichtweg zum Weglaufen und u. a. deshalb halte ich mir diese Truppe nun schon seit Jahren erfolgreich vom Halse, lach. Mir geht’s prächtig dabei und wie es denen geht, das interessiert und tangiert mich nicht mehr.

              Und leider ist es nicht so unsere Art, zurück zu hauen. Aber genau darauf baut so eine Familienbande. Auf Dein Brav sein, Funktionieren, dass Du Dir alles gefallen lässt. Wenn Du dann doch mal zurückschlägst, sind alle empört, wie Du es wagen kannst. Denn wenn Zwei das Gleiche tun, dann ist es noch lange nicht Dasselbe.

              Auch diese Nicht-Akzeptanz war mir irgendwann piep-egal, ich hab da nur noch aufgeräumt und mit einem eisernen Besen die Bude ausgekehrt. Seitdem herrscht relative Ruhe und es ist mir ebenso wurscht, ob das einer Einsicht bei denen oder dem Schmollwinkel entsprungen ist.

              Das Ergebnis zählt – ich bin frei, hab endlich meine Ruhe, muss mich nicht mehr benutzen, denunzieren und ärgern lassen und die sollen mal sehen, wie sie damit klar kommen.

              Ein kluger Trainer hat mir mal beigebracht: „Was Andere über Dich denken, das geht Dich gar nichts an.“ Recht hat er, der Gute!!

              In diesem Sinne viel Erfolg mit Deinem Buch und wirklich alles Liebe

              Sabine

              • K-Kind sagt:

                Liebe Sabine,

                als ich zurück gehauen habe, nach langem Schweigen, geriet alles, die gerade erst gewonnene Liebe zu meinem Bruder, aus den Fugen.

                Seine narzisstisch veranlagte Ehefrau hat alles dafür getan, dass ich mich letztendlich von ihnen distanziert habe.

                Was folgte, war Stalking, Verleumdung und Verachtung.

                Ich habe geglitten wie ein Tier, dem das Fell über die Ohren gezogen wird.
                Jetzt leide ich nicht mehr, ich bin froh, diesen, wenn auch anfangs schmerzhaften, Schritt getan zu haben.

                Lieben Gruß

                • Sabine sagt:

                  Liebes K-Kind,

                  das haut erst mal richtig rein und tut echt weh – machen wir uns da nichts vor. Denn jeder Mensch ist irgendwie emotional verbunden mit seine Ursprungsfamilie. Aber glaub mir, der Schmerz lässt nach, wenn es auch dauert und ein langer, schmerzlicher Reifeprozess ist. Aber danach geht die Sonne auf, versprochen sozusagen.

                  Ich bin froh, dass ich diesen Prozess bereits hinter mir habe! So kann ich vielleicht auch Anderen helfen, diesen Schritt zu bewältigen. Habe inzwischen das Buch gelesen und es hat mich echt gefordert. Denn ich habe mich dort in so vielen Facetten wiedererkannt, dass ich mich ernsthaft frage, wie ich eigentlich noch gerade stehen kann.

                  Was uns nicht tötet, härtet ab. Und seine verbliebenen Wunden kann man dann auch im relativ stillen Kämmerlein pflegen. Einige meiner Persönlichkeitsmerkmale erkenne ich nun klarer und kann sie besser zuordnen. Und ich hab grad mal wieder eine unreife Freundin aus meinem Leben verabschiedet. Was aber auch wiederum eine Menge mit mir zu tun hat …

                  Weites Feld, weites Land, manchmal unendlicher Schmerz – aber wir sind nicht alleine, diese herrliche Herde schwarzer und eigentlich kunterbunter Schafe. Ich liebe Euch alle, denn wir, wir sind wirklich und wahrhaftig eine Familie …

                  Herzlichst, Sabine

                • K-Kind sagt:

                  … #Ich liebe Euch alle, denn wir, wir sind wirklich und wahrhaftig eine Familie…# 🙂 schön verfasst, liebe Sabine, leider konnte ich nicht unter deinem letzten Post vom 15.07. 15:33 Uhr antworten.

                  • Sabine sagt:

                    Wir mailen uns ja nun direkt. Von daher kaum ein Verlust von Inhalten. Und was uns wichtig genug für die Anderen erscheint, dass werden wir denen schon auf diesem direkten Wege mitteilen.

