Google Sheep View

Userin Sophie hat einen schönen Artikel aufgetan. Darin geht es um die Färöer Inseln, denen bisher eine Kartierung durch Google Street View versagt geblieben war. Nun aber wird doch aufgezeichnet: Mit der Hilfe von Kameras auf dem Rücken von Schafen!

Google has arrived

Eine schöne Geschichte über Schafe allgemein, ihre Nützlichkeit und die Zusammenarbeit zwischen schwarzen und weißen Vertretern dieser Spezies.

Vielen Dank fürs Finden und Teilen!

Peter Teuschel

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Anmerkungen zum Kontaktabbruch innerhalb der Familie

Heißt Distanz immer Kontaktabbruch?

In den Kommentaren zur Nachtcafe-Sendung kam die Frage auf, wie ich zum Thema Beziehungsabbruch bei familiären Konflikten stehe und warum ich nicht prinzipiell zum „Ausstieg“ aus der Familie rate. Das ist ein wichtiges Thema, das ich hier noch einmal aufgreifen möchte.

Im Buch „Das schwarze Schaf“ habe ich als Ziel jedes Menschen, der Opfer innerfamiliärer Benachteiligung geworden ist, die Distanz angeführt. Darunter verstehe ich Abstand von allen Menschen innerhalb und außerhalb der Familie, die mir schaden und, in meinen Augen noch wichtiger, Distanz zu eigenen Einstellungen und Bewertungen.
Ich darf mich hier einmal selbst zitieren: „Abkehr bedeutet nicht, diesen Menschen den Rücken zu kehren und sie zu meiden. Das kann in Einzelfällen gut und richtig sein, aber in der Regel empfiehlt es sich, die „eigene Stellung zu halten“ , also im Kontakt mit diesen Menschen zu bleiben und sich gegen Benachteiligung zu wehren.“ (S. 238 im Buch, 3.Auflage)

Im Laufe der Jahre, die seit der Veröffentlichung des Buches vergangen sind, habe ich sehr viele schwarze Schafe kennengelernt, die auf unterschiedliche Weise diese Distanz hergestellt haben. Es waren auch viele darunter, die den Kontaktabbruch mit der Familie als einziges Mittel gesehen haben, mehr als ich zuvor gedacht hatte.
Aber mein obiges Zitat würde ich trotzdem wieder so schreiben.

In sehr vielen Fällen ist der Kontaktabbruch nicht das geeignete Mittel, um das Schicksal als schwarzes Schaf zu bewältigen.

Nur ein Beispiel dazu: Nach einem Leben als benachteiligtes Familienmitglied kommt der große Hammer mit Enterbung und Verstoßen aus der Familiengemeinschaft zu einem Zeitpunkt, wenn das schwarze Schaf bereits Kinder hat. Diese Kinder haben regelmäßigen Kontakt mit den Großeltern. Wie soll das schwarze Schaf sich nun verhalten? Den Kindern den Umgang mit den Großeltern verbieten? Eine überaus knifflige Situation, die ich mehrere Male miterlebt habe. Die in dieser Konstellation von den Betroffenen gewählte Art der Distanz war nie der Kontaktabbruch, was ich gut nachvollziehen konnte.

Aber auch in allen anderen, nicht so speziellen Situationen wählen viele schwarze Schafe eine Form der inneren Distanz, die einen Kontakt mit den Eltern und/ oder Geschwistern, wenn auch meist in deutlich reduzierter Frequenz, noch möglich macht. Die Gründe für diesen Weg sind vielfältig, aber meist verstehbar. Häufig habe ich auch erlebt, dass ein schwarzes Schaf zunächst einmal komplett die Beziehung abgebrochen, aber nach einiger Zeit in deutlich distanzierterer Weise wieder aufgenommen hat.

Ich rate schwarzen Schafen nicht zum Kontaktabbruch.
Ich rate schwarzen Schafen aber auch nicht, den Kontakt nicht abzubrechen.

Wann immer ich beteiligt bin, rate ich dazu, sich keinen Weg von vorne herein zu verbieten, sondern die jeweils für den einzelnen am besten passende Lösung zu suchen.

Soviel zum Thema „schwarzes Schaf“.