                    LG, Euer aller Sabine

  10. midnightsun sagt:

    Ewige Benachteiligung

    Mein zwei Jahre älterer Bruder wird von meinen Eltern seit jeher bevorzugt, obwohl er im Leben nichts erreicht hat.
    Er hatte seit jeher Frauenproblem. Ich nehme an, dass er schwul ist und sich gegenüber unseren erzkonservativen Eltern nicht zu outen getraut. Aus diesem Grund wird er immer aggressiver mir gegenüber, denn er merkt, dass ich mit meiner Familie glücklich bin.
    Jedes Mal, wenn ich mit ihm reden möchte, macht er aus Angst vor der dominanten Mutter, einen Rückzieher.
    Da ich mir diese neurotischen Machtspiele nicht länger gefallen lasse, habe ich seit einigen Wochen den Kontakt abgebrochen.

    • Sabine sagt:

      Hallo midnightsun,

      schreib ihm einen sehr persönlichen Brief. Aber lass Dich vorher von einem Coach beraten, in welcher Form Du diesen am besten abfasst. Ich-Form und eine persönliche Empfindung dabei benennen sind besser, als Du-Vorwürfe.

      Aber lass auch durchblicken, dass Du seine emotionale Vorgehensweise für Kompensation seines eigenen Unglücks hältst. Und sag ihm ruhig, dass Du ihn für schwul hältst. Nichts ist schlimmer, als unter den Teppich gekehrte Wahrheiten! Nur weil irgendwas nicht der vermeintlich gängigen Norm entspricht. Das Leben ist bunt und Sexualität ist es auch. Davon stürzt der Himmel nicht ein.

      Im Gegenteil – i.d.R. scheint die Sonne nach einem solchen Gewitter sogar sehr viel heller, als vorher. Nur Mut, sobald Du magst!!

      Lieben Gruß

      Sabine

  11. maro sagt:

    Hallo Carl,
    auch wenn meine Zeilen hier unten stehen, hoffe ich sehr, dass Sie noch die Kraft haben, die Seite weiter zu verfolgen.
    Ihre Äußerungen veranlassen mich zu einer Antwort. Wenn Sie unter einer (schweren) Depression leiden, wird sie nicht ohne ärztliche Hilfe einfach „weggehen“. Wenn Sie sich in einer akuten Situation sehen, gehen Sie zum Hausarzt Ihres Vertrauens oder zu einem Psychiater, der Ihnen Medikamente gegen die Depression verschreiben kann. Diese stabilisieren Sie. Die Medikamente machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit. Vielleicht können Sie dort auch Ihre persönliche Situation schildern und mit dem Arzt gemeinsam eine Lösung finden, die Ihnen angenehm ist und hilft. Nehmen Sie eine Depression nicht auf die leichte Schulter, und vor allem nicht Ihre Verzweiflung. Warten Sie nicht, tun Sie sich etwas Gutes und nehmen Sie Hilfe an. Depression ist die Volkskrankheit Nr. 1, Sie brauchen sich nicht schämen oder als schwach fühlen. Sie tragen eine große Last, das setzt viel Kraft voraus. Aber jede Kraft geht zu Ende, wenn es keinen positiven Rücklauf gibt.
    Alles Gute!

    • Carl sagt:

      Danke Maro für dein Ineresse.Du kansnt mich ruhig duzen.
      Ich bin wegen der Depression schon länger in Behandlung. Wollte mich auch mal in einer psychatrischen Klinik einweisen lassen, als es ganz schlimm war. Mir ist aber aufgefallen, das diese erneuten Schübe exact mit so einer Schweinerei aus meiner alten Familie zusammenhingen.
      Ich will sie nicht n u r verantwortlich machen; ich hatte schon immer eine relativ niedrige Reizschwelle für Emotionen,( deshalb habe ich vemutlich auch Kunst studiert) so daß mich niederträchtige oder miese Schachzüge von ihnen besonders tief runterziehen.
      ( Vielleicht brauchen sie das oder geniessen an meiner Person sogar ihren unterschwelligen Sadismus?)
      Seit ich wieder in meinr alten Heimat bin, ist die Depression, die ich meinr Jugend hatte zurückgekehrt. Nun aber mir umgekehrten Vorzeichen, so ist mir langsam klargeworden, das diese Familie depressionsauslösend ist.