„Familie“ geht weit über das Thema „schwarze Schafe“ hinaus

Nun behandle ich aber nicht nur schwarze Schafe, sondern habe ein wesentlich weiter gefasstes Betätigungsfeld in meiner Rolle als Psychiater und Psychotherapeut.

Was Kontaktabbrüche in der Familie allgemein betrifft, habe ich schon alles gesehen: Wichtige und erforderliche Beziehungspausen, die unter Umständen ein Leben lang andauern. Nach Jahren der Distanz erfolgte und sinnvolle Wiederannäherung. Ich kenne Beziehungsabbrüche aus Rache, zur Bestrafung und vor dem Hintergrund eines schlechten Einflusses Dritter auf den Kontaktabbrecher. Mir sind Fälle bekannt, in denen jemand sich als schwarzes Schaf bezeichnet, aber durch sein Verhalten bewirkt hat, dass keiner in der Familie mehr etwas mit ihr oder ihm zu tun haben will.

Kontaktabbrüche können gut oder schlecht, sinnvoll oder leichtfertig, unmotiviert, grausam, bestrafend oder die einzige Rettung sein.

Aus Sicht eines schwarzen Schafes, das für sich den Weg des Beziehungsabbruchs wählt, mag dies befremdlich erscheinen. Aber niemand sollte sein eigenes Schicksal als Maßstab für allgemeine Handlungsanweisungen verstehen. Und auch wenn die eine oder der andere die Welt ausschließlich durch die eigenen Augen sehen will, so mag dies für sie oder ihn in Ordnung sein.

Ich selbst kann mir diese prinzipielle Einengung auf richtig/ falsch oder gut/ schlecht  nicht erlauben und sie entspricht auch nicht meiner Einstellung. So einfach gestrickt ist das Leben nicht. Als Psychiater (und als solcher saß ich im Nachtcafe) muss ich mir meinen Weit- und Überblick behalten, der sich zum einen aus meiner Ausbildung und zum anderen aus meiner Erfahrung ergibt.

Das bedeutet nun nicht, dass es nicht für viele schwarze Schafe die beste und einzige Lösung ist, die Beziehung und den Kontakt zu ihrer Familie abzubrechen. Hinter diesen Menschen stehe ich genauso wie hinter allen, die andere Wege gehen und wieder anderen, die mit dem Thema „Familie“ ganz andere Probleme haben.

Peter Teuschel

 

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So wars im Nachtcafe …

Auf meinem Blog Schräglage habe ich einen kurzen Rückblick zu meiner Teilnahme am SWR Nachtcafe „Pulverfass Familie“ gepostet:

Als Psychokommentator-Sidekick im SWR Nachtcafe

 

Peter Teuschel

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„Pulverfass Familie“ im SWR Nachtcafe

Hier ein für alle schwarzen Schafe sicher interessanter Programmhinweis:

Am Freitag, den 9.12.2016, läuft im SWR die Sendung „Nachtcafe„. Viele werden sie kennen, es ist eine der dienstältesten Talkrunden im TV.
Für die Adventszeit haben sich die Verantwortlichen das Thema „Pulverfass Familie“ vorgenommen und – Freude und Ehre – mich in die Sendung eingeladen.

Nachdem ich seit Mitte November mit sehr sehr vielen Patienten über die „drohenden“ Weihnachtstage spreche, weiß ich, dass dieses Thema sicher auf großes Interesse stößt.

Falls jemand Lust und Zeit hat, hier die Sendezeiten:

Freitag, 9.12.16 um 22:00
Samstag, 10.12.16 um 10.15
Donnerstag, 15.12.17 um 01:45

Peter Teuschel

Beitragsbild © Mat Hayward – Fotolia.com

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Buchrezension: „Ungewollt“ von Sophie Christina Aichinger

Kuckuckskinder sind eine Unterform des „schwarzen Schafes“. Bei dieser Gruppe ist der Grund für die Ausgrenzung innerhalb der Familie deutlich: Der leibliche Vater ist ein anderer als der gesetzliche. Viele „schwarze Schafe“ rätseln, ob sie vielleicht Kuckuckskinder sein könnten, ohne je Gewissheit zu bekommen.