  12. maro sagt:

    Hallo Carl,
    erstmal zum duzen oder siezen: Danke für das Angebot, aber ich möchte gern beim Sie bleiben. Das ist nicht abwertend gemeint, oder in irgendeiner anderen Form negativ. Aus einem Sie kann immer noch ein Du werden, aber aus einem Du wird in der Regel kein Sie.
    Mit der niedrigen Reizschwelle ist, so nehme ich an, die Sensibilität gemeint. Ich kenne das. Es hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist die feine Wahrnehmung, die aber auch gleichzeitig zum Nachteil werden kann, weil man auch das feiner wahrnimmt, was schlecht ist. Allerdings ist wahrnehmen nicht gleichzusetzen mit zwingend richtig liegen. Da muss man genauer hinsehen und die einzelnen Details und die Zusammenhänge betrachten. Auch die näheren Ereignisse der „Schweinerei“, die mit Ihren Depressionsschüben in Zusammenhang stehen.
    Wenn Sie mit dieser relativ „niedrigen Reizschwelle“ ausgestattet sind, so müssten das Ihre Familienmitglieder ja wissen. Fürsorgliche Eltern berücksichtigen das bei der Erziehung, Zuwendung etc. Das heisst, dass man sich ANDERS bemühen muss als Eltern. Was bei hochsensiblen Kindern wichtig sein kann, brauchen nicht hochsensible Kinder ggf. gar nicht.
    Entschuldigen muss man sich nicht für seine angeborene Hochsensibilität. Für seine blaue oder braune Augenfarbe würde sich ja auch kein Mensch entschuldigen. Wozu auch.
    Meine Eltern waren mit meiner Hochsensibilität überfordert, vor allem meine Mutter, die ja auch noch meine Geschwister versorgte und vor allem ihre eigenen Probleme hatte (was keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung ist).
    Sadismus ist ein hartes Thema, komplex und sehr sehr traurig. Ich denke, der Sadist leidet darunter nichts mehr fühlen zu können. Dafür gibt es Gründe, die selbst schon sehr traurig sind. Ein Sadist hat lange Zeit Qualen durchgestanden und kennt evtl. nichts anderes als das. Der damit verbundene Verlust von natürlichen Gefühlen, wie aufrichtige Freude, Glück, Trauer, Liebe wird beim Gegenüber, der/die das empfinden kann, mit sadistischer Gewalt beantwortet. Somit reagiert der fühlende Mensch gequält, was dem Sadisten eine gewisse kurzzeitige Befriedigung verschafft. Und damit womöglich das einzig erfahrbare Gefühl, neben dem Gefühl des innerlich toten Verloren-seins. Vielleicht ist das die Suche des Sadisten nach authentischen Gefühlen. Es ist absolut grausam, wenn man nichts mehr fühlen kann, außer sadistische Gefühle. Der Sadist kann sich in sich selbst nicht sicher fühlen, weil ihm die dazugehörigen Gefühle fehlen. Er war Opfer und wird zum Täter. Dies ist keine Entschuldigung, nur eine kurze Erklärung dieses schwierigen Themas.
    @ Herr Dr. Teuschel: Sollten Ihnen zu diesem Thema dabei inhaltlich Fehler aufgefallen sein, gerne bitte korrigierende Anmerkungen. Danke.

    • Carl sagt:

      Vielen Dank für die auführliche Antwort.
      Ja, der Text reisst viel Fragen an, die mich schon lange beschäftigen. Das Thema Gewalt. Das Opfer/Täter Schema unserer Familie. Die Unfähigkeit mit Verlusten und Trauer umzugehen, usw. Leider ist das Thema zu komplex, um es in ein, zwei Kommentaren zu beantworten – aber sie geben allerhand Hinweise über einen thematischen Zusammenhang, den ich schon vergessen glaubte.

      Ich denke, es gibt einen verdrängten Zusammenhang mit Gewaltausübung und Faschismus in unserer Familie.in meinen alten Bildern taucht die Thematik manchmal in angedeuteter Form auf. Mein Bruder, der sehr erfolgreich ist, hat grade diese ziemlich (negativen) Bidler gern gemocht, und in seiner Wohnung aufgehängt….
      kurz gesagt würde ich es so ausdrücken: ( als Künstler habe wohl die verdrängten Seiten dieser Familienstruktur künstlerisch darstellen können) wurde aber gleichzeitig ständig belastet,(all da sei zu negativ, usw), wobei dann nicht gesehen wurde, das der latente Sadismus a l l e r Familiemitglieder ja irgendein Ventil gebraucht hat.
      Anders ausgedrückt, nichts tötet Sensibiiltät stärker, als latente Gewaltbereitschaft,
      ….die Schattenseite der Sensibilität ist eben eine geringere Belastungsfähgkeit bei Stress, was ich mehr als einmal erleben durfte.

      • Carl sagt:

        P.S: mir kommt grade ein Gedanke: vielleicht lebt der (latente) Sadist seine Emotionen stellvertretend aus?

        Weil er selber nichts oder wenig fühlen kann, sucht er Opfer, oder schafft Opfer, die an seiner Stelle leiden. So kann er Emotionen aus sicherer Entfernung erleben, muss sie aber selber nicht durchleben.
        So nimmt er teil, was sehr bequem ist. Er delegiert seine Ängste und sein Leiden, auch seine Gefühlsarmut, und
        lässt sie andere stellvertretend erleben…..ich meine, nur ein Gedanke, aber man fragt sich, ob solche Persönlichkeiten dann wirklich „leben“, oder ob sie ein bestimmten realen Aspekt der Wirklichkeit nicht vollständig verdrängen?

    • Peter Teuschel sagt:

      Passt alles, denke ich. 🙂

  13. osterhasebiene langnase sagt:

    Am Ende ist es sehr schwer, die „Wahrheit“ in Worte zu fassen und zu komplex, wie das Leben selbst. Jeder Versuch bleibt zuletzt unbefriedigend, eine endlose Geschichte…Aber, um etwas in Richtung Heilung in Gang zu setzten, ist es meiner Erfahrung nach zwingend nötig, etwas (oder mehreres) außerhalb der eigenen Person zu finden, das man ohne wenn und aber lieben kann/oder muss. Es kann auch eine Krankheit sein. Natürlich kann man philosophieren, ob alles in der Welt nur eine Projektion des Ich ist, was ich auch glaube. Selbstliebe ist aber nicht gleichzusetzen mit pathologischem Narzissmus. J. Lacan, ein französischer Philosoph und Psychotherapeut, sagt es auf paradoxe Art : „Das Ich ist ein Anderer“, das ist Liebe mit anderen Worten. Der Spruch: „Nur Liebe und Tod ändern die Dinge“ von K. Gibran trifft es auch ganz gut.

  14. Andrea sagt:

    Hallo Carl, als ich deine Kommentare verfolgte, dachte ich. Das kommt mir bekannt vor. Deshalb möchte ich dir meine Sichtweise schildern. Vielleicht kannst du damit was anfangen. Viele Jahre habe ich das Verhalten meiner Mutter und Halbschwester auch als sadistisch interpretiert. Irgendetwas war aber nicht stimmig, so daß ich weiterforschte. Ich kam auf Narzissmus (NPS) in negativster Art und Weise. Eine private Website zum Thema, die wie für mich geschrieben wurde, öffnete mir endgültig die Augen. Diese Erkenntnis gab mir die Einsicht und Kraft mich auch endgültig zu distanzieren. Auch die unterschwellige stete Hoffnung, dass sie sich irgendwann ändern, habe ich fallen lassen. Aber auch die Einsicht, das ich mein eigenes Leben mit staendigen Depressionen verschwende und die Entwicklung des Willens, es kuenftig nicht mehr zuzulassen. Als ich diesen Blog entdeckte und das Buch las, war jeder Zweifel ausgeräumt. ALLES GUTE.

    • Carl sagt:

      Ja, das kann ich bestätigen. Extreme Selbstliebe wirkt sich dann an anderen Personen , die nicht ganz ihre Meinung teilen, sadistisch aus.
      Nein, ändern werden sie sich wohl nicht mehr, vor allem aber nicht, wenn man das unterschwellig noch irgendwie erwartet.