Bei Sophie Christina Aichinger ist das anders. Sie ist sich mittlerweile sicher. Bis zu dieser Erkenntnis war es aber ein langer Weg. Diese Erfahrung hat sie in einem Buch niedergeschrieben:

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Zurückblickend auf eine belastete Kindheit erfährt die Autorin durch einen Zufall, dass der Mann, den sie für ihren Vater gehalten hat, nicht ihr leiblicher Vater ist. Damit beginnt eine Suche, die sie über Jahre beschäftigen wird. Nur ihrer Beharrlichkeit und ihrer Entschlossenheit ist es zu verdanken, dass sie auf diesem Weg nicht aufgibt, sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Und es sind einige Menge Schwierigkeiten, die sie bewältigen muss, um endlich Sicherheit zu haben.

An einen „biographischen Roman“ gehe ich als Rezensent immer mit einem eher mulmigen Gefühl heran. Bei allem Verständnis für die persönliche Betroffenheit des Autors stellen sich bei dieser Gattung mehrere Fragen: Ist die Handlung auch für jemand anderen interessant? Wollen das nur Kuckuckskinder lesen? Wie ist der Stil? Ist es also mehr als nur „Betroffenheitsliteratur“?

„Meine Geschichte habe ich einfach so drauflos geschrieben“ steht in der Danksagung am Ende des Buches. Kann so etwas gut gehen?

Um die Spannung nicht noch weiter zu steigern: Es geht gut!

Die Autorin hat einen lockeren Stil mit viel Dialog und wörtlicher Rede. Das liest sich leicht und geschmeidig. Der Spannungsbogen des linear aufgebauten Textes ergibt sich aus der schnell einsetzenden Identifikation des Lesers mit der Hauptperson, deren persönliche Betroffenheit gut rüberkommt und mit der man schnell „mitfiebert“. Die Geschichte ist detailreich erzählt und wirkt über manche Strecken fast wie ein Krimi.
So ein Buch steht und fällt natürlich mit der Begabung der Autorin zum Schreiben. Sophie Christina Aichinger braucht sich hier nicht zu verstecken. Sie schreibt abwechslungsreich, farbig und emotional.

„Ungewollt“ ist nicht nur für Kuckuckskinder lesenswert. Letztlich ist es die Geschichte einer Frau, die mit großem Einsatz um ein Stück ihrer Identität kämpft.
Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen.

Peter Teuschel

„Ungewollt“ von Sophie Christina Aichinger
books on demand
ISBN 978-3837015027

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„Das schwarze Schaf“ geht in die dritte Runde

Heute kam erfreuliche Post aus Stuttgart: Drei Bände vom „Schwarzen Schaf“. So eine Extrapost gibt es nur bei einem besonderen Anlass: Eine neue Auflage!

Mittlerweile ist es schon der dritte Nachdruck, Veränderungen gibt es weiterhin keine.

Screenshot Amazon.de

Screenshot Amazon.de

Ich freue mich sehr, dass das Buch weiterhin gekauft und gelesen wird. Für mich ist das ein Zeichen, dass die Thematik nichts an Wichtigkeit verloren hat.

Das ist ein guter und willkommener Anlass, allen zu danken, die „das schwarze Schaf“ kaufen, lesen oder verschenken, mir ein Feedback schreiben (ich freue mich über jedes einzelne!) oder bei Amazon eine positive Rezension hinterlassen.
Besonders bedanken möchte ich mich bei all den „schwarzen Schafen“, die hier in der „schwarzen Herde“ offen und freimütig diskutieren und sich austauschen, sei es offen in den Kommentaren oder etwas intimer im Forum.

Durch all die Rückmeldungen und Diskussionen habe ich eine Menge dazulernen können, was die spezielle Tragik des „schwarzen Schafes“ angeht.

Herzlichen Dank!