  15. maro sagt:

    Zu dem Thema seelische Gewalt, Sadismus habe ich zwei Buchempfehlungen:
    „Das Parfum“ von Patrick Süskind (seine Beschreibungen von der Geburt bis zur Täterschaft sind inhaltlich wie literarisch genial formuliert. Vor allem die Aufzeichnung wie ein Mensch zum Opfer wird).
    Das andere Buch ist von einem amerikanischen Psychiater geschrieben. Er zeigt präzise und schrittweise auf wie ein Mensch zum Mörder werden kann. Obwohl es ein Fachbuch ist, ist es sehr verständlich geschrieben. Der einzige Haken dabei ist, dass ich den Namen des Autors und den Titel leider nicht mehr weiß. Liegt schon einige Jahre zurück, als ich es las. Vielleicht kennt Herr Dr. Teuschel das Buch?

    • Peter Teuschel sagt:

      Nein, leider nicht.

    • Carl sagt:

      Danke für dein Antwort Maro.
      Wahrscheinlich wird das Thema Gewalt noch mal akut. Ich habe mir nun das Buch von Teuschel gekauft, und finde es extrem faszinierend. Ich glaube sogar, es ist das, was ich
      sehr lange Zeit im Leben (unterwusst) gesucht habe.
      Früher haben mich Künstler interressiert, die eine latente Gewalttätigkeit, oder Verarbeitung von Zeitgeschichte hatten, zB Alfred Hrdlicka….jetzt taucht all das noch mal auf, obwohl ich es schon als verarbeitet angesehen hatte……

  16. maro sagt:

    Ja, die Psyche verfügt über ein immenses Labyrinth, in dem sie Erfahrungen und Gefühle speichert, versteckt und an die Oberfläche bringt, wenn es verkraftbar wird …

    • Sabine sagt:

      Ich finde, man kann sich mit und in dem Buch recht gut identifizieren und das ist in meinen Augen bereits die halbe Therapie. Wenn man herausfindet, warum man welche Art von schwarzem Schaf ist, dann geht es einem ab dem Tag der Erkenntnis schon wesentlich besser und man geht weitaus gelassener mit dem Thema um. Und man schafft es dann auch, sich von so einer zerstörerischen Familienstruktur zu befreien.

      Mein eigentliches Problem als schwarzes Schaf war, dass ich ein Kuckuckskind bin. Seit ich das weiß, steht kein ursprünglicher Stein mehr auf dem Anderen. Aber ich habe mir daraus ein neues Haus gebaut. Und ich habe meiner ehemaligen Truppe einen schriftlichen Mördereinlauf verpasst und dabei kein Blatt mehr vor den Mund genommen. Es gab ja nichts mehr zu verlieren. Als Antwort darauf wurde mein Facebook-Profil gesperrt und ich zur Persona non grata erklärt. Dann wurde versucht, mit einer gefakten Anfrage eine Schufa-Auskunft über mich zu erwirken etc. … Blöd nur, dass alles nicht geklappt hat, was die im Nachhinein versucht haben, mir erneut am Zeuge zu flicken, lach …

      Mein Fazit dazu: In meinen Augen sind die doch bloß sauer darüber, das sie niemanden mehr haben, den sie schikanieren können oder dem sie (wie immer) sämtliche Schuld für all ihre wirdrigen Lebensumstände in die Schuhe schieben können. Man muss sich jedoch darüber klar werden und das tut erst mal richtig weh – dass sich an diesen familiären Strukturen nichts, aber auch gar nichts ändern wird und deshalb ist es stets besser, dieser Art von Familie für immer den Rücken zu kehren. Danach entwickelt sich in einem eine himmlische Ruhe und Gelassenheit. Oder wie sagte einst sinngemäß Götz von Berlichingen: „Möge er mich am Ars … lecken“ (mit Verlaub)!

      Alles Gute für die Schwarzen Schafe, die sich an ihrer Position noch innerlich abarbeiten. Ich war heute morgen beim Psychologen und er hat mir bestätigt, dass ich ganz klar wäre in der Sache und eine bemerkenswerte innere Sicherheit zu dem Thema entwickelt hätte. Hat was mit Selbstvertrauen zu tun und das heißt, sich selbst zu trauen und auf sich selbst zu bauen und nicht hinter anderen (auch Familienmitgliedern oder gerade insbesondere) und ihren Erwartungen hinterher zu laufen. Lebt und lebt vor allem Euer eigenes Leben.

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