Peter Teuschel

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Die vielleicht nördlichsten aller schwarzen Schafe

Es ist ja mittlerweile schon Tradition, Bilder zu posten, die mir liebe Menschen für die schwarze Herde zur Verfügung stellen. Heute geht es um die vielleicht nördlichsten aller schwarzen Schafe (zumindest habe ich noch kein Bild von nördlicheren):

© Julia Pfalzgraf

© Julia Pfalzgraf

Diese schwarzen Schafe grasen in Island. Was mir besonders gefällt, ist das (scheinbar?) friedliche Zusammensein weißer und schwarzer Schafe. Ganz rechts, das ist Birta Schwarzschafsdottir und daneben weidet Gunnar Blacksheepsson. Glaube ich zumindest. Das dritte schwarze Schaf links hat mir seinen Namen nicht verraten. Zurückhaltendes Volk, die Isländer.
[Außer beim Fußball].

Peter Teuschel

 

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BLACK SHEEP in Washington

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Auf seiner Geocache-Tour ist der Travel Bug BLACK SHEEP mittlerweile in Washington gelandet. Und weil dieser tierische Botschafter der schwarzen Schafe jetzt schon mehr als 10 000 km unterwegs ist, weise ich noch einmal auf die Seite hin, auf der ich alle erwähnenswerten Stationen der Reise von BLACK SHEEP dokumentiere:

BLACK SHEEP Travel Bug

Have a good trip!

Peter Teuschel

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Schwarze und bunte Schafe

Und hier ein weiterer Beitrag von Justina:

sbs

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Peter Teuschel

Bild nach einer Postkarte vom Goldbek-Verlag

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Schwarze Schafe, ein schwarzer Esel und Zerberus

Und wieder gibt es neue Bilder von Leserseite. Diesmal sind es leibhaftige schwarze Schafe:

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Die Fotografin, Justina, teilt mit uns auch die Geschichte dieser Bilder:

Diese Schafherde (es sind bayr. Bergschafe) haben wir per Zufall auf der Rückreise von Umbrien vor 3 Wochen in der Nähe von Schloß Emrau entdeckt. Ursprünglich sollte hier im Forum ein Pecorino nero aus der Nähe von Perugia  stehen. Blöderweise hatte ich an dem Tag keine Kamera dabei. Angestachelt von dem „Verlust“ – dieses kleinen Schafs (mit  einem kleinen weißen Fleck auf dem Kopf), es zeigte sich nie mehr, es hat wohl seine neue Weidefläche von da an geheimgehalten – ging ich nie mehr ohne Fotoapparat aus dem Haus. Es sollte bis zu unserem Zwischenstopp in der Nähe von Garmisch dauern, bis ich wieder fündig wurde. Dieses Mal war es eine weiße Schafherde mit einem schwarz-weiß gepunkteten Lamm und einem  schwarzen Lamm mit zwei weißen Füßen. Welch unerwartete „Beute“! Bis wir die Kamera einsatzbereit hatten, waren aber auch diese Lämmchen weg, dieses Mal im Stall. Die davorstehende, nicht sehr freundliche „Gralshüterin“ gab uns unmißverständlich zu verstehen, daß die Tiere im Stall seien (als ob man im Stall nicht fotografieren könnte). Zufällig hat die Bedienung des Landgasthauses, in dem wir abgestiegen waren, unseren Frust mitbekommen und uns den Tipp mit der komplett schwarzen Schafherde im Nachbarort in nobler Schloßnähe gegeben, und wir haben diese sofort nach Rücksprache mit dem sehr freundlichen Besitzer abgelichtet. Am nächsten Morgen begaben wir uns dennoch  nochmals kampfbereit zu dem ersten Schafstall. Gerne hätten wir auch den danebenstehende bildschönen rabenschwarzen Esel fotografiert. Es muß wohl das „schwarze Schaf“ unter den Eseln gewesen sein.  Leider stand auch dieses Mal der Zerberus an Ort und Stelle, die Blicke waren eindeutig. Nun, dafür  hatten wir  die Fotos  einer ganzen Herde bildschöner schwarzer Schafe im Kasten.
Viele Grüße Justina

Also die Schafe im ersten Bild sind doch wirklich schon eine kleine schwarze Herde …!

Herzlichen Dank für Bilder und Geschichte dazu. Und für die Erkenntnis, dass es auch unter den Eseln schwarze Schafe gibt.

Peter Teuschel

Bilder: ©Justina

 

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